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Foto: PIXABAY
11.12.2018

ASERBAIDSCHANS TEXTIL- UND SEIDENPRODUKTION STEHT VOR EINEM NEUSTART

  • Gewerbepark im Aufbau

Baku (GTAI) - Die aserbaidschanische Textil- und Seidenindustrie soll nach einem dramatischen Einbruch wieder eine Zukunft haben. Mehrere Initiativen verhelfen der Traditionsbranche zu einem Neubeginn.

Aserbaidschan möchte seine einst starke Textil-, Seiden- und Bekleidungsindustrie wiederbeleben. Im Jahr 1990 hatte der Sektor noch einen Anteil an der Industrieproduktion von knapp 18 Prozent - 2017 waren es gerade einmal 0,5 Prozent. Das künftige Investitionsgeschehen wird durch mehrere Initiativen bestimmt. Das sind die Umsetzung von Programmen für die Produktion und Verarbeitung von Baumwolle und Seidenkokons für Halb- und Fertigwaren, der Aufbau eines Gewerbeparks für die Leichtindustrie in Mingatschewir und die Errichtung von Filialen der Gesellschaft für handgewebte Teppiche Azerkhalcha.

  • Gewerbepark im Aufbau

Baku (GTAI) - Die aserbaidschanische Textil- und Seidenindustrie soll nach einem dramatischen Einbruch wieder eine Zukunft haben. Mehrere Initiativen verhelfen der Traditionsbranche zu einem Neubeginn.

Aserbaidschan möchte seine einst starke Textil-, Seiden- und Bekleidungsindustrie wiederbeleben. Im Jahr 1990 hatte der Sektor noch einen Anteil an der Industrieproduktion von knapp 18 Prozent - 2017 waren es gerade einmal 0,5 Prozent. Das künftige Investitionsgeschehen wird durch mehrere Initiativen bestimmt. Das sind die Umsetzung von Programmen für die Produktion und Verarbeitung von Baumwolle und Seidenkokons für Halb- und Fertigwaren, der Aufbau eines Gewerbeparks für die Leichtindustrie in Mingatschewir und die Errichtung von Filialen der Gesellschaft für handgewebte Teppiche Azerkhalcha.

Neue Projekte stehen in der Baumwollverarbeitung an
Anfang der 80er-Jahre hatte der Baumwollanbau im Land mit einer jährlichen Ernte von mehr als 1 Million Tonnen Rohbaumwolle Hochkonjunktur. Der Zusammenbruch der Sowjetunion, die Transformationskrise in den 90er-Jahren und eine generelle Vernachlässigung brachten die Branche fast zum Erliegen. Im Jahr 2015 erreichte die Ernte mit 35.000 Tonnen Rohbaumwolle ein historisches Tief.

Doch die Trendwende ist eingeleitet. Im Jahr 2017 wurden 207.000 Tonnen Rohbaumwolle geerntet (Prognose für 2018: 250.000 bis 260.000 Tonnen). Ein Wermutstropfen ist der geringe durchschnittliche Ernteertrag von 1,52 Tonnen pro Hektar (2017). Die Regierung kündigte eine verstärkte Förderung der Bodenbewässerung und technischen Ausstattung der Produzenten an. Bis 2022 soll die Ernte auf 500.000 Tonnen pro Jahr steigen.

Das am 13. Juli 2017 verabschiedete "Staatliche Programm für die Entwicklung des Baumwollanbaus im Zeitraum 2017 bis 2022" ist Richtschnur für die weitere Entwicklung. Projekte für die Erneuerung bestehender und den Bau neuer Fabriken für die Baumwollentkernung sowie die Verarbeitung von Baumwollfasern zu Garnen, Stoffen und Fertigerzeugnissen sind geplant. Mitte 2018 gab es im Land acht Spinnereien mit einer jährlichen Gesamtkapazität von 44.600 Tonnen Garn. Zu den Garnherstellern in Usbekistan zählen vor allem die Unternehmen Mingatschewir Textil, MKT Istehsalat Kommersiya, ASK Textil Sumgait und Azeripek (bekannter als Ipek Scheki).

Seidenindustrie wird ausgebaut
In die fast brachliegende Seidenindustrie kommt seit 2016 wieder Bewegung. Am 27. November 2017 wurde das "Staatliche Programm für die Einwicklung der Seidenraupenzucht und die Verarbeitung von Kokons der Maulbeerseidenspinner im Zeitraum 2017 bis 2025" verabschiedet. In dem Programm sind die Vorhaben zur Wiederbelebung der Branche definiert. Das jährliche Aufkommen an Kokons soll bis 2025 auf 6.000 Tonnen steigen und somit eine jährliche Herstellung von bis zu 600 Tonnen Rohseide gewährleisten. Im Jahr 2017 wurden 244 Tonnen Kokons produziert nach 71 Tonnen im Jahr 2016 (Prognosen für 2018 und 2019: etwa 500 und 1.000 Tonnen).

Die Modernisierung des Seidenkombinates Azeripek in Scheki steht ganz oben auf der Projektliste. Ansprechpartner ist die staatliche Industrievereinigung Aserbaidschans, der Azeripek und andere Betriebe unterstehen (http://www.ask.gov.az). Der Bau einer neuen Seidenspinnerei mit einer jährlichen Kapazität von 3.000 Tonnen Garn ist geplant.

Das 1931 errichtete und später erweiterte Seidenkombinat in Scheki war in den 70er- und 80er-Jahren mit etwa 7.000 fest angestellten Mitarbeitern das Flaggschiff der Seidenindustrie in der Sowjetunion. Es produzierte jährlich bis zu 400 Tonnen Rohseide und belieferte über 100 Fabriken mit Seidengarn und -zwirn. Eine ineffiziente Privatisierung, Finanzprobleme, Rohstoffmangel und Absatzschwierigkeiten führten immer wieder zu Produktionseinstellungen. Die heutigen Kapazitäten erlauben nur noch eine jährliche Produktion von bis zu 135 Tonnen Rohseide. Infolge technischer Probleme kann die Fabrik keine Fertigstoffe mehr herstellen.

Industriepark für Leichtindustrie im Aufbau
In dem 2016 gegründeten Industriepark für Leichtindustrie in Mingatschewir sollen neun Fabriken für die Herstellung von Textil- und Bekleidungserzeugnissen (Baumwoll-, Acryl- und Wollgarn, Strumpfwaren und Bekleidung) sowie anderen Erzeugnisse der Leichtindustrie (Lederschuhe und Kosmetik) errichtet werden. Der Bau weiterer Produktionsstätten ist geplant. Die Gesellschaft Textil Mingatschewir nahm im Februar 2018 die ersten zwei Fabriken im Gewerbepark in Betrieb. Sie will jährlich bis zu 20.000 Tonnen Baumwoll- und Mischgarn produzieren. Die Investitionen betrugen 46 Millionen US-Dollar (US$).

Azerkhalcha erweckt traditionelle Teppichkunst zu neuem Leben
Die Gesellschaft für die Herstellung handgewebter Teppiche Azerkhalcha hat ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2020 sollen 30 regionale Teppichwebereien errichtet werden. Bis Ende 2017 wurden bereits zehn Filialen eröffnet. In den Jahren 2018 und 2019 kommen weitere 20 hinzu. Azerkhalcha wurde 2016 auf Initiative der Regierung gegründet. Der Staat investiert in den Jahren 2018 und 2019 rund 22 Millionen US$ in die Errichtung neuer Filialen und den Bau einer Fabrik für die Aufbereitung von Wolle.

Ab 2020 werden etwa 5.000 Beschäftigte handgewebte Teppiche unter dem Label Azerbaijan Carpet (aserbaidschanischer Teppich) für das In- und Ausland herstellen. Die Ausbaupläne für die Herstellung von handgewebten Teppichen ergeben sich aus den 2018 verabschiedeten staatlichen Programmen für die Entwicklung der Teppichkunst in Aserbaidschan und in der Autonomen Republik Nachitschewan für die Jahre 2018 bis 2022.

Aserbaidschan bietet als Produktionsstandort Chancen
Aserbaidschan kann als Produktionsstandort sowohl für die Textil- und Seidenindustrie als auch für die Bekleidungsindustrie mit einigen Vorzügen punkten. Hierzu zählen ausreichend verfügbare und schnell einzuarbeitende Arbeitskräfte, geringe Lohnkosten, steuerliche und andere Präferenzen in Gewerbegebieten sowie gute Bedingungen für den Warenabsatz.

Gute Absatzmöglichkeiten ergeben sich aus den Freihandelsabkommen mit den Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und den Exportchancen in die Türkei. Beim Export in diese Länder müssen keine Importzölle gezahlt werden. Davon können Bekleidungshersteller aus EU-Ländern mit Exportabsichten in die genannten Länder profitieren. Mehrere Unternehmen vor allem aus dem Baltikum sondieren derzeit ihre Chancen für einen Markteintritt.

Der Fachverband der Textilbranche Aserbaidschans sieht bei den Rahmenbedingungen für die einheimischen Bekleidungshersteller noch Handlungsbedarf bei der Regierung. So sollte die Zollbelastung für den Import von Verbrauchsmaterialien, wie von Klebstoffen, Knöpfen und Druckknöpfen sowie Reißverschlüssen, deutlich gesenkt werden.

Zu den führenden Herstellern von Bekleidung und anderen Fertigwaren der Textilverarbeitung zählen die Unternehmen Textilfabrik Baku (Baki Tekstil Fabriki), Accord Textil (Agstafa, Teil der Accord Industrial Holding), Alyans Tekstil (Sumqayit), die Bekleidungsfabrik im Gilan-Textilpark (Sumqayit), und Debet Uniform (Baku). Die Fabriken produzieren hauptsächlich Berufs- und Oberbekleidung.

 

Weitere Informationen:
GTAI Aserbaidschan Teppich
Quelle:

Uwe Stohbach, Germany Trade & Invest

www.gtai.de

Europäische Pressekonferenz imm cologne/LivingKitchen 2019 am 6. September 2018 in Madrid © Koelnmesse GmbH
02.10.2018

MÖBELINDUSTRIE WÄCHST IM 1. HALBJAHR NUR LEICHT UM 1 %

  • Fast jedes dritte Möbelstück geht bereits in den Export
  • Onlinekauf von Möbeln liegt mittlerweile bei 14 Prozent

Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, berichtete während der Europäischen Pressekonferenz zur imm cologne/LivingKitchen 2019 im September 2018 in Madrid über die wirtschaftliche Situation der Branche:

  • Fast jedes dritte Möbelstück geht bereits in den Export
  • Onlinekauf von Möbeln liegt mittlerweile bei 14 Prozent

Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, berichtete während der Europäischen Pressekonferenz zur imm cologne/LivingKitchen 2019 im September 2018 in Madrid über die wirtschaftliche Situation der Branche:

Am Ende eines Jahrhundertsommers, der die Verbraucher eher in die Freibäder und Biergärten als in die Möbelhäuser getrieben hat, blickt die deutsche Möbelindustrie auf eine entsprechend verhaltene Branchenentwicklung. Nach einem Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr 2017 hat sich die Konjunktur der Hersteller im ersten Halbjahr 2018 zwar leicht verbessert, doch unter dem Strich tritt der Möbelabsatz besonders im Inland auf der Stelle. Während der Jahresstart im Umfeld der imm cologne noch deutlich positiv ausgefallen ist, stellte sich anschließend eine deutliche Beruhigung des Geschäfts ein.

Von Januar bis Juni lagen die Umsätze der Branche bei rund 9,1 Mrd. Euro und damit leicht um 1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Nach einem Umsatzminus von 0,7 Prozent im Gesamtjahr 2017, das insbesondere von einer negativen Dynamik im zweiten Halbjahr (-1,6%) geprägt war, konnten die deutschen Möbelhersteller somit wieder leichte Umsatzzuwächse generieren, die Lage ist jedoch nicht zufriedenstellend.

Wachstumsimpulse kommen aus dem Ausland
Das leichte Wachstum ging dabei ausschließlich auf das Konto des Auslandsgeschäfts, denn der Umsatz jenseits der Grenzen stieg in den ersten sechs Monaten um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dagegen stagnierte der Inlandsumsatz mit einem minimalen Plus von 0,3 Prozent. Das Exportgeschäft profitierte von der Nachfragebelebung in wichtigen europäischen Absatzmärkten sowie zunehmend der positiven Wirtschaftsentwicklung in den großen Wachstumsregionen außerhalb der EU. Fast ein Drittel der deutschen Möbelexporte wird inzwischen in Nicht-EU-Länder abgesetzt.

Ergebnisse der aktuellen VDM-Umfrage
Der VDM führte im Sommer 2018 eine Umfrage zur wirtschaftlichen Lage bei den Unternehmen der Branche durch. Die aktuelle Geschäftslage wird dabei von den Teilnehmern als befriedigend (34%) bis schlecht eingeschätzt (40%), nur 26 Prozent bewerten die aktuelle Geschäftslage als gut. Im Vergleich zum Sommer 2017 hat sich die Geschäftslage nach Ansicht von 51 Prozent der Befragten verschlechtert.

Geschäftslage im Export besser als der Inlandsmarkt
Das Auseinanderfallen von Inlandsmarkt und Exportgeschäft spiegelt sich auch in der Wirtschaftsumfrage: Während die Lage im Inlandsgeschäft von den meisten Befragten (57%) als schlecht bewertet wird, betrachtet die überwiegende Zahl der Hersteller die Lage im Exportgeschäft als gut (29%) bis befriedigend (56%).

Die derzeit schwierige Inlandsnachfrage wird grundsätzlich auch vom Möbelhandel bestätigt. Natürlich verlagerten die anhaltend hohen Temperaturen viele Aktivitäten nach draußen, doch greift diese Erklärung alleine zu kurz. Um hier ein wenig mehr Erkenntnisse zu bekommen, hat der VDM im Juli beim renommierten Marktforschungsinstitut Kantar TNS eine repräsentative Studie in Auftrag gegeben, die das Kaufverhalten der Deutschen bei Möbeln unter die Lupe genommen hat. Uns interessierte vor allem, wo sich die Menschen über Möbel informieren und wo sie diese kaufen. Sind es die Werbebeilagen in Tageszeitungen oder doch die Webseiten von Händlern? Kaufen die Menschen Möbel vermehrt im Internet oder stimmt die offizielle Vertriebswege-Statistik, die seit Jahren fast stabil immer zwischen 7 und 8 Prozent Anteil auswirft?

Kunden informieren sich zunehmend im Internet
Zunächst ein Blick auf die Informationsquellen: Das Möbelgeschäft - also das Anschauen von Möbeln - selbst ist insgesamt immer noch die wichtigste Informationsquelle (68%), gefolgt von Prospekten der Möbelhäuser (54%). Aber 48% aller Befragten nutzen mittlerweile das Internet als Informations- und Inspirationsquelle. In den jüngeren Zielgruppen (<40 Jahre) verlagert sich die Bedeutung der Informationsquelle deutlich und es dominiert das Internet (77%) wobei das Möbelhaus immerhin noch 63 % nutzen.

In Sachen formaler Bildungsabschluss gibt es eine eindeutige Korrelation zu den Informationsquellen: Bei eher niedriger Bildung bevorzugen die Menschen Prospekte und Werbung der Möbelhäuser. Je höher die Bildung ist, desto mehr Informationen werden aktiv über das Internet beschafft.

80 % haben in den letzten 5 Jahren größere Möbel gekauft
Online-Shopping oder Einkaufsbummel? Generell haben gut 80 % der Deutschen in den vergangenen 5 Jahren größere Möbelstücke gekauft. Wie zu erwarten, nimmt dieser Anteil mit steigendem Lebensalter ab. 75 % derer die Möbel gekauft haben, haben diesen letzten Einkauf im Möbelgeschäft getätigt. Knapp 10 % unter den Käufern bei einem reinen Onlinehändler und noch einmal 4 % über das Internetportal eines Möbelhauses. Somit liegen wir heute bei 14 % Anteil beim Online-Shopping und damit doppelt so hoch, wie die offizielle Vertriebswege-Statistik auswirft. Bei den Onlinekäufern liegen die Single-Haushalte und die unter 30-jährigen deutlich vorne. Während die jungen Menschen sicherlich auch mit zunehmendem Alter nicht mehr auf den Online-Kauf von Möbeln verzichten werden und neue „online-affine“ Verbraucher heranwachsen, sinkt zudem die „Normalitätsschwelle“ auch für die übrigen Altersgruppen. Der Onlinekauf von Möbeln hat damit sicherlich noch sehr viel Potenzial und Industrie und Handel sind gut beraten, dieses Potenzial mit ansprechenden Konzepten und zielgruppenadäquater Information abseits der „Schnitzel- und Rotstiftwerbung“ zu bedienen.

Zudem sehen wir Chancen für die Möbelwirtschaft insgesamt bei einem Anwachsen des Onlinegeschäfts: Einerseits ist die Preis- und Rabattfixierung dort nicht ganz so stark ausgeprägt wie im stark konzentrierten stationären Handel. Anderseits können online-typische kurze Lieferzeiten und Verfügbarkeiten aus dem Inland tendenziell flexibler bedient werden als aus Asien.

Amtliche Auswertung: Umsatz in den einzelnen Segmenten
Die einzelnen Segmente der deutschen Möbelindustrie entwickelten sich von Januar bis Juni 2018 nach Angaben der amtlichen Statistik uneinheitlich. Die Küchenmöbelhersteller verzeichneten einen Umsatzanstieg um 4 Prozent auf rund 2,5 Mrd. €. Die Büromöbelindustrie wies mit einem Umsatz von rund 1,1 Mrd. € ein deutlich positives Ergebnis aus (+7,9%). Auch die Hersteller von Laden- und sonstigen Objektmöbeln lagen um 7,2 Pro-zent über dem Vorjahreswert und erzielten einen Umsatz von rund 920 Mio. €. Einen spürbaren Rückgang registrierten die Hersteller von Polstermöbeln, deren Umsätze von Januar bis Juni 2018 um 5,3 Prozent auf rund 480 Mio. € zurückgingen. Auch die Umsatzentwicklung bei den Wohnmöbeln, sonstigen Möbeln und Möbelteilen fiel mit minus 1,6 Prozent auf 3,7 Mrd. € negativer aus als im Branchendurchschnitt. Das kleinste Segment der Branche – die Matratzenindustrie – wies das signifikanteste Umsatzminus in Höhe von 12,8 Prozent auf rund 400 Mio. € aus. Dieses muss allerdings mit Hinweis auf die überdurchschnittlichen Umsatzzuwächse in diesem Segment in den vergangenen Jahren relativiert werden.

Möbelindustrie generiert neue Arbeitsplätze
Hier noch ein Blick auf die Beschäftigtendaten der Branche: In den aktuell 482 Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten (-2,2%) arbeiten 84.300 Frauen und Männer und damit liegen wir leicht (+0,7%) über dem Niveau des Vorjahres. In der Branche wurden - trotz des schwierigen Marktumfeldes - binnen eines Jahres rund 600 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die deutschen Möbelexporte legten im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,2 Prozent auf 5,5 Mrd. € zu. Der Absatz in die EU-Länder bewegte sich mit einem Plus von 1,2 Prozent nur leicht über dem Niveau des Vorjahres und entwickelte sich damit deutlich schwächer als die gesamten Exporte. Zwar konnten die Ausfuhren in den wichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie nach Frankreich um 3,5 Prozent gesteigert werden, auch der niederländische (+6,2%), der polnische (+10%) und der spanische Markt (+6,1%) entwickelten sich aus Sicht der deutschen Möbelindustrie positiv. Jedoch waren die Möbelausfuhren in so wichtige Absatzmärkte wie Österreich (-1,3%) und die Schweiz (-3,8%) rückläufig.

Negativer Trend in Großbritannien
Die Möbelindustrie bekam auch die negativen Auswirkungen der Brexit-Diskussion und der Abwertung des Pfund im bisherigen Jahresverlauf deutlich zu spüren, denn die Möbelausfuhren nach Großbritannien reduzierten sich im ersten Halbjahr 2018 um 8,9 Prozent. Kein anderer großer Exportmarkt entwickelte sich aus der Sicht der deutschen Möbelhersteller schlechter als das Vereinigte Königreich.

Export in die USA, nach China und Russland boomt
Die wichtigsten Wachstumsmärkte für deutsche Möbel liegen derzeit außerhalb der EU. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Performance deutscher Möbelhersteller in den großen Wachstumsmärkten USA (+9,5%), China (+25,9%) und Russland (+14%). Aufgrund der jeweiligen Marktgröße und der starken Nachfrage nach hochwertigen Möbeln sind auch diese Ergebnisse sicherlich ausbaufähig. Auch andere außereuropäische Märkte wie Kanada, Mexiko, Japan, Südkorea oder Singapur entwickeln sich derzeit positiv, allerdings bewegen sich die Ausfuhren in diese Länder noch auf einem relativ niedrigen Niveau. Insgesamt dürften sich die Nicht-EU-Länder in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Wachstumsmotor der deutschen Möbelindustrie entwickeln.

Exportquote steigt auf 32,6 Prozent
Die Industrieexportquote – dies ist der Anteil der von den heimischen Möbelherstellern direkt ins Ausland gelieferten Ware am Gesamtumsatz der Branche – kletterte im ersten Halbjahr 2018 auf 32,6 Prozent und erreichte damit einen neuen Höchstwert. Im ersten Halbjahr 2017 lag der entsprechende Wert noch bei 32,1 Prozent. Seit der Jahrtausendwende konnte die Exportquote in der Möbelindustrie damit verdoppelt werden.

Wertschätzung für Möbel „Made in Germany“
Der Erfolg deutscher Möbelhersteller im Ausland ist der Qualität, der Lieferzuverlässigkeit, dem Design und der Individualität unserer Produkte zu verdanken. Die deutschen Hersteller beherrschen die Abläufe und die Logistik oft besser als ihre internationalen Wettbewerber. Dies sind wichtige Kaufargumente für den Verbraucher – in Shanghai, St. Petersburg und San Francisco gleichermaßen.

Stärkere Exportunterstützung
Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Exports für die Branche wird der VDM in Kürze seine Exportunterstützung für die Unternehmen ausbauen: ein neuer VDM-Arbeitskreis Export soll dem Austausch der einzelnen Hersteller dienen, die Schwerpunktmärkte festlegen und die gesamten Export- und Messeaktivitäten der Branche koordinieren. Das know how zu den einzelnen Exportmärkten wird den Möbelherstellern gezielt im Rahmen von Informationstagen und Workshops vermittelt. Parallel werden praktische Arbeitshilfen für das erfolgreiche Engagement deutscher Möbelhersteller im Ausland zur Verfügung gestellt. Diese zusätzlichen Exportaktivitäten sollen den deutschen Möbelherstellern helfen, weitere Marktanteile auf dem Weltmarkt zu gewinnen.

Die Importkonkurrenz bleibt hoch: nachdem die deutschen Möbelimporte im Gesamtjahr 2017 noch um 0,8 % auf 12,7 Mrd. € gestiegen waren, legten sie im ersten Halbjahr 2018 erneut um 0,6 % auf 6,6 Mrd. € zu. Das Außenhandelsdefizit reduzierte sich im gleichen Zeitraum aufgrund der deutlich gestiegenen Exporte jedoch um 8,1 % auf rund 1,2 Mrd. €. Insgesamt setzen sich die osteuropäischen Möbelimporte in Deutschland zunehmend gegenüber der asiatischen Konkurrenz durch. Polen gewann 7,4 Prozent hinzu und blieb wie in den vergangenen Jahren das mit Abstand volumenträchtigste Möbelherkunftsland. Mehr als jedes vierte nach Deutschland importierte Möbel (26,3%) stammt inzwischen aus unserem östlichen Nachbarland. Tschechien blieb mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent das drittwichtigste Importland.

Insgesamt konnten die Einfuhren aus den EU-Ländern deutlich um 1,8 Prozent zulegen. Dagegen sanken die Einfuhren aus Asien überdurchschnittlich (-5,9%), hier insbesondere aus Vietnam (-12,3%), Taiwan (-13,9%) und Indonesien (-9,8%). Auch die Importe aus dem zweitwichtigsten Importland China waren mit einem Minus von 5,2 Prozent deutlich rückläufig. Die Struktur der deutschen Möbelimporte weist eine hohe Konzentration auf: Allein auf die drei wichtigsten Lieferländer Polen, China und Tschechien entfallen aktuell rund 56 Prozent der gesamten deutschen Möbelimporte.

Fast zwei Drittel der Teilnehmer der VDM-Umfrage gehen davon aus, dass die Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten gleich bleibt. 24 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung, nur 12 Prozent mit einer Verschlechterung der Lage. Nach Einschätzung der Befragten wird die Konjunktur in den kommenden sechs Monaten vor allem durch die steigenden Rohstoffpreise (33% aller Befragten), den Fachkräftemangel (27%), den zunehmenden Importdruck (18%) und die zunehmend protektionistisch ausgerichtete Handelspolitik (9%) beeinflusst.

Steigende Materialkosten treffen die Branche massiv
Gerade die steigenden Materialkosten für Massivholz stellen sich als Hindernis für die Branchenentwicklung dar. Die befragten Unternehmen der deutschen Möbelindustrie berichten von einem durchschnittlichen Anstieg der Massivholzkosten von 9 Prozent im Vergleich zum Sommer 2017. Die Holzwerkstoffe verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 5 Prozent, die Logistikkosten ebenfalls um 5 Prozent und die Personalkosten immerhin um 3 Prozent. Dieser Kostenanstieg kann angesichts der Marktmacht der Einkaufsverbände nur unzureichend an den deutschen Möbelhandel weitergegeben werden.

Prognose für das laufende Jahr: +1%
Während der Beitrag der Auslandsmärkte zum Umsatz der deutschen Möbelindustrie angesichts der zuletzt sehr deutlichen Zuwächse auch im zweiten Halbjahr positiv bleiben dürfte, trübt sich die Konjunktur im Inland zunehmend ein. Auch die Verbraucherstimmung in Deutschland lässt nach. Die Konjunkturprognosen für das laufende Jahr wurden von den führenden Wirtschaftsforschern zuletzt deutlich nach unten revidiert. Vor diesem Hintergrund gehen wir auch am Ende des Jahres von einem Umsatzplus von rund 1 Prozent in 2018 aus.

Weitere Informationen:
imm cologne Möbelmarkt
Quelle:

Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, anlässlich der Europäischen Pressekonferenz imm cologne/LivingKitchen 2019 am 6. September 2018 in Madrid

Foto: Pixabay
04.09.2018

HONGKONGER FIRMEN ZIEHEN FERTIGUNG AUS CHINA AB

  • Kapazitäten werden nach Südostasien verlagert

Hongkong (GTAI) - Dank Präsident Trump erhält der Abwanderungstrend aus der VR China zusätzlichen Aufwind. Was Logistikunternehmen freut, dürfte Beijing zunehmend Sorgen bereiten. 
Schon vor rund einem Jahrzehnt setzte in China eine Verlagerung von Produktionsstätten ein. Da die Löhne in den reichen Küstenmetropolen immer stärker stiegen, sahen sich mehr und mehr Firmen genötigt, ihre Fabriken ins Landesinnere oder in sogenannte Billiglohnländer zu verlagern. Dort waren die Gehälter, aber auch Grund und Boden, erschwinglicher. Die Umweltauflagen fielen derweil laxer aus.

  • Kapazitäten werden nach Südostasien verlagert

Hongkong (GTAI) - Dank Präsident Trump erhält der Abwanderungstrend aus der VR China zusätzlichen Aufwind. Was Logistikunternehmen freut, dürfte Beijing zunehmend Sorgen bereiten. 
Schon vor rund einem Jahrzehnt setzte in China eine Verlagerung von Produktionsstätten ein. Da die Löhne in den reichen Küstenmetropolen immer stärker stiegen, sahen sich mehr und mehr Firmen genötigt, ihre Fabriken ins Landesinnere oder in sogenannte Billiglohnländer zu verlagern. Dort waren die Gehälter, aber auch Grund und Boden, erschwinglicher. Die Umweltauflagen fielen derweil laxer aus.

Diesen Trend bekam auch das südchinesische Perlflussdelta - die wohl größte Industrieansiedelung der Welt - zu spüren. Investoren aus dem benachbarten Hongkong hatten in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts praktisch die gesamte industrielle Fertigung der Sonderverwaltungsregion (SVR) dorthin ausgelagert. Doch um 2008/09 herum fand bei Ihnen ein Sinneswandel statt.
Zusätzlich zum Kostendruck bekamen sie Gegenwind von den lokalen Regierungen. In Boomstädten wie Shenzhen, wo Land zunehmend knapp wurde, waren Betriebe der Leichtindustrie nicht mehr willkommen. Auch umweltbelastende und stromfressende Branchen, wie die Herstellung von Keramik, wurden mit mehr oder weniger sanftem Druck vertrieben.

Firmen verfolgen hybride Strategie
Viele Betriebe verfolgten dabei eine hybride Strategie. Die Produktion von hochwertigeren Artikeln blieb im Perlflussdeltas, das in jüngster Zeit gerne als Greater Bay Area betitelt wird. Die Fertigung von Massenprodukten wurde hingegen an preiswertere Standorte verlagert. Mancher Hersteller ging nach Südostasien. Insbesondere in Vietnam fanden viele ein neues zu Hause.

Dieser Verlagerungsprozess ist seitdem stetig vorangeschritten. Durch den sich immer weiter zuspitzenden Handelskonflikt zwischen der VR China und den USA erhält er nun zusätzlichen Auftrieb. Viele Investoren verschieben bereits seit der Ankündigung, spätestens aber seit der Einführung der ersten Zölle Teile ihrer Fertigung von den chinesischen Produktionsstädten in ihre südostasiatischen Fabriken.
Dies ist kurzfristig und im beschränkten Ausmaß zunächst ohne größere Investitionen möglich, wenn es in der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) noch genügend freie Fertigungskapazitäten gibt. Das dürfte in den allermeisten Fällen zutreffen. Zudem werden die Investoren im 2. Halbjahr 2018 auch Produktionsmittel wie Maschinen aus China abziehen und nach Südostasien schicken.

Verlagerung vorzugsweise nach Vietnam, Malaysia und Laos
Das an der Hongkonger Börse gelistete Transportunternehmen Kerry Logistics berichtete Ende Juli 2018 in der South China Morning Post, dass sich sein Geschäft in Folge des Handelskonflikts spürbar belebt habe. Die Kunden würden Fertigungsschritte insbesondere nach Malaysia, Vietnam und Laos verlagern. In den genannten Ländern sei im 2. Halbjahr 2018 mit einem Anstieg der Exporttätigkeit zu rechnen.
Laut der Präsidentin des Hong Kong Young Industrialists Council verlagern die Mitgliedsunternehmen ihre Fertigung vor allem nach Malaysia und Vietnam, um steigenden Kosten sowie dem Zollkonflikt zu entgehen. Der Vorstandsvorsitzende des Hongkonger Modeproduzenten Lever Style erzählte den Reportern, dass bereits jetzt nur noch 50 Prozent seiner Fertigung aus der VR China komme. Vor acht Jahre habe die Quote noch bei 100 Prozent gelegen.

Diese sogenannte "China Plus One"-Strategie ist demzufolge eine natürliche Entwicklung. Die Unternehmen verfolgen sie seit Jahren nicht nur aus Kostengründen, sondern auch um ihr Risiko zu streuen, was sich nunmehr als goldrichtig entpuppt. Für China ist die Entwicklung zunächst einmal nichts Bedrohliches. Das Land strebt ohnehin eine ständige Höherpositionierung seiner Industrie an. Im Rahmen der Strategie "Made in China 2025" will die Volksrepublik sogar in zehn Branchen zur technologischen Weltspitze aufrücken.

Wenn aber durch den beschleunigten Verlagerungsprozess die Erwerbslosigkeit zunimmt und die Konjunktur stottert, könnte Beijing unter Zugzwang geraten. Schon jetzt sind die negativen Auswirkungen des Handelskonflikts zu spüren. Die Aktienkurse brachen ein und der chinesischen Renminbi verlor spürbar an Wert zum US-Dollar, was eine Kapitalflucht in Gang setzen könnte.

Weitere Informationen:
Hong Kong Werkbank China
Quelle:

Roland Rhode, Germany Trade & Invest www.gtai.de 

Möbelmarkt in Frankreich Foto: Pixabay
24.04.2018

MÖBELMARKT IN FRANKREICH WÄCHST KRÄFTIG

  • Umsatz mit Küchen und Betten legt überdurchschnittlich zu
  • E-Commerce setzt die Branche unter Druck

Paris (GTAI) - Der Möbelverkauf in Frankreich ist 2017 das dritte Jahr in Folge kräftig gestiegen, wenngleich das Rekordniveau von 2011 noch nicht erreicht wurde. Dies berichtet der Verband FNAEM in seiner Jahresbilanz und verweist auf eine enge Verbindung mit dem boomenden Wohnungsmarkt. Dieser sollte den Möbelsektor auch 2018 antreiben.

  • Umsatz mit Küchen und Betten legt überdurchschnittlich zu
  • E-Commerce setzt die Branche unter Druck

Paris (GTAI) - Der Möbelverkauf in Frankreich ist 2017 das dritte Jahr in Folge kräftig gestiegen, wenngleich das Rekordniveau von 2011 noch nicht erreicht wurde. Dies berichtet der Verband FNAEM in seiner Jahresbilanz und verweist auf eine enge Verbindung mit dem boomenden Wohnungsmarkt. Dieser sollte den Möbelsektor auch 2018 antreiben.

Der französische Möbelmarkt hat nach Umsatzzuwächsen von 2,4 und 2,3 Prozent in den Jahren 2015 und 2016 im Jahr 2017 erneut ein stabiles Plus von 2 Prozent erreicht. Nach Informationen des Verbandes FNAEM (Federation française du negoce de l'ameublement et de l'equipement de la maison) hängt die Marktentwicklung eng mit dem Wohnungsbau und Immobilienmarkt zusammen. Nach Verbandsangaben erfolgte jeder dritte Möbelkauf durch einen Haushalt, der innerhalb der letzten 24 Monate umgezogen ist.
 
Im Jahr 2017 wurden in Frankreich im Vergleich zum Vorjahr 16 Prozent mehr Wohnungen gebaut. Bis Ende Oktober 2017 hatte auch der Immobilienmarkt 16 Prozent mehr Transaktionen registriert. Der Bauverband FFB (Federation française du batiment) erwartet mit einem leichten Minus von 2,5 Prozent bei den begonnenen Neubauwohnungen 2018 erneut eine starke Bauaktivität.
Auch die Entwicklung der Gesamtkonjunktur und des politischen Umfeldes haben einen starken Einfluss auf den Möbelmarkt. So führten die Präsidentschaftswahlen und der Regierungswechsel in Frankreich zu einer anfänglichen Verunsicherung der Verbraucher und zu Verzögerungen bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen. Der Möbelabsatz entwickelte sich daher im 1. Halbjahr 2017 zunächst schwach, danach aber umso dynamischer.

Möbelmarkt in Frankreich
  Umsatz 2017 (in Mrd. Euro) Veränderung 2017/16 (in %) Anteil (in %)
Küchenmöbel 2,57 4,0 26,3
Polstermöbel (Sofas, Sessel und Bänke) 2,42 2,3 24,8
Betten 1,34 3,0 13,8
Badmöbel 0,24 -1,6 2,5
Gartenmöbel 0,13 2,0 1,4
Andere Wohnmöbel (Tische, Stühle, Kommoden, Truhen) 3,06 0,1 31,2
Gesamt 9,76 2,0 100,0

Quelle: IPEA (Institut de prospective et d'etudes de l'ameublement)

Am stärksten zulegen konnte 2017 das Segment Küchen, während in den vergangenen Jahren vor allem Schlafzimmermöbel die Verkäufe anführten. Küchen profitieren besonders stark vom anziehenden Wohnungsmarkt sowie vom anhaltenden Trend in französischen Haushalten, der Kücheneinrichtung mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Einbauküchen gewinnen Marktanteile
Nach einer Analyse des Marktforschungsunternehmens IPEA (Institut de prospective et d'etudes de l'ameublement) haben in Frankreich nur 60 Prozent der Haushalte eine Einbauküche, deutlich weniger als in anderen westeuropäischen Ländern (Deutschland: etwa 80 Prozent). Dieser Unterschied verheißt dem Segment auf Jahre hinaus gute Zuwachsraten.
Bei Polstermöbeln vergrößert sich nach Angaben der Marktforscher die Kluft zwischen dem gut laufenden Segment Sofas und Sessel gegenüber Sitzbänken. Vor allem Klappsofas, die immer günstiger angeboten werden, machen den Bänken weiter Konkurrenz.

Andere Wohnmöbel wie Tische, Stühle oder Truhen, die weiterhin den größten Teil des Marktes ausmachen, konnten 2017 nach Darstellung des Verbandes FNAEM im Handel weniger stark Boden gutmachen als Küchen und Betten. Auch 2018 wird sich den Erwartungen des Verbandes zufolge keine Erholung abzeichnen. Allenfalls der Onlinehandel sollte laut FNAEM im Wohnmöbelsegment weiter zulegen
Der Absatz von Gartenmöbeln wurde 2017 von Warmwetterperioden im Frühling begünstigt, wodurch sich die Verkaufssaison verlängerte. Badmöbel konnten nach Angaben von IPEA 2017 nicht umfassend vom Aufschwung im Wohnungsmarkt profitieren. Das Geschäft hänge hinge vielfach von den Baumärkten ab, die oft auf preiswerte Produkte setzten. Installationsfirmen hätten 2017 weniger Badmöbel und mehr Heizungsanlagen vertrieben.
 
Gute Absatzprognosen für Betten
Das Segment Schlafzimmer, Spitzenreiter beim Wachstum in den letzten Jahren, hat sich 2017 weniger stark entwickelt. IPEA führt dies auf einen härteren Wettbewerb mit mehr Preisaktionen zurück. Niedrigere Preise hätten trotz guter Volumina die Umsätze gebremst. Die Käufer fragten weiterhin größere Betten ab einer Breite von 160 cm nach.

Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmens Xerfi soll das Bettensegment bis 2019 stabil um 3,3 Prozent pro Jahr zulegen, getragen vom Wohnungsmarkt und höheren verfügbaren Einkommen. Auch würden französische Verbraucher ihre Matratzen inzwischen öfter austauschen. Nach Angaben der Händler kaufen Franzosen alle 14 Jahre eine neue Matratze, während dies in den USA alle acht Jahre geschehe. Der Fachverband der Matratzenindustrie nennt für Deutschland 13,5 Jahre.

Händler betreiben Multichannel-Strategie
Allerdings wächst die Konkurrenz im Betten- und Matratzenmarkt vor allem durch den Erfolg des E-Commerce. Online-Matratzenanbieter wie Casper aus den USA (mit Produktion in Deutschland), Tediber und Ilobed aus Frankreich oder Simba und Eve Sleep aus dem Vereinigten Königreich haben in Frankreich massive Werbekampagnen gestartet. Nach Schätzungen der Anbieter kommen sie im Matratzensegment inzwischen auf einen Marktanteil von etwa 5 bis 6 Prozent.

Der stationäre Handel mit Möbelhäusern wie Ikea, Conforama oder But und den Bettenspezialisten Maison de la literie, Compagnie du lit oder Litrimarche wehrt sich gegen die reinen Online-Anbieter. Alle großen Händler fahren inzwischen eine Multichannel-Strategie, das heißt sie versuchen nicht nur in ihren Möbelhäusern, sondern auch über ihre Online-Kanäle zu verkaufen. Gleichzeitig werden die Läden durch Events, mehr Beratung oder öfter wechselnde Ausstellungen aufgewertet.

Führend sind in Frankreich weiterhin die großen Möbelhäuser Ikea, Conforama und But. Marktführer Ikea nimmt 2017 einen Marktanteil von 19,4 Prozent für sich in Anspruch. Conforama und But haben für 2017 keine Anteile veröffentlicht, kamen aber 2016 auf 16,1 beziehungsweise 13,4 Prozent. Der Onlinehandel kommt nach Schätzungen von IPEA insgesamt auf etwa 12 Prozent Marktanteil. Davon entfällt jeweils die Hälfte auf reine Onlineanbieter und den Internetverkauf herkömmlicher, vormals rein stationärer Anbieter.

Ikea strebt in Frankreich einen Onlineanteil von 10 Prozent an. Conforama erwirtschaftet nach eigenen Angaben bereits 10 Prozent des Umsatzes über das Internet. Allerdings bietet das Unternehmen auch Unterhaltungs- und Haushaltselektronik an. Von den Online-Möbelkäufen werden immer noch 82 Prozent im Laden abgeholt. Dem will Conforma mit zusätzlichen Möbelmärkten im Niedrigpreissegment gerecht werden. Gleichzeitig sollen andere Verkaufsräume entstehen, in denen Einrichtungsideen präsentiert werden.

Möbelhandel in Frankreich nach Verkaufskanal
  Umsatz 2017 (in Mrd. Euro) Veränderung 2017/16 (in %)
Möbelhäuser 4,91 +0,9
Küchenhäuser 1,30 +6,0
Möbelgeschäfte, mittleres Segment 1,02 +1,4
Luxus-Möbelgeschäfte 0,37 +2,0
Handwerk 0,33 -0,4
E-Commerce, Kataloghandel und andere 1,83 +3,3
Gesamt 9,76 +2,0

Quelle: IPEA

Conforama war 2017 beim französischen Online-Pionier Showroomprive.com als Investor eingestiegen und erhoffte sich davon Know-how im Online-Marketing. Aufgrund der drohenden Pleite des südafrikanischen Mutterhauses Steinhoff hat Conforama seine Anteile Anfang 2018 an die Supermarktkette Carrefour weiterverkauft.

Das Unternehmen will sich aber weiterhin das gestiegene Kundeninteresse am Betten-Segment mit einer neuen Ladenkette für gehobene Ansprüche unter der Marke "Il etait une nuit" zunutze machen und kauft weitere kleinere Bettenhäuser hinzu. Die Kette But stand längere Zeit zum Verkauf, bis sie Mitte 2016 vom drittgrößten Möbelhändler Lutz aus Österreich gemeinsam mit Finanzinvestoren übernommen wurde.

Kontaktadressen
Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
AHK Frankreich http://frankreich.ahk.de Berät beim Markteinstieg in Frankreich
Federation française du negoce de l'ameublement et de l'equipement de la maison (FNAEM) http://www.fnaem.fr Verband des Möbelhandels
Union nationale des industries de l'ameublement français http://www.ameublement.com Verband der französischen Möbelhersteller


      

Weitere Informationen:
Frankreich Möbelmarkt
Quelle:

Peter Buerstedde, Germany Trade & Invest www.gtai.de

EINZELHANDEL IN HONGKONG ERWARTET KRÄFTIGEN AUFSCHWUNG Foto: Pixabay
27.03.2018

EINZELHANDEL IN HONGKONG ERWARTET KRÄFTIGEN AUFSCHWUNG

  • Umsatzplus von 4 bis 6 Prozent für 2018 im Visier
  • Bevölkerung bevorzugt traditionelles Einkaufserlebnis

Hongkong (GTAI) - Die Lieblingsbeschäftigung der Hongkonger heißt Shoppen. Auch chinesische Touristen besuchen die Stadt vielfach nur um einzukaufen. Die Nachfrage insbesondere nach Schmuck, Uhren und Kosmetika brummt. Der Einzelhandelsumsatz der Sonderverwaltungsregion (SVR) soll 2018 auf rund 60 Milliarden US-Dollar (US$) steigen. Die statusbewussten Konsumenten bevorzugen italienische und französische Luxuswaren. Deutsche Anbieter können in bestimmten Sparten punkten.

  • Umsatzplus von 4 bis 6 Prozent für 2018 im Visier
  • Bevölkerung bevorzugt traditionelles Einkaufserlebnis

Hongkong (GTAI) - Die Lieblingsbeschäftigung der Hongkonger heißt Shoppen. Auch chinesische Touristen besuchen die Stadt vielfach nur um einzukaufen. Die Nachfrage insbesondere nach Schmuck, Uhren und Kosmetika brummt. Der Einzelhandelsumsatz der Sonderverwaltungsregion (SVR) soll 2018 auf rund 60 Milliarden US-Dollar (US$) steigen. Die statusbewussten Konsumenten bevorzugen italienische und französische Luxuswaren. Deutsche Anbieter können in bestimmten Sparten punkten.

Der Einzelhandelssektor der Sonderverwaltungsregion (SVR) Hongkong erlebte 2016 eines seiner schlechtesten Jahre der jüngsten Vergangenheit. Die Umsätze schrumpften nach Angaben des Statistikamtes um nominal 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf der einen Seite zeigten sich die einheimischen Verbraucher angesichts einer eher flauen Konjunktur von der zugeknöpften Seite. Die privaten Konsumausgaben stiegen real um lediglich knapp 2 Prozent.
 
Auf der anderen Seite ging die Zahl der ausländischen Besucher zurück. Die Tourismusbehörde zählte 2016 nur noch rund 57 Millionen Ankünfte, das waren fast 5 Prozent weniger als 2015. Drei Viertel der Touristen kommen traditionell aus dem benachbarten chinesischen Festland und zeigen sich besonders ausgabefreudig. Doch 2016 schränkten sie ihre Einkäufe ein.

Einheimischer Konsum stieg im 3. Quartal 2017 um real fast 7 Prozent
Die zweite Jahreshälfte 2017 brachte allerdings den Umschwung. Die Gesamtkonjunktur der SVR belebte sich spürbar. Die Konsumausgaben legten im 3. Quartal um real nahezu 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Auch die Touristenzahlen stiegen wieder. Von Januar bis Dezember registrierten die Behörden einen Zuwachs von gut 3 Prozent.

Ausländische Besucherankünfte in Hongkong (in Mio.)
Jahr Besucher
2014 60,8
2015 59,3
2016 56,7
2017 58,5
2018 *) 60,0

*) Prognose
Quelle: Hong Kong Tourism Board

Der Einzelhandelsumsatz stieg 2017 in der Folge um gut 2 Prozent auf umgerechnet mehr als 57 Milliarden US$. Besonders zum Jahresende hin hatte sich das Geschäft sehr lebhaft entwickelt. Im 4. Quartal legten die Erlöse um fast 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal zu. Das lässt die Konjunkturforscher für 2018 hoffen. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC etwa erwartet ein Marktwachstum von 4 bis 6 Prozent. Damit dürfte der Gesamtumsatz auf rund 60 Milliarden US$ steigen. Er läge damit in etwa auf dem Niveau von 2014, allerdings nur nominal betrachtet.

Einzelhandelsumsatz in Hongkong (in Mrd. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Jahr Wert Veränd.
2015 60,9 -3,7
2016 56,0 -8,1
2017 57,2 2,2
2018 *) um 60,0 4,0 bis 6,0

*) Prognose
Quelle: 2014 bis 2017: Statistikamt Hongkong; 2018: PwC

Die einzelnen Sparten des Einzelhandelsgewerbes entwickelten sich 2017 ganz unterschiedlich. Die Nachfrage nach elektronischen Artikeln schwächelte. Dafür florierte das Geschäft mit Schmuck, Uhren und Kosmetika. Dabei handelt es sich um kleine und leichte Güter, die die chinesischen Touristen zumeist ohne Verzollung über die Grenze nehmen. Der ebenfalls lebhafte Umsatz bei Nahrungsmitteln und Getränken sowie Kraftfahrzeugen ist derweil vor allem auf die größere Ausgabenfreude einheimischer Verbraucher zurückzuführen.

Einzelhandelsumsatz 2017, nach Warengruppen
(in Mrd. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
Warengruppe Wert Veränd.
Schmuck und Uhren 9,6 3,4
Textilien 7,7 0,2
Medizin und Kosmetika 5,6 5,5
Nahrungsmittel und Getränke 5,4 3,2
Elektronische Artikel 3,1 -9,0
Kfz, einschließlich Teile 2,0 3,1
Möbel 0,9 2,2
Bücher und Schreibwaren 0,9 1,0

Quelle: Statistikamt Hongkong
 
Für deutsche Anbieter von Konsumgütern ist die ehemalige britische Kolonie ein nicht unattraktiver Markt. Die Bevölkerung ist mit 7,4 Millionen Einwohnern zwar recht klein, verfügt aber über ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf, das auf dem Niveau Deutschlands liegt. Da es so gut wie kein verarbeitendes Gewerbe gibt, müssen zudem fast sämtliche Waren importiert werden. Die chinesischen Touristen vergrößern das Nachfragevolumen noch einmal. 2017 kamen 45 Millionen Besucher aus der Volksrepublik nach Hongkong. Bei vielen handelte es sich um reine Tagesgäste, deren einziges Ziel das Shoppen ist.

Deutsche Konsumgüter sind - sowohl bei den inländischen Verbrauchern als auch bei den chinesischen Touristen - durchaus beliebt. Jedoch gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Sparten. Im Bereich Bekleidung, Lederwaren und Kosmetik dominieren im oberen Marktsegment eindeutig französische und italienische Marken. Bei Möbeln (insbesondere Küchen) oder Schreibwaren aber spielen deutsche Anbieter eine bedeutende Rolle. Auch erfreuen sich Körperpflege- und Nahrungsmittel "Made in Germany" einer großen Beliebtheit.

Große Ketten dominieren den Markt
Der Einzelhandelssektor befindet sich in vielen Sparten überwiegend in den Händen großer Konzerne. Im Nahrungsmittelbereich dominieren die Ketten Wellcome und ParknShop, im Drogeriebereich Watsons und Mannings sowie in der Elektroniksparte Fortress und Broadway. Der E-Commerce hat ihre dominante Stellung allerdings ein wenig untergraben können.
Jedoch präferiert die Bevölkerung nach wie vor das traditionelle Shoppingerlebnis. Der Einkauf übers Internet spielt für den Endkunden noch nicht die tragende Rolle wie in anderen Ländern der Erde. Wohl aber hat er das Geschäft im B2B-Bereich verändert. Restaurants und Hotels etwa kaufen inzwischen vielfach online ein.

Internetadressen
Bezeichnung Internetadresse Bemerkung
Census and Statistics Department http://www.censtatd.gov.hk/home/index.jsp (Startseite); http://www.censtatd.gov.hk/hkstat/sub/sp320.jsp?tableID=089&ID=0&productType=8
(Übersicht Einzelhandelsumsatz);
http://gia.info.gov.hk/general/201802/01/P2018020100410_277399_1_1517469181773.pdf
(Detaillierte Statistiken zum Einzelhandelsumsatz)
Statistikamt Hongkong
Hong Kong Tourism Board http://partnernet.hktb.com/filemanager/intranet/pm/VisitorArrivalStatistics/ViS_Stat_E/VisE_2017/Tourism%20Statistics%2012%202017.pdf
(Statistik Besucherankünfte)  
Tourismusbehörde Hongkong


   

 

Weitere Informationen:
Hong Kong Einzelhandel
Quelle:

Roland Rhode, Germany Trade & Invest www.gtai.de

06.03.2018

POLEN KAUFEN MEHR ARTIKEL FÜR IHREN NACHWUCHS

  • Kindergeld füllt Haushaltskassen
  • Die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Bekleidung

Die Nachfrage nach Kinderbedarf soll in Polen mittelfristig um jährlich 4 bis 5% zunehmen. Das 2016 eingeführte Kindergeld und die gute Konjunktur lassen die Ausgaben für den Nachwuchs steigen. Den größten Anteil hat daran Bekleidung einschließlich Schuhe. Es besteht eine beträchtliche Inlandsproduktion auch an Hygiene- und Pflegeartikeln sowie Nahrungsmitteln. Es wird zunehmend Wert auf ökologische Produkte gelegt, was auch deutschen Anbietern Zulieferchancen eröffnet.

  • Kindergeld füllt Haushaltskassen
  • Die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Bekleidung

Die Nachfrage nach Kinderbedarf soll in Polen mittelfristig um jährlich 4 bis 5% zunehmen. Das 2016 eingeführte Kindergeld und die gute Konjunktur lassen die Ausgaben für den Nachwuchs steigen. Den größten Anteil hat daran Bekleidung einschließlich Schuhe. Es besteht eine beträchtliche Inlandsproduktion auch an Hygiene- und Pflegeartikeln sowie Nahrungsmitteln. Es wird zunehmend Wert auf ökologische Produkte gelegt, was auch deutschen Anbietern Zulieferchancen eröffnet.

Die Nachfrage allein nach den grundlegenden Kinderartikeln wie Bekleidung, Spielzeug, Körperpflege- und Nahrungsmitteln soll in Polen mittelfristig um 4 bis 5% jährlich zunehmen. Damit beschleunigt sich das Wachstum gegenüber der Zeitspanne 2011 bis 2015, wie die Marktforschungsfirma PMR (http://www.pmrpublications.com) in ihrer Marktanalyse über Kinderprodukte 2015 und Prognose 2015 bis 2020 erwartet. Im Jahr 2015 wurden solche Artikel für 9,4 Mrd. Zloty (Zl; rund 2,2 Mrd. Eu-ro; 1 Euro = 4,1841 Zl; Durchschnittskurs 2015) verkauft gegenüber einem Wert von 8,5 Mrd. Zl 2011.
 
Die wirtschaftliche Belebung und sinkende Arbeitslosigkeit erhöhen die allgemeine Konsumneigung. Diese wird zusätzlich durch das seit Frühjahr 2016 gezahlte Kindergeld stimuliert, wodurch den privaten Haushalten über 20 Mrd. Zl jährlich zufließen; 2017 allein rund 23 Mrd. Zl.
So stieg nach Jahren des Rückgangs 2016 die Anzahl der Geburten wieder. In Polen kamen 382.500 Babys zur Welt; das waren rund 13.000 mehr als 2015. Dennoch liegt die Geburtenrate, also die Anzahl der Geburten pro Frau im Alter von 15 bis 49 Jahren, nur etwas über 1,3 Kinder je Frau. Eine ausreichende Quote zum Beibehalten der Bevölkerungszahl wurde zuletzt 1991 festgestellt.

Geburtenrate in Polen (Anzahl der Geburten pro Frau im Alter von 15 bis 49)

1999 2010 2011 2012 2013 2014 2015
2,07 1,41 1,33 1,33 1,29 1,32 1,32

Quelle: Eurostat

Bis Ende Februar 2017 wurden über 3,82 Mio. Kinder bis 18 Jahre von dem Kindergeldprogramm erfasst, die monatlich 500 Zl erhalten. Somit flossen über 2,57 Mio. Familien bis zu diesem Zeitpunkt insgesamt fast 21 Mrd. Zl an staatlichen Mitteln zu. Landesweit profitieren 55% aller Kinder bis 18 Jahre von dem Pro-gramm. Auf dem Lande erreicht dieser Prozentsatz sogar 63%, in Städten dagegen nur 49%. Einzelkinder gut situierter Familien werden nicht berücksichtigt.    

Größtes Nachfragepotenzial in Masowien    
Die meisten begünstigten Kinder leben in der Hauptstadtregion, der Woiwodschaft Mazowieckie (Masowien, fast 554.000), gefolgt von Slaskie (Oberschlesien, 383.800) und Wielkopolskie (Großpolen, 379.600). In Pomorskie (Pommern) wurden im Jahr 2016 25.860 Kinder geboren, so dass pro 1.000 Einwohner 11,2 Babys zur Welt kamen. Das war der höchste Anteil landesweit dicht gefolgt von Mazowieckie (11,1) und Wielkopolskie (11,0).
Die Ausgaben für den Nachwuchs richten sich jedoch nicht nur nach der Anzahl der Kinder, sondern die einzelnen Kinder werden stärker beschenkt oder erhalten zusätzliche beziehungsweise hochwertigere Bekleidung und anderes. Natürliche und ökologische Produkte haben einen hohen Stellenwert, wovon auch deutsche Anbieter profitieren können.
Neben Namens- und Geburtstagen, Weihnachten und Ostern ist der Tag des Kindes, der 1. Juni ei-nes jeden Jahres, ein wichtiger Anlass für Geschenke.
Laut einer Umfrage des Preisvergleichsportals Ceneo (http://www.ceneo.pl) planten 35,0% der Befragten Ausgaben zum 1.6.17 von 101 bis 300 Zl und 31,4% von 51 bis 100 Zl.
Die Übrigen sahen in etwa je zur Hälfte höhere bzw. geringere Aufwendungen vor.

Die jährlichen Verkäufe von Spielzeug veranschlagen Branchenkenner auf etwa 1 Mrd. Zl. Die stärkste Position haben hier internationale Konzerne wie Lego, Hasbro und Mattel. Aber auch inländische Hersteller wie Cobi S.A. (http://www.cobi.pl) und Trefl S.A. (http://www.trefl.com) profitieren von der wachsenden Nachfrage.
Cobi produziert Bauklötze und importiert sowie vertreibt ein breites Sortiment von anderem Spielzeug. Die vorherrschenden Produkte von Trefl sind Brettspiele und Puzzles, die auch in starkem Maße exportiert werden. Erfolgreich auf dem Markt platzieren konnte Anna Skorzynska ihre Plüschtiere, die Einschlafgeräusche von sich geben (http://szumisie.pl). Weitere Hersteller sind Wader (http://www.wader-zabawki.pl), Hemar (http://hemar.com.pl) und St. Majewski (http://www.st-majewski.pl).

Körperpflegemittel aus inländischer Produktion
Körperpflegemittel und Hygienebedarf für Babys und Kinder werden überwiegend im Inland hergestellt. Bei Windeln hat das Private Label der führenden Discountmarktkette Biedronka (http://www.biedronka.pl) "Dada" eine starke Stellung, seit 2014 hält es nach eigenen Angaben sogar die Spitzenposition. Eine Untersuchung der Einzelhandelsketten durch die Marktforschungsfirma Nielsen hatte ergeben, dass der Marktanteil von Dada-Windeln von Januar bis Dezember 2016 mengenmäßig bei 51% lag, wie das Pressebüro von Biedronka mitteilte.
Die Firma Harper Hygienics S.A. (http://www.harperhygienics.pl) stellt in Polen außerdem Papiertaschentücher der Marke "Dada" her. Ihr neuer strategischer Investor ist die lettische Firma für Kos-metik und Hygienebedarf iCotton. Procter & Gamble produziert in einer eigenen Fabrik in Warschau Einwegwindeln seiner Marke "Pampers". Diese werden laut Angaben des Konzerns täglich von über 3 Mio. Kindern in über 40 Ländern verwendet.
Windeln, Hygiene- und Pflegeprodukte für Babys und Kinder stellt auch TZMO aus Torun (Thorn, http://www.tzmo-global.com) her, darunter die Windelmarken "Bella Baby" und "Happy". Unter solchen Produkten entfällt laut PMR ein Marktanteil von etwa 60% auf Windeln sowie von je 20% auf feuchte Tüchlein und Körperpflegeartikel.

Verkäufe von Hygiene- und Pflegeprodukten für Babys und Kinder in Polen (in Mio. Zl)

2013 2014 2015 2016
1.493,6 1.540,9 1.488,4 1.520,0

Quelle: PMR

Klarer Marktführer bei Pflegeprodukten ist Nivea Polska mit einer großen Fabrik in Poznan (Posen). Die beiden Marken des Beiersdorf-Konzerns "Bambino" und "Nivea Baby" decken etwa ein Fünftel der Nachfrage ab. Ebenfalls in Polen produziert die Global Cosmed S.A. (http://www.globalcosmed.pl) das Kindershampoo und -schaumbad "Pinio" und Körperpflegeprodukte für Babys und Kleinkinder der Marke "Bobini".
Diese Produkte sind in der größten Drogeriemarktkette in Polen, Rossmann, zu finden wie auch de-ren Private Labels "Babydream" und "Isana Kids", die teilweise im Inland und teilweise in anderen EU-Ländern hergestellt werden. Letzteres gilt auch für andere Kindermarken und solche herstellende Konzerne wie Pampers, Dove und Baby Dove, Bambino (http://bambino.pl, Hautpflegeprodukte für Kinder), Nestle, Nutrica und andere.
 
Robuste Öko-Mode im Kommen
Bei Kinderbekleidung nimmt die Bedeutung von im Inland genähten Artikeln zu. Beliebt sind Marken wie "Ekoubranka" (http://www.ekoubranka.pl, haltbare und ökologische Bekleidung) und "Pampicio" (http://www.pampicio.pl) aus Sieradz. Während solche kleineren Marken hauptsächlich im Onlinehandel vertrieben werden, werden große wie "5-10-15" (http://www.51015kids.eu) der Komex S.A. auch in einer eigenen Kette von über 220 herkömmlichen Geschäften angeboten.

Weitere Handelsketten für Kinderbekleidung sind Coccodrillo (http://www.coccodrillo.eu) mit 187 Läden und Wojcik Fashion (https://wojcikfashion.com). Auch die große Handelskette für Kinderpro-dukte Smyk (Bengel, http://www.smyk.com) führt Bekleidung, darunter ihre Eigenmarken "Cool Club" und "Smiki". Bekleidung und Schuhe haben den größten Anteil an den Ausgaben für Kinder, die sich 2016 laut PMR auf fast 5 Mrd. Zl summierten, darunter Bekleidung schätzungsweise 3,517 Mrd. Zl und Schuhe 1,419 Mrd. Zl.

Die Verkäufe von Nahrungsmitteln für Babys und Kinder veranschlagt PMR auf rund 1 Mrd. Zl jähr-lich. Hier erwartet die Marktforschungsfirma künftig höhere Steigerungen als bei Nahrungsmitteln insgesamt. Führend sind hier der französische Konzern Danone und der schweizerische Nestle-Konzern. Die zu Danone gehörende Gesellschaft Nutricia Zaklady Produkcyjne (http://www.nutricia.com.pl) hat große Fabriken in Opole (Oppeln) und Krotoszyn.
Nestle produziert in Kalisz (Kalisch) und Rzeszow Produkte unter anderem der Marken "Nestle Nutrition" und "Gerber". Zu den bedeutenden inländischen Herstellern zählen Geo-Poland (https://geo-poland.com/pl), Helpa (http://www.helpa.pl), Maspex (https://maspex.com, Säfte und ähnliche), Wosana (http://www.wosana.pl, Fruchtsäfte) und Dary Natury (http://www.darynatury.pl, Tee).

 

Weitere Informationen:
Kindergeld Kinderbedarf Polen
Quelle:

Beatrice Repetzki, Germany Trade & Invest

imm cologne 2018 (c) far.design; Koelnmesse
16.01.2018

IMM COLOGNE 2018: DIE MEGATRENDS UND DAS WOHNEN

Beim Wohnen nimmt die Sichtbarkeit der Megatrends weiter zu.
Seien es Globalisierung, Urbanisierung, Digitalisierung, Individualisierung oder Neo-Ökologie: Die deutschen wie internationalen Hersteller sind nah am Puls der Zeit und bieten immer mehr Wahlmöglichkeiten im Möbel- und Einrichtungsangebot. Kundenbedürfnisse lassen sich nämlich nicht mehr alleine an soziodemografischen Merkmalen und Zielgruppen ablesen. Dazu sind heute die Lebensstile der Menschen zu unterschiedlich. Dieses "Mehr an Wahlmöglichkeiten" wird durch die Megatrends in seinen Richtungen stimuliert. Megatrends sind also Impulsgeber und zeigen gleichzeitig Richtungen auf.

Beim Wohnen nimmt die Sichtbarkeit der Megatrends weiter zu.
Seien es Globalisierung, Urbanisierung, Digitalisierung, Individualisierung oder Neo-Ökologie: Die deutschen wie internationalen Hersteller sind nah am Puls der Zeit und bieten immer mehr Wahlmöglichkeiten im Möbel- und Einrichtungsangebot. Kundenbedürfnisse lassen sich nämlich nicht mehr alleine an soziodemografischen Merkmalen und Zielgruppen ablesen. Dazu sind heute die Lebensstile der Menschen zu unterschiedlich. Dieses "Mehr an Wahlmöglichkeiten" wird durch die Megatrends in seinen Richtungen stimuliert. Megatrends sind also Impulsgeber und zeigen gleichzeitig Richtungen auf.

Der Megatrend der Individualisierung ist im Möbelbereich in mindestens zwei Ebenen noch einmal stärker geworden: Typenpläne strotzen vor Vielfalt und für den ersten Angebotsüberblick ist das Internet gesetzt. Hier bieten viele Portale individuelle Beratung an oder ermöglichen per "virtual Reality" die individuelle Einrichtung der eigenen Wohnung.

Der Megatrend der Digitalisierung hat ebenfalls zwei deutliche Folgen beim Wohnen: Bei den Produkten selbst wird das Thema "Smart Home" immer wichtiger. Hier werden bei vielen Haushaltsgeräten, Fenstern und Türen, bei der Weißen Ware, der Heizungssteuerung etc. Anwendungsfunktionen angeboten, die vor allem den Komfort und die Bequemlichkeit im Alltag erhöhen. Die zweite Dimension hat weitreichende Auswirkungen auf unser Gemüt: Wer ehrlich ist, gibt seine medialen Strapazen zu. Schon eine Minute nach dem Aufwachen haben die allermeisten Menschen ihr Smartphone in der Hand. Direkt beginnt damit oder auch mit dem Fernseher oder Radio die Reizüberflutung, die Dauerablenkung und multiple Sehnsüchte erwachen. Vor lauter Möglichkeiten (Wetter, Börse, Eilmeldungen, Emails, Rezepte, Musik…) verlieren wir uns. Wenn dann noch der Hinterkopf erwacht und mit ihm Begriffe wie digitale Transformation, Chatbots, Bitcoins, Blockchain, Dash Bottoms … ist plötzlich Bodenhaftung gewünscht. Bewährtes kehrt zurück. Schallplatten, Oldtimer und Filterkaffee haben Hochkonjunktur und beim Wohnen sind es Modelle aus einer vermeintlich guten alten Zeit. Vintage-Look, Retro, Boho-Stil, Mid-Century-Design. Es ist in unserer schnelllebigen Zeit nicht verwunderlich, dass viele Menschen in den Industrienationen gerade solche Möbel lieben. In der virtuellen Wirklichkeit will man Echtes, oder vermeintlich Echtes.… und Pantone erklärt Ultra-Violett als die Farbe des Jahres 2018. Sie ist eine sehr alte Bekannte: Klerikale Macht, Feminismus, Extravaganz, Drama, Kreativität, "der letzte Versuch", mystisch und spirituell, zugleich zukunftsoffen und traditionell, aber auf jeden Fall eine "Gegenkultur. Aus Dänemark kommt die Erscheinung "Hygge" zu uns, das heißt als Gegenmaßnahme kehrt Gemütlichkeit auch zurück in unsere Wohnungen.

Für zwei Drittel der Deutschen muss die eigene Wohnung Gemütlichkeit ausstrahlen. Mit einer organischen Formensprache, authentischen Materialien, warmen Farben geht das für die meisten Menschen besser, als mit schlichten, kantigen und kühlen Möbelentwürfen. Dabei sind auch bunte Kombinationen aus Möbeln, Wandfarbe, Tapete, Dekorationen und Accessoires beliebt und lassen vor allem die gewünschte Individualität erkennen.
 
Immer wichtiger für die Gesamtatmosphäre beim Wohnen wird gutes Licht. Die inzwischen kostengünstige LED-Lichttechnik findet sich in der gläsernen Vitrine, hinterm Regal oder unterm Bett und trägt zur wohnlichen Beleuchtungsatmosphäre der Wohnung bei. Neuster Clou der Leuchten Branche: verbesserte LED-Licht-Akkus mit langer Laufzeit. Diese kabellosen und tragbaren flexiblen Lichtspender sind gerade für Kleinwohnungen super praktisch. So eine kleine Lampe geht nacheinander als Funktionsleuchte in der Küche, Leselicht am Tisch, indirekte Beleuchtung zum Plaudern … in Goethes Zeit wurde noch die Kerze durch die Wohnung getragen, heute ist es die moderne LED-Akku-Leuchte. Apropos Kerzen, der Kerzenkonsum echter Kerzen steigt seit gut fünf Jahren merkbar an. Laut European Candle Association (eca), hat im Jahr 2016 jeder Bürger der Europäischen Union durchschnittlich 1,45 kg Kerzen (+6,2%) konsumiert, Tendenz weiter steigend. Opulente, fast barocke Kerzenständer haben Hochkonjunktur und tragen zum gemütlichen Wohnen bei. Kerzenlicht ist hochgeschätzt. Ja man könnte auch von einer Digitalisierung im Kerzenschein sprechen. Wohn-Stil hängt eng mit dem ersehnten Lebensgefühl zusammen. Es ist in dieser Zeit daher nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen ihre Welt zweiteilig aufspalten. Da ist zum einen ein "privates Auenland", wie es Stephan Grünewald vom Institut Rheingold benennt, in dem sich die Menschen geborgen und aufgehoben fühlen, und zum anderen ein äußeres "Grauenland", eine teilweise furchterregende Welt aus Terror, Globalisierung, Lebensmittelskandalen, Brexit und unberechenbaren politischen Führern. Um das Äußere leichter auszublenden, wird das Private deshalb tendenziell idyllisch gestaltet. Das Idyll ist die Gegenwelt zur harten und digitalen Realität. Es geht um Nestbau, Geborgenheit, Sicherheit und eben Gemütlichkeit um einer im Außen oft gefühlten Anonymität zu entkommen.
 
Vor dem Hintergrund der Globalisierung wird das Zuhause der zentrale Ort für Identität. Durch die persönliche Wohnungseinrichtung wissen die Menschen, wo sie wirklich hingehören. Identität ist Selbstgestaltung, nicht nur der eigenen Persönlichkeit, sondern auch der des eigenen, privaten Umfeldes. Wohnen ist alltägliche Identitätsstiftung. Viele Menschen empfinden die Welt als ein Zuviel und die eigene Wohnung als identitätsbildende Schutzzone. Das eigene Zuhause wird behütet, gestaltet und geliebt. Sicherheitstechnik und Kreativität machen sich breit und die eigene Wohnung wird zur einzigen Enklave von Zwanglosigkeit. Nach dem Motto: "Die Welt ist mir zu viel, ich bin mir genug", ist das Zuhause Schutz, Rückzugsort und heile Welt.
 
Tendenziell zieht es die Bevölkerung auf unserer Welt weg vom Land, hinein in die Städte. Erstmals in der Geschichte lebt heute über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Metropolen haben zwei schon längst bekannte Herausforderungen, mit denen sie zu kämpfen haben: Die ständige Schaffung von mehr Wohnraum und die Organisation des wachsenden Verkehrsaufkommens. Beim Wohnen konkretisiert sich der Megatrend der Urbanisierung in vielerlei Hinsicht. Zum einen steigt schon heute in den Städten die Sehnsucht nach Ruralisierung und zum andern bieten paradoxerweise ausgerechnet die digitalen Möglichkeiten gerade in der Arbeitswelt wieder neue Lebensmodelle fernab der Großstadt. Arbeiten geht in vielen Jobs schon heute ohne stationäre Basis. Wenn der Toilettendeckel des Smart Home in Zukunft noch regelmäßig den Urin auf Krankheitsanzeichen hin untersucht, ist Prävention gegeben und ärztliche Versorgung planbar. Dörfer könnten eine Renaissance erleben, wenn Drohnen Einkäufe liefern und Elektroautos autark die Kinder in die Schule bringen.

Insgesamt werden in der kommenden Saison mehr organische Formen vor allem im Sitzmöbelbereich auf den Markt kommen. Organisches Design orientiert sich an der organischen Natur. Dynamische Rundungen und kraftvolle Wölbungen treten als auffällige Merkmale hervor. Organisches Design ist weich und grenzt sich daher deutlich von geometrischen und sachlichen Formen ab. Bei den Bezugsstoffen für Polstermöbel ist ein breites Angebot an Naturfasern zu erkennen. Cord und Samt spielen eine herausragende Rolle.    

Das blaue Farbspektrum von Europablau über Hellblau, Türkis zu Petrol bleibt beliebt. Blau steht für Harmonie, wirkt seriös und hat eine beruhigend-angenehme Wirkung. Als neue Farbe kommt Olivgrün. Es steht für Natürlichkeit, Frühling, Hoffnung, Gesundheit, Jugend, Natur und Vegetation. Aber Oliv ist nicht knallig, sondern mit seinem Grauanteil eher leise und unauffällig.

Linoleum kommt zurück. Das vor allem aus Leinöl, Korkmehl und Jutegewebe bestehende und schon 1860 erfundene Material war ursprünglich als elastischer Fußbodenbelag gedacht und findet auch hier heute noch Verwendung. Die Möbelindustrie zeigt den robusten und ökologischen Werkstoff als Tischplatte, Sideboardfront oder Intarsie im Sekretär. Linoleum ist ein robustes, ökologisches und wohngesundes Material.

Massivholz wird seine Stellung noch einmal ausbauen. Die Entwürfe von Tischen, Schränken oder Sideboards sind dabei filigran und elegant und weg von der Rustikalität vergangener Zeiten. Eiche bleibt Bestseller, aber auch Nussbaum und Kirsche halten ihre Stellung. Holz wird im Frontenbereich auch gerne mit anderen natürlichen Materialien wie Glas und Metall kombiniert. Generell werden Möbel in allen Preisklassen optisch hochwertiger. Möbel, die wie auch immer "billig" aussehen erreichen in Zukunft keine gute Marktperformance mehr.

Mit dem "Smart Home", der Bäder- und Lichtschau werden wir - neben allem anderen Möbel- und Einrichtungsangebot auf der imm cologne 2018 - ein Feuerwerk an Innovation und Inspirationen erleben. Indem man sich auf eine Sache leidenschaftlich einlässt, wird sie aus dem Strudel des Normalen und Gewöhnlichen befreit. Das ist bei einem guten Essen genauso wie bei einem guten Möbel auf der imm cologne. Nur, wer das tut, kann das Neue entdecken.

Weitere Informationen:
imm cologne Megatrend
Quelle:

Ursula Geismann, Pressesprecherin und Trendanalystin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie e.V

Heimtextil: 2.975 Unternehmen präsentieren Designneuheiten © Messe Frankfurt Exhibition GmbH / jochen günther
09.01.2018

Heimtextil: 2.975 Unternehmen präsentieren Designneuheiten

  • Die textile Inneneinrichtung steht von heute an im internationalen Rampenlicht der Heimtextil in Frankfurt am Main.
  • Vom 9. bis 12. Januar 2018 versammelt die weltweite Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien Vertreter aus Industrie, Handel, Design, Architektur und Hotellerie.

„Mit 2.975 Ausstellern aus 64 Ländern (2017: 2.949)* ist die Heimtextil im achten Jahr in Folge auf Wachstumskurs und schreibt ihre beachtliche Erfolgsgeschichte in einem herausfordernen Markt fort. In den kommenden Tagen erleben wir eine weltweit einzigartige Designschau mit vielfältigen Produktneuheiten und textilen Inspirationen internationaler Marktführer“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Ein hochkarätiges Event-Programm mit namhaften Gästen und renommierten Branchenexperten beleuchtet die Themen Einrichtungstrends und Design, Architektur und Hotellerie.

  • Die textile Inneneinrichtung steht von heute an im internationalen Rampenlicht der Heimtextil in Frankfurt am Main.
  • Vom 9. bis 12. Januar 2018 versammelt die weltweite Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien Vertreter aus Industrie, Handel, Design, Architektur und Hotellerie.

„Mit 2.975 Ausstellern aus 64 Ländern (2017: 2.949)* ist die Heimtextil im achten Jahr in Folge auf Wachstumskurs und schreibt ihre beachtliche Erfolgsgeschichte in einem herausfordernen Markt fort. In den kommenden Tagen erleben wir eine weltweit einzigartige Designschau mit vielfältigen Produktneuheiten und textilen Inspirationen internationaler Marktführer“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Ein hochkarätiges Event-Programm mit namhaften Gästen und renommierten Branchenexperten beleuchtet die Themen Einrichtungstrends und Design, Architektur und Hotellerie.

Martin Auerbach, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Heimtextilien-Industrie e.V., freut sich über die Fortsetzung des Trends zu mehr Stofflichkeit in privaten und öffentlichen Räumen. „Heimtextile Produkte sind wieder deutlich sicherbarer, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Damit bestätigt sich das, was sich für uns in den letzten ein, zwei Jahren angekündigt hat“, freut sich Auerbach. „Die Vielfalt an heimtextilen Produkten, Designs und Farben macht die internationale Messeplattform für Heimtextilien zur wegweisenden Jahresauftaktveranstaltung. Wenngleich die Konjunktur des vergangenen Jahres wohl hinter den Erwartungen bleibt – es liegen noch nicht alle Zahlen aus der deutschen Industrie vor – ist die Stimmung in der Branche grundsätzlich gut.“

VIP-Gäste: Barbara Schöneberger präsentiert Tapetenkollektion 

In der Halle 3.0 feiert das DecoTeam sein 30. Jubiläum und begeistert mit einem vielseitigen Programm, spannenden Trendinszenierungen und namhaften Gästen, wie etwa TV-Moderatorin Enie van de Meiklokjes und Starkoch Alexander Herrmann. Zu den Highlights der Halle 3.1 zählen die Präsentationen internationaler Textilverlage, wie etwa Alhambra / Tormes Design aus Spanien, Damaceno & Antunes / Evo Interior Fabrics aus Portugal, Fryett’s Fabrics aus Großbritannien, Kobe aus Deutschland und Wind aus Belgien. Daneben erwartet Besucher die weltweit größte Tapetenpräsentation mit internationalen Marktführern und prominenten Gästen. Vorzeige-Entertainerin Barbara Schöneberger präsentiert ihre erste Kollektion für die Tapetenfabrik Gebr. Rasch.

VDT peilt Tapezier-Weltrekord an

Auf einer 100 Meter langen Aktionsfläche peilt der Verband der Deutschen Tapetenindustrie (VDT) in Kooperation mit der Heimtextil einen Weltrekord im Dauertapezieren an. In der Halle 5.1 (Ostseite) wird vom 8. bis 12. Januar Tag und Nacht durchtapeziert. Dabei erlebt das Publikum, wie Tapete Atmosphäre schafft und Räume spürbar aufwertet. Fachbesucher, Journalisten und Hersteller sind an der Seite prominenter Gäste, wie etwa der Maus und RTL-Moderatorin Resi Colter, zum Mitgestalten eingeladen.

„upholstery“: neue Präsentationsfläche in Halle 4.2

Erneutes Ausstellerwachstum verzeichnet der Angebotsbereich „upholstery“ in der Halle 4 – mit Beteiligungen namhafter Produzenten, wie etwa Beaulieu Fabrics aus Belgien, Konrad Hornschuch aus Deutschland, Luilor und Vigano aus Italien und Dina Vanelli aus der Türkei. Aufgrund der großen Nachfrage wurden erstmals auch in der Halle 4.2 Präsentationsmöglichkeiten für hochwertige Möbel- und Dekostoffe geschaffen. Hier wartet außerdem mit Trevira ein vielversprechendes Highlight auf. Erstmals seit einigen Jahren präsentiert sich das Unternehmen mit seinen CS Partnern in einer großen Gemeinschaftspräsentation. Dazu zählen unter anderem Engelbert E. Stieger und Getzner Textil aus Österreich, Jenny Fabrics und Swisstulle aus der Schweiz, Pugi aus Italien und Spandauer Velours aus Deutschland.

„bed“, „bath“ & „table“: Große Vielfalt konfektionierter Produkte

Mit einer starken Bandbreite glänzt auch der haustextile Bereich. In den Hallen 8 bis 11 präsentieren rund 1.500 Anbieter konfektionierte Produkte in den Segmenten „bed“, „bath“ und „table“. Dabei sticht das Angebot an Bettwäsche als das weltweit größte heraus.

Zur zentralen Anlaufstelle für die Bettenbranche avanciert die komplett ausgebuchte Halle 8.0. Zahlreiche marktführende Unternehmen sind vor Ort, wie etwa Irisette, Billerbeck und Frankenstolz. Neu dabei sind zudem Mascioni aus Italien und Dún or Fior aus Island. Mit Rössle & Wanner begrüßt die Heimtextil zudem einen renommierten deutschen Anbieter von Premium-Matratzen und Marktführer im Bereich manuell und motorisch verstellbarer Lattenroste. Rössle & Wanner wird in der Galleria 1 mit der Marke Röwa ausstellen. 

Home-Kollektionen internationaler Fashion-Labels, wie etwa Joop Living oder Marc O’Polo und Esprit, sind in der Halle 11.0 zu sehen. Daneben stellen Premium-Anbieter in einem lifestyle-orientierten Umfeld ihre Neuheiten vor. Zeitgeistig-modern als auch klassisch-elegant präsentieren sich die Unternehmen in der Halle 11.1. Unter anderem sind Schlossberg aus der Schweiz, Collection Stiegler und Curt Bauer aus Deutschland, Kas International aus Australien, Martinelli Ginetto aus Italien, Sorema aus Portugal und Welspun aus Großbritannien mit Kollektionen von höchster Qualität vertreten.

Darüber hinaus führt die Heimtextil eine neue Produktgruppe ein:

„All about pets“ präsentiert ausgewählte Anbieter von Textilien und Accessoires für Tiere. In der Galleria 0 sind Betten für Hunde und Katzen, Kissen, Kuscheldecken und vieles mehr zu sehen. Zu den Ausstellern zählen Darling Little Place und Studio am Meer aus Deutschland, Lex & Max aus den Niederlanden und Volentis aus der Schweiz.

„Interior.Architecture.Hospitality“: Top-Thema Objektausstattung

Eine zentrale Rolle im Programm der Messe nimmt der Themenkomplex der Objektausstattung ein, den die Heimtextil unter dem Titel „Interior.Architecture.Hospitality“ zusammenfasst. Dabei lanciert die Heimtextil mit der „Interior.Architecture.Hospitality Expo“ ein neues Veranstaltungsformat in der Halle 4.2. Folgende renommierte Anbieter präsentieren im exklusiven Rahmen ihre textilen Produkte und Materiallösungen: Drapilux-Schmitzwerke, Low & Bonar, Gerriets und Maasberg aus Deutschland, Forster Rohner aus der Schweiz, Chieftain Fabris aus Irland sowie The Cotting Group (Griffine) und Senfa aus Frankreich. Sie richten sich damit gezielt an Architekten, Innenarchitekten, Interior Designer, Objektplaner und Hoteliers. Das Angebot der Expo liefert sowohl ästhetische als auch funktionale Antworten auf Fragen nach modernem, nachhaltigem Design sowie brandschutzrechtliche und bauphysikalische Anforderungen. Ein viertägiges Vortragsprogramm, geführte Ausstellerrundgänge und ein spezielles Ausstellerverzeichnis („Contract Guide“) bieten ebenfalls zum Thema Objektausstattung vertiefende Informationen.

Teppich-Schau zeigt Vorzüge textiler Bodenbeläge

Ob in Hotels, Restaurants, Theatern, der Bahn oder auch im Privatbereich – mit textilem Bodenbelag lassen sich Räume behaglich, fußwarm und individuell gestalten. Die zahlreichen Vorzüge textiler Bodenbeläge werden auf der Heimtextil 2018 erlebbar in Szene gesetzt. Mit der Präsentation in der Halle 4.2 „Carpet by Heimtex“ spricht der Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie e.V. insbesondere Architekten und Objektentscheider in einem architekturaffinen Umfeld an. Mitarbeiter der Heimtex-Mitgliedsunternehmen, wie etwa Findeisen, German Rugs, Object Carpet, TOUCAN-T, Vorwerk und Weseler Teppich, bieten Beratung an in Sachen Akustik, Modularität und Gestaltung mit textilen Bodenbelägen.

Heimtextil „Theme Park“: Einrichtungstrends von morgen

Das Programm-Highlight für Design-Interessierte ist der „Theme Park“ in der Halle 6.0. Im Trend- und Inspirationsareal dürfen sich Besucher und Aussteller auf eine Fülle an Materialinnovationen, Farbtrends und Design-Neuheiten freuen. Das übergreifende Thema lautet „The Future is urban“. Ein begleitendes Vortragsprogramm gibt Einblicke in neue Designprojekte. Zur Saison 2018/19 erarbeitete ein Team von sieben internationalen Designbüros aus den vielfältigen Trendströmungen die wichtigsten Themen. Bei der Inszenierung des „Theme Parks“ in Halle 6.0 übernahm das renommierte Londoner Studio FranklinTill die Regie.

19.12.2017

Relaunch Textination: Auf Wiedersehen und herzlich Willkommen!

Mit den letzten Arbeitstagen des Jahres 2017 haben wir uns und hoffentlich auch allen Besuchern und Nutzern des Internetportals für die Textilwirtschaft zu Weihnachten einen Wunsch erfüllt:
Textination verabschiedet sich vom alten Layout und wird mit einem frischen neuen Auftritt 2018 willkommen heißen.

Alles bleibt anders:
Sie finden wie gewohnt unsere Businessinformationen in Form von Firmenübersichten, Konjunkturdaten und Ausschreibungsnachrichten. Der Stellenmarkt unterstützt Sie weiterhin bei der Suche nach neuen Herausforderungen oder nach Mitarbeitern, die sich Herausforderungen stellen.

Die Textil-Wissensdatenbank TextileTechnology steht nach wie vor zu Ihrer Verfügung genau wie die neue DaunenCheck-Datenbank mit allen Details über Daunen und Federn. Und selbstverständlich informieren wir Sie unverändert über Termine und Veranstaltungen

Mit den letzten Arbeitstagen des Jahres 2017 haben wir uns und hoffentlich auch allen Besuchern und Nutzern des Internetportals für die Textilwirtschaft zu Weihnachten einen Wunsch erfüllt:
Textination verabschiedet sich vom alten Layout und wird mit einem frischen neuen Auftritt 2018 willkommen heißen.

Alles bleibt anders:
Sie finden wie gewohnt unsere Businessinformationen in Form von Firmenübersichten, Konjunkturdaten und Ausschreibungsnachrichten. Der Stellenmarkt unterstützt Sie weiterhin bei der Suche nach neuen Herausforderungen oder nach Mitarbeitern, die sich Herausforderungen stellen.

Die Textil-Wissensdatenbank TextileTechnology steht nach wie vor zu Ihrer Verfügung genau wie die neue DaunenCheck-Datenbank mit allen Details über Daunen und Federn. Und selbstverständlich informieren wir Sie unverändert über Termine und Veranstaltungen

Was ist neu?
Wir haben aufgeräumt: die Navigation wurde überarbeitet und verschlankt; Themenschwerpunkte neu gesetzt. Darüber hinaus sind wir dem Wunsch vieler Unternehmen gefolgt und haben den Newsbereich deutlich ausgebaut und strukturiert. Künftig finden Sie auf einen Klick die Informationen oder Personalnachrichten aus der Branche, die Sie interessieren. Ein umfangreiches Archiv und eine Verschlagwortung helfen beim Finden.

Wir bieten eine Plattform, die Sie in der Präsentation Ihrer Produkte, Entwicklungen und Innovationen optimal unterstützt – frei nach dem Motto: we proudly present …
Zeigen Sie, was Sie von anderen unterscheidet.

Wir wünschen Ihnen, Ihren Kollegen und Mitarbeitern ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Start in ein hoffentlich glückliches, gesundes und erfolgreiches 2018.
Bleiben Sie neugierig!
Ihr
Textination-Team.
 

Weitere Informationen:
Textination
Quelle:

Textination

TSCHECHISCHE TEXTILBRANCHE SETZT IHREN AUFSCHWUNG FORT © tokamuwi / pixelio.de
22.08.2017

TSCHECHISCHE TEXTILBRANCHE SETZT IHREN AUFSCHWUNG FORT

  • Umsätze steigen seit vier Jahren
  • Erschließung neuer Märkte im Ausland

Prag (GTAI) - Tschechiens Textil- und Bekleidungshersteller gehören zu den Gewinnern der guten Konjunktur. Der Trend zu einheimischen Produkten und die steigende Kaufkraft beflügeln die Unternehmen. Zugleich profitieren sie von einer wachsenden Auslandsnachfrage. So sind die Umsätze der Branche 2016 laut Verband ATOK auf 53,5 Mrd. Kc (knapp 2 Mrd. Euro) gestiegen. Es war das vierte Wachstumsjahr in Folge.

  • Umsätze steigen seit vier Jahren
  • Erschließung neuer Märkte im Ausland

Prag (GTAI) - Tschechiens Textil- und Bekleidungshersteller gehören zu den Gewinnern der guten Konjunktur. Der Trend zu einheimischen Produkten und die steigende Kaufkraft beflügeln die Unternehmen. Zugleich profitieren sie von einer wachsenden Auslandsnachfrage. So sind die Umsätze der Branche 2016 laut Verband ATOK auf 53,5 Mrd. Kc (knapp 2 Mrd. Euro) gestiegen. Es war das vierte Wachstumsjahr in Folge.

Wichtiger Wachstumstreiber der tschechischen Textilindustrie ist die Automobilbranche. Denn die größten Umsätze werden mit technischen Textilien erzielt, und die kommen meist in den über 1,3 Mio. Pkw zum Einsatz, die jährlich in Tschechien vom Band rollen. Der deutsche Kfz-Zulieferer Borgers ist daher der zweitgrößte Textilhersteller im Land. Das Unternehmen produziert an vier Standorten in der Region Plzen textile Verkleidungen für Kofferraum, Fahrgastraum oder Unterboden. Täglich verlassen rund 200.000 Teile die Werke und gehen an VW, BMW, Mercedes, Porsche, Bentley und Rolls Royce. Umsatzstärkster Textilbetrieb war 2016 die einheimische Juta, die Geotextilien, Dämmstoffe und Verpackungsmaterial produziert.    

Auch 2017 setzt sich die positive Dynamik bei den Textilherstellern fort. Von Januar bis Mai stieg ihr Produktionsindex nach Angaben des Statistikamtes um 3%, der Wert der Neuaufträge sogar um 5%. Dagegen hatten die Bekleidungshersteller im bisherigen Jahresverlauf nach dem starken Vorjahr Rückgänge zu verzeichnen. Das künftige Wachstum bremsen könnten die steigenden Löhne, die Aufwertung der Landeswährung und der Personalmangel.

Umsatzentwicklung der tschechischen Textil- und Bekleidungsindustrie
Jahr Umsatz in Mrd. Kc .davon Textilien in Mrd. Kc .davon Bekleidung in Mrd. Kc Veränderung Gesamtumsatz gegenüber dem Vorjahr
2013 47,1 40,7 6,4 2,6
2014 51,0 44,6 6,4 8,3
2015 52,4 45,4 7,0 2,7
2016 53,5 46,2 7,3 2,1

Quellen: Verband der Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie (ATOK), Berechnungen von Germany Trade & Invest

Noch dynamischer als die Branchenerlöse entwickelte sich 2016 der Außenhandel. Da Tschechien von internationalen Handelsunternehmen als Transit- und Logistikstandort genutzt wird, ist das Exportvolumen deutlich größer als der Gesamtumsatz der Inlandshersteller. Laut Branchenverband ATOK wurden 2016 Textilien für 63,8 Mrd. Tschechische Kronen (Kc; 2,36 Mrd. Euro) und Bekleidung für 47,2 Mrd. Kc (1,74 Mrd. Euro) exportiert. Das war ein Anstieg um 5% bei Textilien und 31% bei Bekleidung. Die Importe an Textilien sind um 6% auf 59,3 Mrd. Kc (2,19 Mrd. Euro) gestiegen, die Bekleidungsimporte um 20% auf 67,9 Mrd. Kc (2,51 Mrd. Euro).

Damit hat sich das Handelsdefizit bei Bekleidung ein wenig verringert. In den großen Modeketten dominiert aber weiterhin ausländische Ware. Tschechische Anbieter haben kaum Chancen, dort in die Regale zu kommen und die schnellen Modezyklen und Kollektionswechsel (Fast Fashion) mitzugehen. Der Verband ATOK schätzt, dass sie einen Marktanteil von maximal 20% im Bekleidungseinzelhandel haben.
Daher konzentrieren sich einheimischen Hersteller immer mehr auf den Direktverkauf, entweder über Internetshops oder über eigene Verkaufsstellen. Außerdem stärken sie den Aufbau eigener Marken, nachdem sie zuvor viele Jahre lang Auftragsarbeiten für internationale Modekonzerne erledigt hatten. Im Trend liegen auch individuelle Maßanfertigungen. Einige Unternehmen, die bislang den Heimatmarkt bedienen, blicken nun verstärkt auf Auslandsmärkte. Der Bademode- und Unterwäscheproduzent Timo aus Litomerice zum Beispiel will künftig auch Deutschland beliefern, berichtete die Wirtschaftszeitung Hospodarske noviny.

Textilunternehmen investieren zunehmend im Ausland
Der ostböhmische Spezialist für Badtextilien, Grund, hat bereits eine Vertriebsgesellschaft in Niedersachsen. Nun plant der Teppichproduzent eine eigene Fabrik im Süden der USA und will dafür über 1 Mio. Euro investieren.  Auch Silon aus Südböhmen, der zu den größten Herstellern von Polyesterfasern in Europa gehört, baut eine Fertigung für Kunststoff-Compoundierung in den USA auf, um die Lieferzeiten für Ausgangsmaterial zu verringern und näher am Kunden zu sein. Interessante Entwicklungen gibt es im Forschungsbereich. Das Institut VUTS aus Liberec hat zusammen mit taiwanesischen Wissenschaftlern einen pneumatischen Webstuhl entwickelt, der 3D-Stoffe aus hochfester Polyesterseide produzieren kann. Das textile Material ist beim Bootsbau oder beim Hochwasserschutz einsetzbar. Die Maschine soll 2019 erstmals auf einer Messe präsentiert werden. Bis dahin will auch der Textilhersteller Veba aus Broumov ein neuartiges 3D-Gewebe entwickelt haben. Es soll zur Versteifung von Matrizen dienen.
 
Nach der Sonderkonjunktur 2015 durch die letztmalige Abschöpfung von EU-Mitteln aus der alten Förderperiode waren die Investitionen in der Textilindustrie 2016 geschrumpft. Die Hersteller investierten nach Erhebungen des Wirtschaftsministeriums rund 2,78 Mrd. Kc (rund 100 Mio. Euro) und damit ein Sechstel weniger als im Jahr zuvor. Bei den Bekleidungsunternehmen stiegen die Investitionen dagegen um ein Viertel auf über 850 Mio. Kc (rund 31 Mio. Euro). Die Entwicklung spiegelte sich auch in den Importzahlen für Textilmaschinen wider. Zu Jahresbeginn 2017 gingen die Einfuhren in einigen Produktgruppen erneut nach oben, sodass sich für Ausrüstungshersteller Absatzmöglichkeiten eröffnen. Auf deutsche Lieferanten entfällt etwa die Hälfte der Maschineneinfuhr für die Textilindustrie.

Der mährische Vliesstoffhersteller Retex hatte im April 2017 eine Produktionsanlage für über 7 Mio. Euro ausgeschrieben. In Zatec bei Usti nad Labem will Unifrax eine Produktion für Silikatgewebe aufbauen. Juta investiert derzeit rund 13 Mio. Euro in die Fertigung von Netzen und will die Werkserweiterung am Standort Dvur Kralove im Herbst 2017 in Betrieb nehmen. Die japanische Toray Textiles baut ihre Fabrik für Airbag-Gewebe und Druckplatten in Prostejov in den nächsten vier Jahren aus. Ebenso erweitert der nordmährische Anbieter von Outdoorbekleidung, Tilak, seine Produktionsgebäude in Sumperk.

Einfuhr ausgewählter Textilmaschinen nach Tschechien (1.000 Euro)
Maschinengruppe / HS-Position 2015 2016 Januar bis Mai 2017 Veränderung*)
Düsenspinnmaschinen / 8444 15.369 5.502 842 -81,2
.darunter aus Deutschland 9.829 4.509 20 -99,5
Spinnmaschinen / 8445 8.838 15.858 1.922 -51,1
.darunter aus Deutschland 5.017 6.743 164 -91,1
Webmaschinen / 8446 12.860 4.277 1.882 -17,5
.darunter aus Deutschland 2.247 687 36 k.A.
Wirk- und Strickmaschinen / 8447 11.965 6.737 2.672 14,7
.darunter aus Deutschland 6.092 1.979 1.632 54,5
Hilfsmaschinen / 8448 73.358 88.360 42.830 27,9
.darunter aus Deutschland 52.601 54.897 26.823 16,2
Maschinen für die Filz- und Vliesstoffe 19.628 2.676 846 -45,8
.darunter aus Deutschland 6.741 1.313 245 -79,0
Reinigungs-, Färbe-, Bügelmaschinen / 8451 108.080 105.410 44.762 26,1
.darunter aus Deutschland 50.325 47.580 17.714 1,7
Nähmaschinen / 8452 17.895 20.056 8.172 10,1
.darunter aus Deutschland 6.340 6.353 2.081 -12,2
Maschinen zur Fell- und Lederbearbeitung bzw. Schuhproduktion / 8453 4.386 2.626 1.056 12,9
.darunter aus Deutschland 347 198 68 25,9
Gesamt 272.379 251.501 104.984 14,2
.darunter aus Deutschland 139.540 124.260 48.783 -4,0

Quelle: Tschechisches Statistikamt

 

Messe Frankfurt Exhibition GmbH
15.08.2017

Home Textiles Sourcing Expo präsentiert 158 internationale Aussteller

  • Aussteller aus 9 Ländern zeigen Produkte aus 6 Bereichen: Möbelstoffe, Bett, Bad, Tisch, Fenster und Bodenbeläge
  • Highlights der 2017er Sommer-Seminare präsentieren Einrichtungsfarbtrends, Nachhaltigkeit, nach-Gebrauch-Recycling und wie man den „Jahrtausend-Kunden“ anspricht.

Die 8. Ausgabe der Textile Sourcing Expo öffnete ihre Tore für Aussteller und Einkäufer am 17. Juli 2017. In langjähriger Joint-Venture-Partnerschaft zwischen der Messe Frankfurt und CCPIT-TEX China ist dies die einzige Fachveranstaltung in Nordamerika, die sich ausschließlich auf Heimtextilien und konfektionierte Textilien für alle Wohnbereiche konzentriert.

  • Aussteller aus 9 Ländern zeigen Produkte aus 6 Bereichen: Möbelstoffe, Bett, Bad, Tisch, Fenster und Bodenbeläge
  • Highlights der 2017er Sommer-Seminare präsentieren Einrichtungsfarbtrends, Nachhaltigkeit, nach-Gebrauch-Recycling und wie man den „Jahrtausend-Kunden“ anspricht.

Die 8. Ausgabe der Textile Sourcing Expo öffnete ihre Tore für Aussteller und Einkäufer am 17. Juli 2017. In langjähriger Joint-Venture-Partnerschaft zwischen der Messe Frankfurt und CCPIT-TEX China ist dies die einzige Fachveranstaltung in Nordamerika, die sich ausschließlich auf Heimtextilien und konfektionierte Textilien für alle Wohnbereiche konzentriert.

Während der letzten acht Jahre hat sich die Home Textiles Sourcing Expo zu einer Pflichtveranstaltung für Hersteller, Einzelhändler, Großhändler, Objektausstatter und Designer entwickelt. Die Veranstaltung präsentierte in diesem Sommer Wohnausstattungsprodukte in sechs Kategorien, einschließlich Polsterwaren, Bett, Bad, Tisch, Fenster und Bodenbelag.
 
Die Home Textile Sourcing Expo 2017 nutzten 158 Aussteller aus 9 Ländern, die diese Veranstaltungsausgabe damit zu der internationalsten seit Bestehen machten. Die ausstellenden Länder umfassten unter anderen die USA, Taiwan, Thailand, Korea und Bangladesch. Besonders herausgestellt waren der von Indien geförderte Pavillon des Handloom Export Promotion Council (HEPC), der pakistanische Pavillon mit acht Lieferanten und der stets populäre Türkei-Gemeinschaftsstand. Der Suzhou Pavillon aus China gab sein Debüt mit Herstellern, die in besonderer Weise auf Bettwaren und andere Heimtextilen aus Seide spezialisiert sind.

Hochwertige Küchentextilien, erstklassige Bettwäsche und luxuriöse Badtextilien fanden sich ebenfalls im Ausstellerangebot der Home Textile Sourcing Expo. "Die Sommerausgabe 2017 der Home Textile Sourcing Expo war die breitgefächertste Präsentation in der Veranstaltungsgeschichte sowohl aus der Produkt- als auch der Sourcing-Perspektive", sagte Jennifer Bacon, die Veranstaltungsdirektorin. „Unsere Besucher waren in der Lage, Qualitätstextilien und Fertigwaren von bereits etablierten, aber auch sich entwickelnden Sourcingquellen zu finden. Der Besuch unserer Show gibt den Käufern Zugang zu Produkten in fast jeder Heimtextilkategorie – zu Bettwäsche, Badtextil, Bodenbelägen, Polsterwaren und noch mehr – all dies ist kaum andernorts zu finden“.

Wieder einmal konnte neben der parallel stattfindenden Texworld USA, der Apparel Sourcing USA sowie der Erstausgabe von Avanprint USA die diesjährige Home Textiles Sourcing Expo eine vielfältige Gruppe von Besuchern aus 45 Ländern begrüßen. Gemeinsam machten die vier Messen an einer Location die Sommer-2017-Veranstaltungen mit einer rekordverdächtigen Anzahl von Besuchern aus 72 verschiedenen Länder zu den am besten besuchten Schauen in der Ausstellungsgeschichte.
   
Die Texworld USA Seminarreihe, veranstaltet von Lenzing Innovation:
aktuelle Themen für die Wohneinrichtungs- und Heimtextilien-Branche

Die Lenzing Innovation Seminarreihe erwies sich erneut als ein großer Gewinn für die Besucher der Home Textile Sourcing Expo. Mehrere trendorientierte Seminare stellten sich speziell auf den Wohnmarkt ein und behandelten sehr speziell die Themen, denen sich die Branche stellen muss.

Auf die Heimtextilienbranche ausgerichtete Seminare:
INSPIRIERENDE UND AUSDRUCKSVOLLE FARBE: DEFINITION DER WESENTLICHEN TRENDS FÜR WOHNEINRICHTUNGEN 2018
Laurie Pressman, Vice President - Pantone Color Institute
Die Farbpaletten für 2018 lösen sich von traditionellem Denken. Farben werden neu belebt, Nuancen in neuartigen Kombinationen gemischt, neue Farbrichtungen drücken sofort und effektiv einen frischen Ansatz aus. Während die wirtschaftliche Verwertung immer noch kritisch ist, kann ein ungesehener Ansatz helfen, sich vom Mainstream abzuheben. Die Farben reichen von klassischen Arrangements hin zu voll gesättigten, schlagkräftigen Darstellungen und führen zu neuen und verstärkt einzigartigen Farbdarstellungen.

LEICHTER ATMEN: ASTHMA- UND ALLERGIEFREUNDLICHE TEXTILIEN
Dr. John McKeon, Mitgründer und Geschäftsführer – Allergiestandards
Asthma und Allergien betreffen jeden vierten Amerikanern. Das sind 60 Millionen Menschen, die schätzungsweise 10 Milliarden Dollar pro Jahr für Produkte ausgeben, die speziell an diese Gruppe vermarktet werden! Aber die Aussagen von Unternehmen können heute nicht überprüft werden, weil es wenige oder gar keine verbindlichen Regulierungen gibt. Was können Unternehmen tun, um einen Anteil dieses wachsenden Marktes zu erobern?

ANSPRACHE DER GENERATION Y: WAS HAUSTEXTILIEN-HÄNDLER TUN, UM DIESES KRITISCHE BEVÖLKERUNGSSEGMENT ZU EROBERN
Jennifer Marks, Chefredakteurin – Fachzeitschrift Home & Textiles Today Magazin
Moderation - Nina Nadash, Heimtextilmanager (Americas) - Lenzing Fibers, Inc.

Abgesehen von der Tatsache, dass die Generation Y in einer der stürmischsten Konjunkturlagen des vergangenen Jahrhunderts aufwächst, zeigt die Marktforschung, dass 75% bereit sind, für nachhaltige Angebote mehr zu bezahlen. Anbieter von Produkten und Dienstleistungen, die sich positiven sozialen und umweltorientierten Einflüssen verpflichten, müssen sicherzustellen, dass ihre Markenbotschaft in einer Weise vermittelt wird, die Vertrauen bei dieser kritischer Bevölkerungsschicht schafft. Jennifer Marks, Chefredakteurin von Home & Textiles Today, stand zur Verfügung, um ihre Sicht zum Markt der Generation Y aufzuzeigen, und hob hervor, wie essentiell es ist, Markenaussage auf die persönlichen Werten dieser wichtigen Verbrauchergruppe abzustimmen.

 

08.08.2017

INDIENS TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSINDUSTRIE WIRD KRÄFTIG GEFÖRDERT

  • Textilfirmen vergleichsweise breit aufgestellt
  • Bekleidungsbranche punktet international zu wenig

New Delhi (GTAI) - Indien gehört zu den weltweit größten Herstellern von Textilien. Baumwollstoffe und Heimtextilien gehören zu den Exportschlagern. Die Bekleidungsindustrie spielt eine vergleichsweise kleine Rolle und droht im Wettbewerb zurückzufallen. Beide Bereiche müssen hochwertiger und nachhaltiger produzieren. Das Textilministerium unterstützt die fragmentierte Branche. Ausländische Zulieferer und Einkäufer können den Markt auf Messen erkunden.

  • Textilfirmen vergleichsweise breit aufgestellt
  • Bekleidungsbranche punktet international zu wenig

New Delhi (GTAI) - Indien gehört zu den weltweit größten Herstellern von Textilien. Baumwollstoffe und Heimtextilien gehören zu den Exportschlagern. Die Bekleidungsindustrie spielt eine vergleichsweise kleine Rolle und droht im Wettbewerb zurückzufallen. Beide Bereiche müssen hochwertiger und nachhaltiger produzieren. Das Textilministerium unterstützt die fragmentierte Branche. Ausländische Zulieferer und Einkäufer können den Markt auf Messen erkunden.

Die indische Textil- und Bekleidungsindustrie hat gesamtwirtschaftliches Gewicht. Sie macht 14% der gesamten Industrieproduktion aus und beschäftigt direkt 51 Mio. Mitarbeiter. Weitere 68 Mio. Personen in Haushalten und Kleinstbetrieben arbeiten den Industriefirmen zu. Weil die gesamte Volkswirtschaft pro Jahr etwa 12 Mio. zusätzliche Arbeitsplätze schaffen muss, hat die Regierung die Textilindustrie als einen Beschäftigungsmotor auserwählt. Indien verfüge gegenüber dem Textilgiganten VR China über Lohnkostenvorteile.
 
Die Verfügbarkeit von Naturstoffen wie Baumwolle, Jute und Seide bezeichnen Fachleute als weiteren Vorteil der Textilbranche, die auf eine lange Tradition bei der Verarbeitung zurückblicken kann. Indien ist inzwischen sogar der weltweit größte Produzent von Baumwolle. Im Erntejahr 2016/17 (1.4. bis 31.3.) dürften schätzungsweise 5,9 Mio. Tonnen (t) eingefahren werden.

Die Baumwolle wird im Inland zu Garnen und Stoffen weiterverarbeitet. Zur Fertigung von Garnen stehen 61 Mio. Spindeln (gemessen in Spindeläquivalenten) zur Verfügung. Sie spannen 2015/16 ungefähr 5,7 Mio. t an Garnen, davon 4,1 Mio. t aus Baumwollfasern. Die Fertigung von Baumwolltuchen lag bei 38 Mrd. Quadratmetern, die hauptsächlich dezentrale Webereien mit einfachen mechanischen Webstühlen anfertigen. Der weltweite Trend bei Bekleidung geht allerdings zu Kunstfasern. Um deren inländische Produktion zu schützen, erhebt das Finanzministerium darauf Zölle.
 
Textilindustrie mit eigenem Ministerium und vielen Förderprogrammen
Das Ministry of Textiles fördert die Industrie über mehrere Programme, welche die technische Modernisierung, den Aufbau von Industrieparks, die Qualifizierung und Ausbildung sowie die Vermarktung bezuschussen. Bekleidungsbetriebe können sich sogar gezahlte Zölle und Gebühren zurückerstatten lassen. Das Budget des Textilministeriums für diesen Zweck wurde im Finanzjahr 2017/18 noch einmal erheblich aufgestockt.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie möchte nicht nur im Inland punkten, auch international will sie endlich eine größere Rolle einnehmen. Das Ministry of Textiles hatte in einem Fünfjahresplan eine Ausweitung der Exporte bis zum Finanzjahr 2016/17 auf 64 Mrd. US$ angestrebt. Dieses Ziel wurde noch nicht erreicht, im Jahr 2015/16 lagen die Ausfuhren von Textilien und Bekleidung bei 37,6 Mrd. $. Die Exporte von Textilien schrumpften sogar gegenüber dem Vorjahr.

Textil- und Bekleidungsindustrie in Indien (Finanzjahre von April bis März)
  2014/15 2015/16
Exporte von Textilien in Mrd. $ 21,7 20,6
Einfuhren von Textilien in Mrd. $ 5,5 5,4
Exporte von Bekleidung in Mrd. $ 16,8 17,0
Einfuhren von Bekleidung in Mrd. $ 0,5 0,6
Veränderung der Produktion von Textilien (in %) 3,7 2,2
Veränderung der Produktion von Bekleidung (in %) 0,2 14,7

Quellen: Ministry of Textiles, Ministry of Statistics and Programme Implementation

Die lokale Bekleidungsindustrie verfügt mit einem großen und wachsenden Binnenabsatzmarkt über gute Entwicklungschancen. Der Einzelhandel verkaufte 2016 nach Branchenschätzung Bekleidung im Wert von ungefähr 45 Mrd. $. Der weltweit fünftgrößte Markt dürfte nach Ansicht von Experten mittelfristig deutlich über 10% jährlich zulegen. Der Nachholbedarf der 1,3 Mrd. Einwohner ist noch lange nicht gedeckt. Der Handel importiert internationale Markenwaren vornehmlich aus China und Bangladesch. Standardartikel und Sonderanfertigungen näht die lokale Industrie.    

Bekleidungsbranche mit Chancen und Problemen
Billige Löhne sind ein Standortvorteil. Sie unterscheiden sich innerhalb des Subkontinents allerdings stark. Die gesetzlichen Mindestlohnregeln differieren zwischen den 29 Bundesstaaten. Außerdem werden Alter, Betriebszugehörigkeit und Fähigkeiten einer Person zur Berechnung des Mindestlohnes herangezogen.

Aufgrund der steigenden Produktionskosten in China wandern arbeitsintensive Fertigungen an günstigere Standorte. Dabei spielen nicht nur die Arbeitskosten eine Rolle. Das komplexe Arbeitsrecht schränkt die Effizienz der Arbeitsmärkte in Indien stark ein. Investoren beurteilen das Arbeitsrecht, die Logistik und die Struktur von Lieferketten als schwierig. Die Weltbank stellte 2016 in ihrer Studie "Stitches to Riches" (siehe https://www.openknowledge.worldbank.org/handle/10986/23961) fest, dass Bangladesch, Indonesien, Kambodscha und Vietnam, den Wettbewerber Indien in den Punkten Qualität, Lieferzeiten, Verlässlichkeit und nachhaltiger sozialer Verantwortung übertreffen.

Indien fehlen zudem Freihandelsabkommen (FTA), die den Zugang zu internationalen Märkten erleichtern und verlässlich regeln. Die Europäische Union und Indien verhandeln beispielsweis seit zehn Jahren mit längeren Unterbrechungen über ein umfassendes FTA.

Fragmentierte Branchenstruktur mit internationalen Champions
Angaben über die Zahl der Betriebe, ihre Größenklassen und Investitionsvolumina sind nicht verfügbar. Kleinere Textilbetriebe und -händler sind teilweise nicht angemeldet und zahlen keine Steuern. Mittlere Firmen seien wiederum sehr flexibel, anderseits müssen sie mechanisieren, automatisieren und technisch aufrüsten, um überleben zu können.
Größere Unternehmen blicken auf eine langjährige Tradition zurück und haben sich zu international vernetzten Konzernen entwickelt. Nach Angaben des indischen Finanzdienstes Moneycontrol sind die drei größten Aktiengesellschaften in der Bekleidungsindustrie: KPR Mills (letzter Nettoumsatz umgerechnet circa 300 Mio. $), Page Industries (270 Mio. $) und Gokaldas Exports (170 Mio. $); im Textilsektor allgemein: Bombay Rayon (rund 640 Mio. $), Sutlej Textiles (350 Mio. $), SEL Manufacturing (300 Mio. $), Mandhana Industries (250 Mio. $); Wirk- und Strickwaren: Nahar Industrial Enterprises (270 Mio. $), Rupa (160 Mio. $); Baumwollspinnen: Vardhman Textiles (860 Mio. $), Trident (560 Mio. $), Indo Count (310 Mio. $); Spinnen von synthetischen Fasern: RSWM (450 Mio. $), Indorama (390 Mio. $), Sangam (230 Mio. $); Weben und andere Prozesse: Alok Industries (1,8 Mrd. $), Welspun (750 Mio. $), Garden Silk (370 Mio. $); sonstige Schwerpunkte: Arvind (830 Mio. $), Nahar Spinning (310 Mio. $), JBF Industries (550 Mio. $), Bombay Dyeing (280 Mio. $).

Ausländische Textilfirmen investieren und erkunden
Die Regierung wirbt mit ihrer Kampagne "Make in India" im Textilsektor für ausländische Direktinvestitionen. Firmengründungen sind zu 100% in ausländischer Hand möglich (siehe http://www.makeinindia.com/sector/textiles-and-garments). Der Sektor zog von 2000 bis 2016 bereits 2,4 Mrd. $ an FDI an.

Ausländische Firmen können die Märkte auf verschiedenen Fachmessen erkunden. DasTextilministerium möchte die "Textiles India", die im Juni 2017 in Gandhinagar (Bundesstaat Gujarat) stattfand, zu einem Megaevent ausbauen (https://www.textilesindia2017.com). Die internationale Bekleidungsbranche traf sich gleichzeitig auf der "India International Garment Fair" (http://www.indiaapparelfair.com).
Die "National Garment Fair" findet vom 10.7. bis 12.7.17 in Mumbai statt (http://cmai.fingoh.com/event/65th-national-garment-fair-1/Registration). Und die Messe Frankfurt richtet die "Techtextil India" vom 13.9. bis 15.9.17 in Mumbai aus. Hier können deutsche Aussteller an einem Gemeinschaftsstand teilnehmen (http://www.auma.de/de/messedatenbank/seiten/messedetailseite.aspx?tf=135499).

Internetadressen
Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
Germany Trade & Invest http://www.gtai.de/Indien Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft
AHK Indien http://www.indien.ahk.de Anlaufstelle für deutsche Unternehmen
Ministry of Textiles http://www.texmin.nic.in Ministerium
Office of Textile Commissioner http://www.txcindia.gov.in Behörde
Confederation of Indian Textile Industry http://www.citiindia.com Textilindustrieverband
Textile Association India http://www.textileassociationindia.org Textilindustrieverband
The Clothing Manufacturers of India http://www.cmai.in Bekleidungsindustrieverband

 

Weitere Informationen:
Indien Förderprogramm Konjunktur
Quelle:

Thomas Hundt, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Österreichs Textilindustrie © Gerald B. / pixelio.de
18.07.2017

ÖSTERREICHS TEXTILINDUSTRIE ERWARTET MODERATEN AUFSCHWUNG

  • Branche lebt vom Export
  • Deutliches Umsatzplus bei technischen Textilien

Bonn (GTAI) - Der Umsatz der österreichischen Textilindustrie ist 2016 um rund 1% auf 1,4 Mrd. Euro gefallen. Über 70% ihrer Erlöse erwirtschaftet die Branche im Export. Nachdem in den vergangenen 20 Jahren rund die Hälfte aller Arbeitsplätze verloren ging, hat sich die Textilindustrie mittlerweile auf dem jetzigen Niveau stabilisiert. Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich der technischen Textilien.

  • Branche lebt vom Export
  • Deutliches Umsatzplus bei technischen Textilien

Bonn (GTAI) - Der Umsatz der österreichischen Textilindustrie ist 2016 um rund 1% auf 1,4 Mrd. Euro gefallen. Über 70% ihrer Erlöse erwirtschaftet die Branche im Export. Nachdem in den vergangenen 20 Jahren rund die Hälfte aller Arbeitsplätze verloren ging, hat sich die Textilindustrie mittlerweile auf dem jetzigen Niveau stabilisiert. Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich der technischen Textilien.

Österreichs Textilindustrie verzeichnete 2016 nach zwei sehr positiven Wirtschaftsjahren ein Produktions- und Umsatzminus von jeweils 1%. Die Erlöse sanken damit auf 1,4 Mrd. Euro. Wie ein aktueller Branchenbericht der UniCredit Bank Austria zeigt, fehlten der Branche vor allem die Inlandsaufträge, die 2016 mit einem Plus der Auslandsumsätze von 3,5% nur zum Teil ausgeglichen werden konnten. Trotz der leichten Rückwärtsentwicklung im Jahr 2016 lassen die Ergebnisse der letzten drei Jahre den Schluss zu, dass sich die Branchenentwicklung stabilisiert hat.   

"Die Restrukturierung der heimischen Textilindustrie, die in den letzten zwei Jahrzehnten eine Reduktion der Arbeitsplätze um rund die Hälfte zur Folge hatte, dürfte ihren Höhepunkt hinter sich haben. Zwar kann ein weiterer moderater Kapazitätsabbau nicht ausgeschlossen werden, allerdings beweist die heimische Textilindustrie ihre Konkurrenzfähigkeit, indem es ihr schon seit Jahren gelingt, den Rückgang der Inlandsnachfrage - vor allem aufgrund der Erosion der Bekleidungsindustrie - mit höheren Auslandsumsätzen auszugleichen", so das Fazit des UniCredit Bank Austria Ökonom Günter Wolf.

Konjunkturerholung für Textilfabrikanten in Sicht

Die Branchenkonjunktur hat sich nach einem negativen Jahresbeginn im 1. Quartal 2017 stabilisiert und sollte im weiteren Jahresverlauf noch an Schwung gewinnen. Hintergrund des erwarteten Aufschwungs sind die höheren Wirtschaftswachstumsraten in wichtigen west- und osteuropäischen Märkten, vor allem in Frankreich, Polen, Ungarn und Tschechien, die das Ziel von knapp 20% der heimischen Textilausfuhren sind. Damit kann die fehlende Nachfragedynamik in Deutschland, dem wichtigsten Einzelmarkt für österreichische Textilien mit einem Exportanteil von 28%, kompensiert werden. Der Auslandsumsatz der Branche ist im 1. Quartal 2017 um rund 5% gestiegen. Hingegen kann die Textilindustrie in Österreich selbst keine Wachstumsimpulse erwarten, wie der Rückgang des Inlandsumsatzes von 6% bis März 2017 bereits andeutete. Ein Produktionsplus in der Textilindustrie im niedrigen einstelligen Bereich ist 2017 aber trotzdem möglich.

Technische Textilien halten die Industrie am Leben

Laut Wolf stützt sich das Wachstum der Textilindustrie 2017 einmal mehr auf die Nachfrage nach Textilien für technische Anwendungen. Mit den Produkten wurde schon 2016 entgegen dem Branchentrend ein Umsatzplus von 1% erzielt, das sich in den ersten zwei Monaten 2017 laut vorläufigen Daten auf beachtliche +13% beschleunigte. Hingegen setzt sich 2017 der zum Teil hohe Umsatzrückgang der Webereien, der Textilveredler und der Hersteller von Strickstoffen fort. Das Minus bei den Spinnereien von 5% im Jahr 2016 hat sich zumindest verringert.

Die Auslandsumsätze tragen in der Textilindustrie 71% zum Gesamtumsatz bei und damit weit mehr als im Durchschnitt der gesamten Industrie mit 59%. Bank Austria Ökonom Wolf: "Österreichs Textilindustrie sichert sich mit den Exporterfolgen langfristig das wirtschaftliche Überleben. Die Grundlage dafür war die umfassende Restrukturierung und die damit einhergehende Stärkung  der Konkurrenzfähigkeit der Branche." Der Auslandsumsatz der Branche ist im Zeitraum 2009 bis 2016 um insgesamt 24% auf rund 1 Mrd. Euro gestiegen, womit die Absatzeinbußen im Inland von 8% mehr als ausgeglichen wurden.

Der Erfolg der heimischen Textilhersteller beruht laut Bank Austria grundsätzlich auf der Produktivitätsverbesserung und Konzentration auf qualitativ hochwertige Produkte. Wirtschaftlich überleben können die Textilhersteller in Österreich nur in innovativen Nischenbereichen. Mit einer Wertschöpfung von 60.000 Euro pro Beschäftigtem, im Vergleich zu 39.000 Euro im EU-Schnitt, liegt die Branche im europäischen Spitzenfeld.

Internetadresse
Branchenanalysen der Bank Austria
Internet:
https://www.bankaustria.at/boersen-und-research-analysen-und-research-oesterreich-wirtschaftsanalysen-und-studien.jsp

 

Koreanischer Sportbekleidungsmarkt mit überdurchschnittlichem Wachstum © Kunstzirkus/pixelio.de
13.06.2017

KOREANISCHER SPORTBEKLEIDUNGSMARKT MIT ÜBERDURCHSCHNITTLICHEM WACHSTUM

  • Internationale Firmen expandieren
  • Markenbewusstsein kurbelt Konsum an

Seoul (GTAI) - Während der Konsum in Korea (Rep.) zwar übergreifend schwächelt, zeigen dennoch einige Segmente relativ hohe Wachstumsraten. Die Verkäufe von Sportbekleidung entwickelten sich in den vergangenen Jahren stabil nach oben und dürften auch künftig ansteigen. Große Sportevents und die Begeisterung der Koreaner für Prestigeartikel kurbeln das Segment an, wovon auch internationale Firmen profitieren. Der Markt für Outdoorbekleidung hingegen hat seinen Höhepunkt bereits überschritten.

  • Internationale Firmen expandieren
  • Markenbewusstsein kurbelt Konsum an

Seoul (GTAI) - Während der Konsum in Korea (Rep.) zwar übergreifend schwächelt, zeigen dennoch einige Segmente relativ hohe Wachstumsraten. Die Verkäufe von Sportbekleidung entwickelten sich in den vergangenen Jahren stabil nach oben und dürften auch künftig ansteigen. Große Sportevents und die Begeisterung der Koreaner für Prestigeartikel kurbeln das Segment an, wovon auch internationale Firmen profitieren. Der Markt für Outdoorbekleidung hingegen hat seinen Höhepunkt bereits überschritten.

Der Markt für Sportbekleidung in Korea (Rep.) entwickelt sich dynamisch. Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts Samsung Design Net erreichte das Segment Premium-Sportswear 2016 ein Wachstum von 4,8% auf 6,6 Bill. Won (circa 5,1 Mrd. Euro; 1 Euro = rund 1.284 Won; im Jahresdurchschnitt 2016). Aufgrund dieser positiven Entwicklung drängen immer mehr internationale Firmen auf den koreanischen Markt und werden damit das Warensortiment für die lokale Kundschaft ausweiten. Bisher lief ein Großteil der Bestellungen über internationale Shopping-Portale ab. Künftig wird die lokale Präsenz an Bedeutung gewinnen.

Internationale Firmen drängen auf den Markt

So startete der amerikanische Hersteller Under Armour 2017 den Direktvertrieb mit einem ersten eigenen Geschäft in Korea (Rep.). Im Januar eröffnete das Unternehmen seinen nach der Dependance in Shanghai weltweit zweitgrößten Shop im Nobelstadtteil Gangnam in Seoul. Bisher hatte Under Armour seinen Vertrieb größtenteils über kleinere Geschäfte in Partnerschaft mit einem koreanischen Einzelhändler betrieben. Aus diesem Grund sollen noch im Jahresverlauf 2017 vier weitere eigene Flaggschiff-Geschäfte sowie zahlreiche "Shop-in-Shops" implementiert werden.

Aber auch andere Branchenfirmen zieht es auf den koreanischen Markt wie etwa Lululemon Athletica - ein kanadisches Unternehmen, das auf Bekleidung für Yoga spezialisiert ist. Lululemon eröffnete seine erste asiatische Filiale in Seoul im Jahr 2016. Mittlerweile wurde bereits ein zweiter Ableger ebenfalls in Seoul eröffnet, ein drittes Geschäft soll im Jahresverlauf 2017 folgen.

Deutsche Firmen gut positioniert

Das deutsche Unternehmen Adidas konnte in der Vergangenheit ebenfalls sehr gute Ergebnisse auf dem koreanischen Markt erwirtschaften. Trotz einer schleppenden Konjunktur und eines schwachen Konsums stieg der Firmenumsatz in Korea (Rep.) im Jahr 2016 um rund 15%. Auch für 2017 rechnet Adidas Presseangaben zufolge mit einem Absatzplus von etwa 10%.

Nach Einschätzung von Eddie Nixon, dem Geschäftsführer von Adidas Korea, in der Tageszeitung "Korea Times" war das Wachstum 2016 unter anderem auf eine hohe Nachfrage bei jungen Konsumenten, Kindern und Streetwear zurückzuführen. Adidas setzt 2016 rund 1 Bill. Won in fast 800 Geschäften um. Die meisten davon werden auf Franchise-Basis geführt. Für den koreanischen Markt spricht demzufolge, dass die Bevölkerung im Vergleich zu anderen asiatischen Länder aktiver und fitness-orientierter ist.

Puma wiederum setzt in Korea (Rep.) neben Fußballartikeln auf die weibliche Kundschaft, die für etwa 55% der Umsätze verantwortlich zeichnet. Nach Einschätzung von Puma-CEO Rasmus Holm im "Korea Herald" soll dieser Prozentsatz künftig sogar noch steigen, da der Markt für Sportbekleidung zunehmend modebewusst wird. Auch der Einfluss der Unterhaltungsindustrie auf das Segment steige zusehends, weshalb Puma im Marketingbereich mit K-Pop-Stars zusammenarbeitet.

Auch nach Ansicht von Holm ist der Markt für Sportbekleidung in Korea (Rep.) in einer Wachstumsphase. Puma wird kurzfristig vorwiegend auf die Optimierung seiner bisherigen Shops setzen. Künftig ist auch eine Ausweitung der Geschäfte anvisiert, wobei jedoch keine Zahlen oder Zeitpläne genannt wurden. Allerdings ist der koreanische Markt nicht einfach. Das Umfeld und der Wettbewerb seien hochkompetitiv. Neben zahlreichen internationalen Branchenfirmen seien auch lokale Wettbewerber gut aufgestellt.

"Korean Wave" als Standortfaktor

Firmenvertreter nennen auch die Strahlwirkung von Korea (Rep.) auf andere Länder Asiens im Zuge des sogenannten "Hallyhu" - der "Korean Wave" von TV-Serien, Musik und Mode als wichtigen Standortfaktor. Zahlreiche andere Konsumenten in der Region orientieren sich an den Entwicklungen in Korea (Rep.); das Land gilt als internationaler Trendsetter im kulturellen Segment. Moden und Marken, die hier erfolgreich sind, verbreiten sich häufig mit zeitlicher Verzögerung in ganz Asien.

Positiv dürfte sich auf den lokalen Sportartikel- und -bekleidungsmarkt ebenfalls auswirken, dass Korea (Rep.) innerhalb von nur zehn Monaten zwei große Sportereignisse von globaler Bedeutung austrägt. Im Mai und Juni 2017 findet in sechs Städten des Landes die FIFA U20-Fussballweltmeisterschaft statt unter anderem mit Beteiligung der deutschen Mannschaft. Dort können Hersteller ihre Produkte einem weltweiten Publikum vorstellen ebenso wie bei den olympischen Winterspielen, die vom 9. bis 25. Februar 2018 in Pyeongchang ausgetragen werden.

Boom bei Outdoor-Bekleidung verpufft

Kritischer äußert sich der Textilverband KOFOTI (Korea Federation of Textile Industries) zu den Perspektiven des Sektors und prognostiziert für 2017 rückläufige Absätze. Allerdings dürfte dies unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass der koreanische Markt für Outdoor-Bekleidung nach einer Boomphase Anfang des Jahrzehnts nun stark rückläufige Raten aufweist. Bis 2014 erreichte der Absatz von Outdoorbekleidung zweistellige Wachstumsraten von zum Teil mehr als 30%.

Der Markt wurde angetrieben durch ein zunehmendes Freizeitbewusstsein und eine große Leidenschaft der koreanischen Bevölkerung für Wanderungen. Die Zahl der Branchenunternehmen nahm zwischen 2005 und 2012 sprunghaft von 30 Marken auf etwa 170 zu. Seit 2012 gingen die Zuwachsraten jedoch sukzessive zurück, Schätzungen zufolge stagnierte der Markt 2015 bei einem Volumen von 7,4 Bill. Won, einige Branchenfirmen mussten bereits hohe Umsatzverluste im zweistelligen Bereich hinnehmen.

Für 2016 gibt es noch keine konkreten Zahlen für den Gesamtmarkt, doch deuten verschiedene Indikatoren auf rückläufige Umsätze hin. So sanken die Importe von Bergschuhen 2016 um 41,5%, die Einfuhren von Kleidung aus Filz, Flies und PVC um 21,7% sowie die von Anoraks und Windjacken für Männer um 5,4%. Medienberichten zufolge ziehen sich angesichts der Marktsättigung bereits einige Firmen aus diesem Segment zurück. Andere orientieren sich um in Richtung expandierender Bereiche wie Fitness- und Laufsportaccessoires sowie Yoga- und Golfbekleidung.

Weitere Informationen:
Korea Sportbekleidung Outdoor
Quelle:

Alexander Hirschle, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Schlafen als Lifestyle aud der HEIMTEXTIL 2017 © Messe Frankfurt Exhibition GmbH
17.01.2017

HEIMTEXTIL ENDET MIT BESUCHER- UND AUSSTELLERPLUS

  • Matchmaking auf der Messe: Aussteller und Besucher heben die Qualität der geknüpften Geschäftsbeziehungen hervor
  • Prominente Gäste und Star-Designer gehen auf textile Entdeckungsreise

Inspirierend, haptisch und ganz nah an der Branche: Die Heimtextil endete am vergangenen Freitag nach vier erfolgreichen Messetagen in Frankfurt am Main. Trotz Schnee, Eis und Sturm vor allem am ersten und letzten Messetag besuchten fast 70.000 Fachbesucher (2016: 68.277) aus aller Welt die Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien und überzeugten sich von der Qualität und Vielfalt der ausgestellten Produkte sowie den Trends der neuen Saison. Dabei kam das Wachstum insbesondere aus Brasilien, China, Großbritannien, Italien, Japan, Russland, den USA sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten.

  • Matchmaking auf der Messe: Aussteller und Besucher heben die Qualität der geknüpften Geschäftsbeziehungen hervor
  • Prominente Gäste und Star-Designer gehen auf textile Entdeckungsreise

Inspirierend, haptisch und ganz nah an der Branche: Die Heimtextil endete am vergangenen Freitag nach vier erfolgreichen Messetagen in Frankfurt am Main. Trotz Schnee, Eis und Sturm vor allem am ersten und letzten Messetag besuchten fast 70.000 Fachbesucher (2016: 68.277) aus aller Welt die Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien und überzeugten sich von der Qualität und Vielfalt der ausgestellten Produkte sowie den Trends der neuen Saison. Dabei kam das Wachstum insbesondere aus Brasilien, China, Großbritannien, Italien, Japan, Russland, den USA sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die insgesamt 2.963 Aussteller aus 67 Ländern (2016: 2.864) präsentierten auf 20 Hallenebenen ihre textilen Neuheiten und Designs und zeigten sich mit den Ordertätigkeiten und Geschäftskontakten zum Saisonstart äußerst zufrieden.

Auch Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, zieht zum Messeschluss positive Bilanz: „Die Zahlen sprechen für sich: Die Heimtextil wächst 2017 erneut auf Besucher- und Ausstellerseite. Aber es geht schon lange nicht mehr nur um Quantität. Ganz besonders freue ich mich über die hohe Qualität der ausgestellten Produkte sowie die Intensität der Gespräche zwischen Einkäufern und Ausstellern. Frankfurt ist der internationale Treffpunkt und das textile Herz der Interior-Branche.“

Ebenfalls positiv: Insgesamt wurde die Branchenkonjunktur von den Besuchern der Heimtextil in diesem Jahr noch besser eingeschätzt als im Vorjahr. Insbesondere Besucher aus Deutschland beurteilen die aktuelle Situation als gut (40 Prozent).  „Wir sind zum richtigen Zeitpunkt zur Heimtextil zurückgekehrt: In den vergangenen Tagen haben wir erfolgreich unser neues Profil und die neue Produktausrichtung positioniert“, sagt Andreas Klenk, Geschäftsführer Saum & Viebahn. „Das Feedback unserer Besucher war durchweg positiv und wir konnten sowohl Exportkontakte als auch inländische Kontakte knüpfen. Wir gehen mit einem sehr guten Gefühl von dieser Heimtextil und freuen uns, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.“

Textildesign: Das Auge fühlt mit

Es ist nicht nur Haptik, die über die Attraktivität von Stoffen entscheidet – das zeigte sich auch an dem großen Interesse an Textildesign zur Heimtextil. Die bunten Stoffe und vielfältigen Designs von namhaften Designern aber auch Nachwuchstalenten standen hoch im Kurs und zogen viel Interesse auf sich: „Die Heimtextil ist für mich als Designer äußerst interessant, zumal ich mir sehr gut vorstellen kann, neben Tapeten künftig auch Bettwäsche, Kissen und andere Heimtextilien zu kreieren“, sagt Star-Designer Michael Michalsky, der auf der Messe seine neue Tapetenkollektion vorstellte. „Auf der weltweiten Leitmesse sind alle Mitbewerber sehr konzentriert präsent. Hier kann ich unmittelbar erleben, wie die Vermarktung der Produkte läuft und erhalte direktes Feedback auf meine Neuheiten.“ Nicht nur Designer zeigten großes Interesse an dem weltweit einmaligen Designangebot der Heimtextil. Ausstellende Unternehmen nutzten den kreativen Hotspot, um neue Entwürfe für ihre kommenden Kollektionen zu erwerben.

Eva Padberg, Harald Glööckler und Michael Michalsky

Die Begeisterung für schöne und hochwertige Textilien verbindet nicht nur die Fachbesucher der Heimtextil, sondern auch zahlreiche prominente Gäste. Topmodel Eva Padberg sprach zur Eröffnung der Heimtextil mit Detlef Braun über die Trends der kommenden Saison, das Interesse der Endverbraucher an Nachhaltigkeit und Gemeinsamkeiten von Mode und Interior Design. Im Anschluss nutzte sie die Gelegenheit für einen Rundgang durch das Trendareal Theme Park und über die Messe.

Treffpunkt der Stars bildete am ersten Messetag weiterhin der Stand der Marburger Tapetenfabrik: Harald Glööckler stellte seine neue Kollektion „Glööckler Imperial“ vor, die durch ihre gewohnte Opulenz die unverkennbare Handschrift des Designers trug. Für musikalische Begleitung und gute Stimmung sorgten Sängerin Dynelle Rhodes von den Weather Girls sowie der Frankfurter Radiomoderator und DJ Felix Moese. Auch Designer Michael Michalsky stellte seine neue Kollektion in Kooperation mit A.S. Création Tapeten persönlich auf der Heimtextil vor.

Trend geht zu mehr Stofflichkeit

Schluss mit nackten Wänden und kahlen Fußböden: Heimtextilien feiern ihr Comeback in privaten Haushalten. Gardinen, Teppiche und Dekokissen schmücken die heimischen vier Wände und verleihen ihnen eine persönliche Note. „Auch wir können den Trend zu mehr Stofflichkeit bestätigen. Neben unseren Tapetenneuheiten haben wir gerade bei unseren Stoffkollektionen ein gestiegenes Besucherinteresse erfahren“, sagt Andreas Zimmermann, Geschäftsleitung Zimmer+Rohde. Der Trend beflügelt das Orderverhalten auf der Heimtextil: „Das Niveau der Besucher war äußerst hoch: Wir haben sehr hochwertige, gute internationale Einkäufer angetroffen und exzellente potenzielle Neukunden. Daher sind wir sehr zufrieden mit unserem Auftritt auf der Heimtextil.“

Schlafen als Lifestyle

Nach Ernährung und Fitness wird Schlafen eines der kommenen Lifestyle-Themen. Davon zeugten auch etliche Innovationen innerhalb des Produktbereiches Bett. So zeigte Mediflow aus Hamburg eine verbesserte Version des Wasserkissens mit hundertprozentiger Anpassung in Härte und Stützwirkung. Robert Kocher, Mediflow-Europageschäftsführer: „Wir hatten dieses Jahr viele Neukunden bei uns auf dem Stand, die von uns gehört hatten und sich über unsere Produkte informieren wollten oder sogar direkt orderten. Die Besucher kamen vor allem aus dem mittleren Osten, China, dem osteuropäischen Raum und Skandinavien. Außerdem hatten wir intensive Gespräche mit US- und deutschen Kunden. Das ist auch die große Stärke der Heimtextil. Hier schüttelt man der ganzen Welt die Hände. Dabei geht es nicht nur um den Verkauf, sondern auch um Kommunikation und den Aufbau von Beziehungen oder einfach direktes Feedback zu unseren Produkten.“ - Auf dem  Stand der Schlafkampagne konnten sich sowohl Besucher als auch Aussteller über die vier Einflüsse auf den Schlaf informieren. Auf das Thema Schlafen wird die Heimtextil auch in den kommenden Jahren einen Fokus setzen.

Die nächste Heimtextil, internationale Fachmesse für Wohn- und Objekttextilien, findet vom 9. bis 12. Januar 2018 in Frankfurt am Main statt.
 

Japans Maschinenbauer trotzen der Konkurrenz © mg-projects.at / pixelio.de
04.10.2016

BRANCHE KOMPAKT: JAPANS MASCHINENBAUER TROTZEN DER KONKURRENZ

Große Unternehmen haben das Ausland und die Digitalisierung im Visier

Tokio (GTAI) - Japans Maschinen- und Anlagenbauer rechnen wieder mit wachsenden Aufträgen. Eine Steigerung wird vor allem für das Auslandsgeschäft erwartet. Die leichte Geschäftsflaute von 2015 hatten sie kommen sehen. Allerdings gab es Ausnahmen beispielsweise die Robotertechnik. Die großen Firmen haben starkes Interesse am Thema Industrie 4.0. Dabei bieten sich Kooperationschancen für deutsche Unternehmen, auch auf Drittmärkten.

Der asiatische Raum bleibt oben auf der Agenda

Große Unternehmen haben das Ausland und die Digitalisierung im Visier

Tokio (GTAI) - Japans Maschinen- und Anlagenbauer rechnen wieder mit wachsenden Aufträgen. Eine Steigerung wird vor allem für das Auslandsgeschäft erwartet. Die leichte Geschäftsflaute von 2015 hatten sie kommen sehen. Allerdings gab es Ausnahmen beispielsweise die Robotertechnik. Die großen Firmen haben starkes Interesse am Thema Industrie 4.0. Dabei bieten sich Kooperationschancen für deutsche Unternehmen, auch auf Drittmärkten.

Der asiatische Raum bleibt oben auf der Agenda

Japans Konjunktur kommt nicht richtig in Schwung. Ein neues, im August geschürtes Stimuluspaket der Regierung soll für Aufschwung sorgen. Auf insgesamt 28,1 Bill Yen (rund 246,49 Mrd. Euro; Anfang September 2016: 1 Euro = 114 Yen) beläuft sich der "Schrittmacher", der zu etwa 25% direkt aus der Staatskasse finanziert wird. Die Investitionspläne der verarbeitenden Industrie sehen auch im Fiskaljahr 2016 (1.4. bis 31.3.) vielversprechend aus. Um 14,5% könnten sich diese gegenüber dem Vorjahr erhöhen, lautet das Ergebnis einer Umfrage der Development Bank of Japan (DBJ) vom Juli 2016.

Dies bestätigt eine Umfrage der Wirtschaftszeitung Nikkei mit 1.140 teilnehmenden Unternehmen. Diese wollen im Fiskaljahr 2016 zusammen Kapitalanlagen im Wert von 25,28 Bill. Yen tätigen. Das käme gegenüber den im Fiskaljahr 2015 vorgenommenen Investitionen einem Plus von 8,3% gleich. Wenn die Expansionspläne tatsächlich umgesetzt werden, wäre es das siebte Steigerungsjahr in Folge. Die Hersteller von Elektromaschinen verfolgen die ambitioniertesten Investitionspläne: 3,64 Bill. Yen, rund 9,4% mehr als im Vorjahr haben sie eingeplant.

Zwischenzeitlich mageres Auslandsgeschäft

Angaben des Branchenverbandes JSIM (Japan Society of Industrial Machinery Manufacturers) zufolge blieben die Bestelleingänge bei Industriemaschinen allerdings im Fiskaljahr 2015 hinter den Erwartungen zurück. Aufträge im Wert von knapp 5,50 Bill. Yen gingen ein. Das waren nahezu 10% weniger als noch im Vorjahr. Die Branchenexperten waren bereits im Vorfeld davon ausgegangen, dass insbesondere das Auslandsgeschäft nach dem außerordentlich erfolgreichen Jahr 2014 nachgibt. Für das Fiskaljahr 2016 erwarten die JSIM-Experten ein Plus von 4,6% auf 5,73 Bill. Yen.

Nicht mehr so positiv wie noch in den Vorjahren sieht die Lage im Werkzeugmaschinensegment aus. Laut Branchenverband JMTBA (Japan Machine Tool Builders´Association) waren die Auftragseingänge 2015 gegenüber dem Vorjahr um 11,4% rückläufig und erreichten rund 1,40 Bill. Yen. Dies wird mit Überkapazitäten im Ausland begründet. In der Tat waren es die Überseegeschäfte, die um 22,1% auf knapp 820 Mrd. Yen einbrachen, während im Inland noch ein Plus von 9,9% auf 579 Mrd. Yen registriert wurde. Mit Blick auf das 1. Quartal 2016 muss der Verband konstatieren, dass sich das Auslandsgeschäft noch nicht erholt hat. Um mehr als ein Viertel gingen die Bestellungen gegenüber der Vorjahresperiode zurück.

Der Inlandsmarkt gewinnt somit für Japans Maschinenbauer wieder an Bedeutung. Generell besteht bei lokalen Unternehmen ein Modernisierungsbedarf des teilweise veralteten Ausrüstungsbestands. Außerdem steht weiterhin der Wiederaufbau der Erdbebenregionen im Raum. Daneben gilt die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokyo als Quasigarant für Geschäftsaufträge aus dem Bausektor.

Bestelleingang nach Maschinenarten, Fiskaljahre 2014 bis 2016
(in Mrd. Yen, Veränderung in %)
  2014, total 1) 2015, total 2) 2016, total 3) 2016, domestic  2016, abroad Change 2016/15, total
Kesse, Turbinen 1.809 1.796 1.896 1.390 506 5,6
Bergbau 23 29 31 28 3 6,9
Chemie 4) 2.097 1.405 1.455 828 628 3,6
Tanks 30 47 56 26 30 18,7
Kunststoffverarbeitung 194 211 216 87 129 2,5
Pumpen 336 358 373 270 103 4,3
Konpressoren 267 267 274 136 138 2,5
Ventilatoren 28 28 30 25 5 8,6
Förderzeuge 355 400 433 282 150 8,3
Antriebstechnik 50 53 54 45 8 2,5
Metallverarbeitung 162 182 186 79 107 2,5
Sonstige 5) 725 703 725 535 189 3,1
Insgesamt 6.075 5.477 5.729 3.732 1.997 4,6

1) tatsächliche Ergebnisse; 2) vorläufig; 3) Prognose; 4) in Kategorie auch enthalten: Zellstoff- und Papiermaschinen, Kältemaschinen, Ausrüstungen zur Reinhaltung von Luft und Wasser; 5) unter anderem: Ausrüstungen zur Abfallbehandlung, Industriewaschmaschinen
Quelle: Japan Society of Industrial Machinery Manufacturers, Februar 2016

Eine hohe Bedeutung kommt für den Maschinen- und Anlagenbau in Japan dem Bereich der Umwelt- und Energietechnik zuteil. Auch wenn Reaktoren, die verschärfte Sicherheitsbestimmungen erfüllen, in den nächsten Jahren wieder ans Netz gehen dürften, werden erneuerbare Energien gepuscht werden. Darüber hinaus stehen intelligente Stromnetze (smart grids) im Fokus. Gerade in Feldern mit hoher Priorität, wie der Energie- und Umwelttechnik, punkten deutsche Anbieter mit innovativen Technologien und kundenspezifischen Lösungen.

Anknüpfungspunkte bei Industrie 4.0

Die Digitalisierung und damit Themen rund um die Industrie 4.0 beschäftigen die japanischen Maschinen- und Anlagenbauer mittlerweile intensiv. Im Juni 2015 wurde die "Industrial Value Chain Initiative (IVI)" ins Leben gerufen. Etwa 40 japanische Unternehmen gehören zu dieser Interessensgruppe - ebenso die deutschen Niederlassungen von Bosch und der Beckhoff Automation GmbH. Ende April 2016 unterzeichnete das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) mit dem japanischen Wirtschaftsministerium (Meti) ein Memorandum of Understanding (MoU) für gemeinsame Kooperationen in dem Bereich.
Maschinenhersteller aus dem Ausland sollten unter Kooperationsaspekten mit großem Geschäftsinteresse die internationalen Aktivitäten des japanischen Maschinen- und Anlagenbaus beobachten. Die japanischen, im Ausland erzielten Produktionsanteile sind nicht weit von der 40%-Marke entfernt, ermittelte Ende 2015 die Japan Bank for International Cooperation (JBIC). Daraus entstehen Chancen für Drittmarktgeschäfte, die nicht selten von den Mutterhäusern in Japan gesteuert werden.

Bei den Auslandsvorhaben steht die VR China nicht mehr so stark im Vordergrund wie bislang. Der Fokus richtet sich zunehmend auf die Asean-Staaten ("Association of Southeast Asian Nations"), wobei derzeit generell die Konjunkturentwicklung in den Schwellenländern kritisch beobachtet wird. Längerfristig steht Indien als Fertigungsstandort auf dem Plan.
Einzelne, große Unternehmen dominieren.

Vorläufigen Angaben des Branchenverbandes JMF (Japan Machinery Federation) zufolge stellten die japanischen Maschinenbauer im Fiskaljahr 2015 Industriemaschinen im Wert von rund 13,55 Bill. Yen her. Das waren 2% weniger als im Vorjahr. Von besonderer Bedeutung waren die Kategorien Kältemaschinen (1,98 Bill. Yen; 4,8%) sowie Ausrüstungen zur Herstellung von Halbleitern und Flachbildschirmen (1,61 Bill. Yen; 2,8%). Die Hersteller von Metallverarbeitungsmaschinen mussten einen Fertigungsrückgang gegenüber dem Vorjahr um 5,9% auf 1,18 Bill. Yen in Kauf nehmen. Wachstumsraten knapp über 10% werden seit einigen Jahren im Segment der Robotertechnik registriert.

Allgemein ist die Konzentration in den einzelnen Maschinensegmenten hoch. Nach Angaben des Yano-Wirtschaftsfor¬schungsinstituts entfielen beispielsweise im Fiskaljahr 2015 etwas mehr als zwei Drittel der NC-Fräsmaschinenerzeugung auf die drei Firmen Makino Milling, Okuma und OKK. Bei allgemeinen Metallbearbeitungsmaschinen kamen Amada, Kobe Steel und Kawasaki Hydromechanics (Tochterunternehmen von Kawasaki Steel) auf Marktanteile von etwa drei Vierteln. Andere wichtige Werkzeugmaschinenanbieter sind Yamazaki Mazak und Mori Seiki. Auch bei Bau-, Textil-, Verpackungs- oder Nahrungsmittelmaschinen beanspruchen die drei führenden Hersteller einen Anteil von wenigstens 60% der inländischen Produktion für sich.

Produktion nach ausgewählten Maschinen, Fiskaljahre 2014 bis 2016
(in Mrd. Yen, Veränderung in %)
  2014 1) 2015 2) 2016 3) Veränderung 2016/15
Kessel, Turbinen 1.433 1.193 1.127 1,9
Pumpen, Ventilatoren 440 486 498 2,5
Kompressoren 677 666 669 0,4
Förderzeuge 533 533 595 7,5
Robotertechnik 594 681 750 10,2
Antriebstechnik 419 413 418 1,2
Agrarmaschinen 456 444 422 -5,0
Metallverarbeitung 1.257 1.183 1.120 -5,4
Nahrungsmittelmaschinen 448 518 520 0,5
Kälzemaschinen 1.894 1.984 1.958 -1,3
Maschinen für die Produktion von Halbleitern und Flachbildschirmen 1.564 1.608 1.772 10,2
Maschinen insgesamt 13.838 13.554 13.784 1,7

1) tatsächliche Ergebnisse; 2) vorläufig; 3) Prognose
Quelle: Japan Machinery Federation (JMF), Juli 2016

Japan importiert teils aus eigener Auslandsfertigung

Die japanischen Importe von Maschinen und Ausrüstungen steigen weiter. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass ein Teil der Einfuhren auf die Auslandsfertigung lokaler Unternehmen zurückzuführen ist. Der größte Anteil an den Lieferungen aus dem Ausland entfällt auf die Kategorie Pumpen und Kompressoren. Auf der Basis von US$ erreichte diese Kategorie laut Comtrade-Datenbank der Vereinten Nationen 2015 rund 3,57 Mrd. US$. Das waren 6,5% weniger als im Vorjahr.

Etwas mehr als 30% der Lieferungen kamen aus der VR China; vermutlich zu nicht unerheblichem Anteil aus japanischer Produktion. Letzteres ist ebenfalls bei elektrischen Maschinen der Fall. Diese kamen laut Comtrade 2015 auf einen Importwert von etwas mehr als 55 Mrd. US$ (-8%). Mehr als ein Drittel davon entfiel auf die VR China; etwa ein Fünftel auf asiatische Schwellenländer. Deutschland fällt in der Einfuhrstatistik beispielsweise bei Werkzeug- sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen besonders auf.

Die japanischen Ausfuhren spielen trotz der Produktionsverlagerung ins Ausland weiterhin eine Rolle. Im Jahr 2016 dürften sie unter dem wieder erstarkten Yen leiden. Außerdem macht sich die Konjunkturflaute in den asiatischen Schwellenländern zunehmend bemerkbar.

Einfuhr von Maschinen nach Japan (in Mio. Yen)
HS Warenbezeichnung 2014 2015 Davon aus Deutschland  (2015)
8429 bis 30, 8474, 8479.10 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 41.275.5 48.946.3 4.699,8
8444 bis 49, 8451 bis 53 Textil- und Ledermaschinen 65.712.2 64.431.0 4.934,5
8439 bis 42, 8443.11 bis 19 Druck- und Papiermaschinen 43.089.1 43.239.5 15.835,5
8422.30 bis 40, 8437, 8438, 8479.20 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 38.155.9 49.887.9 11.197,5
8465, 8479.30 Holzbearbeitungsmaschinen 8.466.0 8.099.7 2.215,3
8477 Kunststoff- und Gummimaschinen 67.477.2 64.335.5 6.783,4
8413, 8414 Pumpen, Kompressoren 403.986.5 432.352.1 26.565,7
8425 bis 28 Fördertechnik 61.233.1 65.326.0 13.124,7
8456 bis 63 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 93.513.9 111.394.1 26.701,5

Quelle: Japanische Zollstatistik

 
Geschäftspraxis

Relevante Bestimmungen für den Maschinen- und Anlagenbau in Japan liefern die folgenden Institutionen: Japan Customs, das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI, ), das Center for Information on Security Trade Control, Japanese Standards Association, das Japanese Industrial Standards Committee, The Japan Accreditation Board for Conformity Assessment sowie die Japan External Trade Organization (JETRO). Die JETRO veröffentlichte im Februar 2010 den noch gültigen Bericht "Handbook for Industrial Products Import Regulations 2009", der die konkreten Einfuhrbestimmungen für einige Maschinenarten, vor allem für Werkzeug-, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, enthält.

Ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht stehen unter http://www.gtai.de/recht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen unter http://www.gtai.de/zoll zur Verfügung.

Internetadressen
Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
Germany Trade & Invest http://www.gtai.de/japan Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft
AHK Japan http://japan.ahk.de Anlaufstelle für deutsche Unternehmen
Minstry of Economy, Trade and Industry http://www.meti.go.jp verantwortlich für Strategie und Planung des Industriemaschinenbaus und verwandter Zweige
Japan Machinery Federation http://www.jmf.or.jp Maschinenbau-Dachverband
Japan Society of Industrial Machinery Manufacturers http://www.jsim.or.jp Herstellerverband für Industriemaschinen
Japan Machine Tool Builders' Association http://www.jmtba.or.jp Herstellerverband für Werkzeugmaschinen
JIMTOF/Japan International Machine Tool Fair Tokyo Big Sight      http://www.jimtof.org größte und wichtigste Werkzeugmaschinemesse (alle zwei Jahre; nächster Termin 17.11.bis 22.11.16)


Die Reihe "Branche kompakt" liefert Analysen zu wichtigen Schlüsselbranchen der deutschen Exportwirtschaft. Weitere Länderberichte zum Maschinen- und Anlagenbau und zu weiteren Branchen sind unter http://www.gtai.de/branche-kompakt zu finden.
Ansprechpartner für den Maschinenbau: Roland Lorenz; E-Mail: roland.lorenz@gtai.de

 

Türkischer Staat pusht lahmende Konjunktur © Bildpixel/ pixelio.de
06.09.2016

TÜRKISCHER STAAT PUSHT LAHMENDE KONJUNKTUR

  • Niedrige Zinsen Und Staatliche Förderungen Sollen Konsum Und Investitionen Antreiben
  • Weniger Firmengründungen Und Ausländische Direktinvestitionen

Istanbul (GTAI) - Nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15.7.16 will die türkische Regierung die Konjunktur stützen. Finanzielle Erleichterungen, staatliche Förderungen und eine Niedrigzinspolitik sollen Konsum und Investitionen stärken und die aufgekommene Verunsicherung in der Geschäftswelt beseitigen. Gleichzeitig soll die gesamtwirtschaftliche Sparquote erhöht und die Finanzierungsgrundlage für große Infrastrukturprojekte verbessert werden.

  • Niedrige Zinsen Und Staatliche Förderungen Sollen Konsum Und Investitionen Antreiben
  • Weniger Firmengründungen Und Ausländische Direktinvestitionen

Istanbul (GTAI) - Nach dem gescheiterten Putschversuch vom 15.7.16 will die türkische Regierung die Konjunktur stützen. Finanzielle Erleichterungen, staatliche Förderungen und eine Niedrigzinspolitik sollen Konsum und Investitionen stärken und die aufgekommene Verunsicherung in der Geschäftswelt beseitigen. Gleichzeitig soll die gesamtwirtschaftliche Sparquote erhöht und die Finanzierungsgrundlage für große Infrastrukturprojekte verbessert werden.

Das von der Regierung für 2016 angestrebte Wirtschaftswachstum von real 4,5% scheint inzwischen nicht mehr realistisch. Nach dem beeindruckenden Zuwachs von 4,8% im 1. Quartal 2016 rechnen auch Regierungsvertreter für den Rest des Jahres mit niedrigeren Zahlen, so dass für das Gesamtjahr ein Wachstum von etwa 3,0 bis 3,5% erzielt werden könnte.

Doch nicht nur der gescheiterte Putschversuch und die darauffolgenden innenpolitischen Verwerfungen beeinträchtigen die wirtschaftliche Entwicklung. Auch die in den vergangenen Monaten deutlich angestiegenen geopolitischen Risiken, die kriegerischen Auseinandersetzungen entlang der südöstlichen Grenze zu Syrien und Irak sowie die Bedrohung durch terroristische Anschläge drücken auf das Geschäftsklima.

Die Zahl der Firmengründungen geht bereits seit April 2016 zurück. Im Juli wurde mit einem Minus von über 34% gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres der vorläufige Tiefpunkt erreicht, wie die türkische Kammerunion TOBB (Türkiye Odalar ve Borsalar Birligi) bekannt gab.

Neugründung von Firmen
Monat 2015 2016

Änderung (%)

Januar 6.471 6.894 6,5
Februar 5.509 6.363 15,5
März 6.092 7.117 16,8
April 6.022 5.860 -2,7
Mai 5.635 5.422 -3,8
Juni 5.896 5.571 -5,5
Juli 4.760 4.760 -34,1
Januar bis Juli 40.385 40.363 -0,1

Quelle: Türkische Union der Industrie- und Handelskammern TOBB (http://www.tobb.org.tr)

"Maßgeschneiderte" staatliche Förderungen für Investoren

Trotz einer steigenden Inflation (Jahresanstieg der Verbraucherpreise Ende Juli 2016: 8,8%) senkt die türkische Zentralbank seit einigen Monaten in kleinen Schritten die Zinsen und sorgt für eine zunehmende Liquidität. Für Investoren plant die Regierung großzügige Subventionen. Die staatliche Investitionsförderung steht nach den Worten von Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci vor grundlegenden Änderungen. Geplant seien "unbegrenzte, maßgeschneiderte und projektbezogene" Förderungen für bestimmte Branchen, die über die bisherigen Anreize weit hinausgingen.

In diesem Zusammenhang nannte Zeybekci die Metallurgie, die Petrochemie, die Pharmaindustrie sowie die Medizintechnik, darüber hinaus die erneuerbaren Energien und moderne Agrartechnologien. Neben umfangreichen Steuererleichterungen sollen die geplanten staatlichen Hilfen auch die Subventionierung der Gehälter von hochqualifizierten Beschäftigten, die kostenlose Zuteilung von Grundstücken, Zinszuschüsse und Energiekostenzuschüsse umfassen. Damit sollen vor allem internationale Investoren gewonnen und Hochtechnologieprojekte unterstützt werden.

Ausländische Direktinvestitionen im 1. Halbjahr 2016 eingebrochen

Die ausländischen Direktinvestitionen gingen nach Angaben des türkischen Wirtschaftsministeriums im 1. Halbjahr 2016 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 55% zurück. Im Jahr 2015 flossen netto insgesamt 16,9 Mrd. US$ und im Jahr 2014 rund 12,5 Mrd. $ in die Türkei. Davon wurden 5,3 beziehungsweise 4,2 Mrd. $ in Immobilien investiert.

Ausländische Direktinvestitionen in der Türkei ohne Immobilien (in Mio. US$)
Sektor/Branche 1.Halbjahr 2015  1.Halbjahr 2016  Veränderung (in %)
Landwirtschaft   5   24 380
Industrie  2.710 866 -68
Bergbau 185 17 -91
Produzierendes Gewerbe 1.445 607 -58
Lebensmittel, Getränke, Tabakwaren   257 171 -33
Textil und Bekleidung   399 21 -95
Leder und Lederwaren  2 8 300
Holz und Holzprodukte 0 1 -
Papier und Papierprodukte 4 20 400
Koks und raffinierte Erdölprodukte 500 11 -98
Chemische und pharmazeutische Produkte 69 136 97
Kautschuk- und Kunststoffprodukte   21 54 157
Nichtmetallische Mineralprodukte  - 23 -
Metalle und Metallprodukte   36 24 -33
Maschinen und Anlagen  5 20 300
Elektronische und optische Produkte   46 98 113
Kraftfahrzeuge   90 8 -91
Möbel   16 12 -25
Elektrizität, Gas  1.078 242 -78
Wasser, Abwasser, Abfallentsorgung   2 0 -100
Dienstleistungen  2.066 1.274 -38
Insgesamt   4.781 2.164 -55

Quelle: Türkisches Wirtschaftsministerium (Ekonomi Bakanligi, http://www.ekonomi.gov.tr)

Staatlicher Fonds zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten gegründet

Von besonderer Bedeutung für die zukünftige Finanzierung von großen Infrastrukturprojekten, vor allem im Verkehrssektor, ist das Gesetz Nr. 6741 vom 19.8.16 zur Gründung des Türkei-Vermögensfonds (Türkiye Varlik Fonu - Sovereign Wealth Fund). Das Gesetz, das im Staatsanzeiger Nr. 29813 am 26.8.16 verkündet wurde, regelt den Aufbau und die Betriebsregeln des neuen Fonds, der anfänglich aus dem Staatshaushalt und Privatisierungserlösen gespeist werden soll und mit einem Gründungskapital von 50 Mio. TL startet. Das Gesetz sieht die Gründung einer Aktiengesellschaft vor, die für Investitionen, Beteiligungen und andere Engagements des Fonds zuständig sein wird. Die Finanzmarktoperationen des Fonds sind laut Artikel 8 des Gesetzes Nr. 6741 von Steuern und Abgaben weitgehend befreit.

Vom neuen Türkei-Fonds verspricht sich die Regierung wichtige Finanzierungsbeiträge für laufende und anstehende Großprojekte. Dazu zählen der dritte internationale Flughafen in Istanbul und der geplante "Kanal Istanbul", der parallel zum Bosporus verlaufen soll. Der Fonds soll nach Vorstellungen der Regierung über die kommenden zehn Jahre einen jährlichen Beitrag von 1,5 Prozentpunkten zum realen Wachstum des BIP leisten. Wirtschaftsminister Zeybekci erwartet über den Fonds langfristig die Kontrolle von Vermögenswerten von rund 200 Mrd. $.

Schulden beim Staat lassen sich in Ratenzahlungen begleichen

Unternehmen, die finanziell unter Druck stehen, sollen mit dem Gesetz Nr. 6736 zur Neustrukturierung von öffentlichen Forderungen vom 3.8.16 entlastet werden. Dieses wurde nach Veröffentlichung im Staatsanzeiger Nr. 29806 zum 19.8.16 in Kraft gesetzt. Mit diesem Gesetz erhalten Firmen und Personen, die Schulden beim Finanzamt oder bei Sozialversicherungseinrichtungen haben, die Möglichkeit, ihre offenen Forderungen samt Versäumniszuschlägen in Ratenzahlungen innerhalb von 18 Monaten zu begleichen. Auf Forderungen bis zu jeweils 50 TL (1 Euro = 3,31 TL) verzichtet der Staat gänzlich. Die Schuldentilgung von Tourismusunternehmen, die 2016 fällig sind, wird laut Gesetz um ein Jahr verschoben.

Private Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer soll Sparquote erhöhen

Um die landesweit niedrige Sparquote zu erhöhen, hat die türkische Regierung am 10.8.16 das Gesetz Nr. 6740 verabschiedet, das zum 1.1.17 in Kraft tritt (verkündet im Staatsanzeiger Nr. 29812 am 25.8.16). Mit diesem Gesetz zur Änderung des Gesetzes Nr. 4632 vom 28.3.01 über die freiwillige private Altersvorsorge werden zukünftig alle Arbeitnehmer im Alter von weniger als 45 Jahren und türkischer Staatsangehörigkeit "automatisch" in das System der privaten Altersvorsorge einbezogen. Allerdings haben die betroffenen Beschäftigten das Recht, innerhalb von zwei Monaten ab Einbeziehungsdatum ihren Verzicht zu erklären und aus dem System auszusteigen.

BREXIT: Italienische Wirtschaft ist eher wenig betroffen © Bernd Kasper/ pixelio.de
09.08.2016

BREXIT: ITALIENISCHE WIRTSCHAFT IST EHER WENIG BETROFFEN

  • Bankenkrise spitzt sich zu
  • Außenhandel eher wenig betroffen
  • Tourismusbranche blickt auf die Entwicklung der britischen Währung

Mailand (GTAI) - Italien gehört zu den europäischen Ländern, die von der Brexit-Entscheidung am wenigsten betroffen sind, geht aus einer Studie der Ratingagentur S&P hervor. Dennoch: Die daraus entstehenden Marktturbulenzen drohen, die fragile Erholung der italienischen Wirtschaft zu verlangsamen und die bereits angeschlagenen Banken in eine Krise zu führen. Das Vereinigte Königreich ist der viertwichtigste Absatzmarkt für italienische Waren, britische Touristen sind eine wichtige Einnahmequelle für den Tourismus.

  • Bankenkrise spitzt sich zu
  • Außenhandel eher wenig betroffen
  • Tourismusbranche blickt auf die Entwicklung der britischen Währung

Mailand (GTAI) - Italien gehört zu den europäischen Ländern, die von der Brexit-Entscheidung am wenigsten betroffen sind, geht aus einer Studie der Ratingagentur S&P hervor. Dennoch: Die daraus entstehenden Marktturbulenzen drohen, die fragile Erholung der italienischen Wirtschaft zu verlangsamen und die bereits angeschlagenen Banken in eine Krise zu führen. Das Vereinigte Königreich ist der viertwichtigste Absatzmarkt für italienische Waren, britische Touristen sind eine wichtige Einnahmequelle für den Tourismus.

Das Ergebnis des britischen Volksentscheids gefährdet die zarte Erholung der italienischen Konjunktur. Unternehmerverband Confindustria hat nach dem Ergebnis seine BIP-Wachstumsprognose für das Jahr 2016 von 1,4% auf 0,8% reduziert. Doch im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten ist Italien laut diversen Studien von dem Ausstieg des Vereinigten Königreiches aus der EU wenig direkt betroffen, die indirekten Folgen durch die Marktturbulenzen könnten jedoch gravierend sein.

In einer Untersuchung zur "Brexit-Empfindlichkeit" von 20 Ländern der Ratingagentur S&P kommt Italien auf den vorletzten Platz, vor Österreich. Die Studie analysiert die Brexit-Folgen in den Bereichen Export, Finanzen, Auslandsdirektinvestitionen und Migration. Die Gründe für Italiens Platzierung liegen auf der Hand: Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten sind die Exporte Italiens in das Vereinigte Königreich relativ gering. Hinzu kommt, dass der Finanzsektor "relativ italienisch" ist. Im europäischen Vergleich sind auch die ausländischen Direktinvestitionen in Italien gering, dies betrifft auch den Anteil der Investitionen aus dem Vereinigten Königreich in Italien.

Unter den italienischen Wirtschaftszweigen ist der Finanzsektor der S&P-Studie zufolge am stärksten vom Brexit betroffen. Volatile Märkte in Folge des Brexit sorgen für weitere Verunsicherung in der Branche, die unter anderem nach der langen Wirtschaftskrise unter faulen Krediten in ihren Bilanzen leidet. In den Tagen nach dem Ergebnis sind die Aktienpreise der italienischen Banken in die Tiefe gestürzt. Die italienische Regierung verhandelt mit der EU über eine neue Rettungsaktion.

Das Vereinigte Königreich ist ein wichtiger Handelspartner

Die Entscheidung der Briten könnte in einzelnen Sektoren auch negative Auswirkungen auf die italienische Exportwirtschaft haben. Nach Angaben des italienischen Statistikamtes ISTAT rangiert das Vereinigte Königreich auf Platz 6 der Handelspartner Italiens. Gleichzeitig ist das Königreich der viertgrößte Absatzmarkt für italienische Waren. Insgesamt lagen die Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich 2015 bei 10,6 Mrd. Euro, während die Ausfuhren mit 22,5 Mrd. Euro deutlich höher waren. Der Anteil am italienischen Gesamtexport summierte sich 2015 auf 5,5%. Mehr verkauften die Italiener nur in die USA (8,9%), nach Frankreich (10,5%) und nach Deutschland (12,6%).

Die Risiken für die italienische Exportwirtschaft sind nicht zu unterschätzen, Experten rechnen mit Einbußen der italienischen Exporte in das Vereinigte Königsreich von 1 Mrd. bis 3 Mrd. Euro. Die Einbußen betreffen vor allem die verarbeitende Industrie. Der Studie "Il Brexit e l'Italia" des Forschungsinstituts Nomisma vom Juni 2016 zufolge sind 97% der italienischen Ausfuhren Fertigwaren. Die wichtigsten Warengruppen für den italienischen Export in das Vereinigte Königreich sind Maschinen und Anlagen (3,5 Mrd. Euro), Nahrungsmittel und Getränke (3,1 Mrd. Euro), Chemische Erzeugnisse (2,6 Mrd. Euro), Kfz und -Teile (2,6 Mrd. Euro), Mode und Bekleidung (2,3 Mrd. Euro) sowie verarbeitete und unverarbeitete Metallerzeugnisse (1,5 Mrd. Euro).

Besonders abhängig von britischen Kunden sind die Winzer und Möbel-Designer. Für die italienische Weinindustrie gehört das Vereinigte Königreich zu den wichtigsten Absatzmärkten. Im Jahr 2015 konnten italienische Winzer dort Wein im Wert von 745 Mio. Euro absetzen, ein Anteil von 14% an den gesamten italienischen Weinausfuhren. Die italienischen Möbel-Designer verkauften 2015 Produkte im Wert von 950 Mio. Euro in das Vereinigte Königreich, das entspricht einem Anteil von 10% der gesamten italienischen Möbelausfuhren.

Norditalien hat enge Wirtschaftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich

Der Nomisma-Studie zufolge sind die italienischen Regionen unterschiedlich stark mit der Wirtschaft im Vereinigten Königreich verflochten. Zwar kommen mehr als zwei Drittel der italienischen Exporte in das Vereinigte Königreich aus Norditalien. Dennoch ist Norditalien weniger als Süditalien vom Brexit betroffen, weil der Anteil der norditalienischen Ausfuhren in das Königreich an den Gesamtausfuhren Norditaliens deutlich geringer ist als im Süden.

In der süditalienische Region Basilikata gehen 15% der Ausfuhren in das Vereinigte Königreich. Die hohe Quote ist durch die Fiat-Produktionsstätte in der Gemeinde Melfi, wo zwei Pkw-Modelle hergestellt werden, zu begründen. In den Abruzzen und in Kampanien werden circa 10% der regionalen Ausfuhren in das Vereinigte Königreich verkauft.

Über den Außenhandel hinaus sorgen sich italienische Hotel- und Restaurantbetreiber um die Auswirkungen des Brexit: Laut Banca D'Italia rangierten die Briten 2015 auf Platz 6 der Touristen und Geschäftsreisenden. Doch gaben die 4,4 Mio. britischen Besucher im Durchschnitt pro Kopf deutlich mehr am Tag aus als alle anderen europäischen Reisenden. Insgesamt summierten sich die Ausgaben der Briten 2015 auf gut 3 Mrd. Euro oder mehr als 8% der Gesamtausgaben ausländischer Touristen in Italien. Eine Abwertung der britischen Währung könnte sowohl die Touristenzahlen als auch die Ausgaben pro Kopf negativ beeinflussen.

TEXCARE INTERNATIONAL 2016 © Foto: Jens Liebchen / Messe Frankfurt GmbH
21.06.2016

TEXCARE INTERNATIONAL SCHLIESST MIT NEUEM SPITZENWERT BEI INTERNATIONALITÄT

  • Fachbesucher hoch zufrieden mit größerem und umfangreicherem Angebot der Weltleitmesse
  • Aussteller und Besucher schätzen die Wirtschaftslage sehr gut ein
Die Texcare International schließt mit einem Plus von zehn Prozent mehr ausländischen Besuchern. Insgesamt blieb die Fachbesucherzahl stabil – von den 15.700 Besuchern (2012: 15.650 aus 101 Ländern) kamen knapp 9.000 (2012: 8.045) von außerhalb Deutschlands zur Weltleitmesse vom 11. bis 15. Juni 2016 nach Frankfurt – das entspricht einem Auslandsanteil von 57 Prozent. Die Besucher reisten aus 112 Ländern zur Texcare International, um sich an den Ständen über neue Produkte zu informieren. Zu den Top-Besucherländern neben Deutschland gehören unter anderem Italien, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Spanien, Großbritannien, Schweiz Dänemark, Österreich und Polen.
  • Fachbesucher hoch zufrieden mit größerem und umfangreicherem Angebot der Weltleitmesse
  • Aussteller und Besucher schätzen die Wirtschaftslage sehr gut ein
Die Texcare International schließt mit einem Plus von zehn Prozent mehr ausländischen Besuchern. Insgesamt blieb die Fachbesucherzahl stabil – von den 15.700 Besuchern (2012: 15.650 aus 101 Ländern) kamen knapp 9.000 (2012: 8.045) von außerhalb Deutschlands zur Weltleitmesse vom 11. bis 15. Juni 2016 nach Frankfurt – das entspricht einem Auslandsanteil von 57 Prozent. Die Besucher reisten aus 112 Ländern zur Texcare International, um sich an den Ständen über neue Produkte zu informieren. Zu den Top-Besucherländern neben Deutschland gehören unter anderem Italien, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Spanien, Großbritannien, Schweiz Dänemark, Österreich und Polen. Außerhalb Europas zählen die USA, Japan, Australien, die Vereinigten Arabischen Emirate, China und Indien zu den größten Besuchernationen der Textilpflegemesse. Insgesamt ist der Anteil der ausländischen Besucher von außerhalb Europas von 15 auf 22 Prozent gestiegen. Das größte außereuropäische Wachstum kommt aus Argentinien und Kasachstan. Im Inland ist der Markt weiterhin geprägt von anhaltender Konsolidierung und Konzentration.
 
Insgesamt 319 Aussteller aus 28 Ländern (2012: 262 Aussteller aus 26 Ländern) –  über 20 Prozent mehr als vor vier Jahren – zeigten über fünf Tage hinweg ihre Hightech-Lösungen und Innovationen für Wäschereien, Textilreinigungen und den Textilservice. Auch der Anteil der ausländischen Aussteller erreicht mit 68 Prozent einen neuen Bestwert. Auf 30 Prozent mehr Fläche und erstmals in zwei Hallen präsentierten die Hersteller ein umfangreicheres Angebot, vor allem in den Produktgruppen Textilien sowie IT. Im Mittelpunkt der Präsentationen der Aussteller stand die Vernetzung aller Prozesse im Sinne von Industrie 4.0. Innovationen zur berührungslosen Wäscheerfassung, zur Visualisierung aller Prozesse in Echtzeit, zu intelligenten Aufbewahrungssystemen sowie zum Einsatz von Robotertechnologie setzten Impulse für den nachhaltigen Umbau zur „Smart Laundry“.

Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäfts-führung der Messe Frankfurt: „Die Stimmung auf der Texcare International 2016 war hervorragend. Das Wachstum aus dem Ausland hat die Stellung der Texcare International als Weltleitmesse gestärkt. Die Top-Entscheider aus aller Welt reisten nach Frankfurt, um auf der Messe Geschäfte abzuschließen und neue Kunden zu gewinnen.“ Erneut gestiegen ist die Entscheidungskompetenz der Besucher: Über 60 Prozent gaben an, dass sie im Unternehmen über Einkaufskompetenz verfügen.

Insgesamt 84 Prozent der Aussteller bestätigten, dass sie ihre Messeziele erreicht haben, vor allem angesichts abgeschlossener Verkäufe, gefüllter Orderbücher und zahlreicher neuer internationaler Kontakte. Elgar Straub, Geschäftsführer des VDMA Bekleidungs- und Ledertechnik: „Die Erwartungen der Aussteller an die Texcare International wurden bei weitem übertroffen. Die große Internationalität der Besucher zeigt das weltweit große Interesse und den Bedarf an neuen, zukunftsweisenden Technologien. Insbesondere Themen wie Industrie 4.0 und die fortschreitende Digitalisierung standen im Fokus der Messe.“

Dass die Branchenkonjunktur sehr gut sei, sagten 89 Prozent der Aussteller. Das sind drei Prozent mehr als vor vier Jahren. Auch die Besucher stimmten dieser Einschätzung mit 89 Prozent zu.

Mit 98 Prozent sehr zufrieden zeigten sich die Besucher mit dem Produktangebot der Weltleitmesse. Andreas Schumacher, Geschäftsführer des Deutschen Textilreinigungs-Verbands führt aus: „Wir sind hochzufrieden mit dem Verlauf der Texcare. Das Feedback von Ausstellern und Messebesuchern war durchweg sehr positiv. Die Möglichkeit, sich neben dem Besuch der Ausstellerstände noch auf dem Texcare Forum zu wichtigen Themen der Branche auszutauschen, wurde sehr gut  angenommen. Der DTV-Stand selbst war zudem ein willkommener Treffpunkt zum direkten Austausch mit unseren Mitgliedern und Förderern. Besonders gefreut hat uns, dass unser Rahmenprogramm mit Modenschau und Bügelwettbewerb beim Publikum so gut ankam.“

Insgesamt konnten die Fachbesucher aus aller Welt die Trends in der Branche erkennen und sich einen sehr guten Eindruck über die Leistungsfähigkeit der Hersteller machen. Auch die Events der Texcare International stießen auf große Resonanz, besonders die Vorträge im Texcare Forum, die von über 1.000 Teilnehmern verfolgt wurden. Die Unterteilung in die Thementage Ausbildung und Karriere, innovative Textilien, Nachhaltigkeit und Industrie 4.0 wurden sehr gut angenommen.

Ein Highlight der Texcare International war die Modenschau. Hersteller präsentierten ihre Kollektionen und zeigten Trends in Farbe, Form und Funktion bei Arbeitsbekleidung für Industrie, Gesundheitswesen sowie Gastronomie. Auch der Bügelwettbewerb, der erstmals zur Messe stattfand, bot den Teilnehmern die Möglichkeit, sich zu messen und das eigene Können zu präsentieren.

Die nächste Texcare International findet vom 20. bis 24. Juni 2020 in Frankfurt am Main statt, die nächste Texcare Asia im Herbst 2017.
 
Weitere Informationen zur Texcare International unter www.texcare.com.
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imm cologne und LivingInteriors © Koelnmesse
26.01.2016

IMM COLOGNE/LIVINGINTERIORS: BRANCHE STARTET ERFOLGREICH INS NEUE JAHR

  • 80.000 Fachbesucher aus 128 Ländern
  • Deutlich mehr Besucher aus Europa
  • 1.185 Anbieter aus 50 Ländern
  • LivingInteriors glänzte mit Smarthome

Vom 18. bis 24. Januar 2016 zeigten zur imm cologne und LivingInteriors 1.185 Unternehmen aus 50 Ländern die Einrichtungstrends des kommenden Jahres. Entscheidungsrelevante Einkäufer aus dem Handel sorgten während der ersten fünf Tage für einen dynamischen Messeverlauf. Mit rund 80.000 Fachbesuchern aus 128 Ländern verzeichnete die Veranstaltung einen leichten Zuwachs (4,8 Prozent) bei den Fachbesuchern im Vergleich zu 2014. Der Anteil der Besucher aus dem Ausland lag bei 46 Prozent (bezogen auf die Fachbesuchertage). Gut entwickelt haben sich die Besucherzahlen aus Übersee, aber vor allem bei Besuchern aus Europa registrierte das Messedoppel ein eindeutiges Plus.

  • 80.000 Fachbesucher aus 128 Ländern
  • Deutlich mehr Besucher aus Europa
  • 1.185 Anbieter aus 50 Ländern
  • LivingInteriors glänzte mit Smarthome

Vom 18. bis 24. Januar 2016 zeigten zur imm cologne und LivingInteriors 1.185 Unternehmen aus 50 Ländern die Einrichtungstrends des kommenden Jahres. Entscheidungsrelevante Einkäufer aus dem Handel sorgten während der ersten fünf Tage für einen dynamischen Messeverlauf. Mit rund 80.000 Fachbesuchern aus 128 Ländern verzeichnete die Veranstaltung einen leichten Zuwachs (4,8 Prozent) bei den Fachbesuchern im Vergleich zu 2014. Der Anteil der Besucher aus dem Ausland lag bei 46 Prozent (bezogen auf die Fachbesuchertage). Gut entwickelt haben sich die Besucherzahlen aus Übersee, aber vor allem bei Besuchern aus Europa registrierte das Messedoppel ein eindeutiges Plus.

"Dieses Ergebnis zeigt, die imm cologne ist als Business-Event für die globale Einrichtungsbranche unerreicht", fasst Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse GmbH, die Ergebnisse zusammen.

"Hier handelt die Welt mit der Welt und daraus ergeben sich viele neue Chancen für exportorientierte Unternehmen. Gleichzeitig hat dieses Messedoppel wieder bewiesen, dass sich Business und Inspiration nicht ausschließen", so der Messechef weiter. "Die imm cologne war eine wunderbare Möbelschau, mit der wir sehr erfolgreich in das Möbeljahr 2016 gestartet sind. Viele Neuheiten, Innovationen und tolle Modelle in allen Preislagen stimmen uns zuversichtlich, dass die deutsche Möbelindustrie auch in diesem Jahr ein Umsatzplus erzielen wird", ergänzte Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM). Dies bestätigte auch Hans Strothoff, Präsident des Bundesverbands des Deutschen Möbel-, Küchenund Einrichtungsfachhandels (BVDM): "Diese imm cologne machte Lust auf Möbel. Selten war die Stimmung bei Industrie und Handel so gut wie auf dieser Messe. Überall nur gut gelaunte Gesichter und großer Optimismus. Die imm cologne hat die Branche mit Schwung regelrecht ins neue Geschäftsjahr katapultiert."

Die Atmosphäre bei den Besuchern war gekennzeichnet durch Business, Networking und der Suche nach Trends. Nicht nur bei den Ausstellern, sondern auch bei den Besuchern ist die imm cologne in den letzten Jahren in Punkto Internationalität auf Wachstumskurs. 2016 kamen deutlich mehr Einkäufer aus Europa, hier vor allem aus den Niederlanden, Großbritannien, Spanien sowie Österreich, zum anderen wurde ein deutliches Plus bei den Besucherzahlen aus Übersee, hier besonders aus den USA , China und Indien, verzeichnet. Insgesamt 120.000 Besucher - Schätzungen des letzten Messetages miteinbezogen - ließen sich von den Einrichtungswelten inspirieren.

Neben den gezeigten Produkten zählten einmal mehr "Das Haus", die begehbare Wohnhaus-Simulation, die in diesem Jahr von Sebastian Herkner gestaltet wurde, und die Sonderausstellung "Smart Home" in LivingInteriors zu den Höhepunkten der diesjährigen Messe. Dort zeigten zahlreiche Unternehmen, welche Lösungen für ein intelligentes, vernetztes Zuhause heute schon realisierbar sind.

Die Trends der imm cologne / LivingInteriors 2016

Wohnen wird noch einmal wohnlicher Gemütlichkeit und Geborgenheit sind in den eigenen vier Wänden immer wichtiger. Dabei lässt sich eine große Kombinationsfreude feststellen. Möbel und Dekorationen, aber auch Accessoires und Heimtextilien, die den Menschen individuell gefallen, werden frei kombiniert. So entstehen einzigartige Wohnungen, genauso einzigartig wie ihre Bewohner.

Mid-Century-Design hat HochkonjunkturIn allen Angebotssegmenten gibt es auffällig viele Möbel, die an Entwürfe der 1940er bis 1960er Jahre erinnern. Diese Möbel sind materialsparsam, leicht, filigran und vor allem kleiner. Der Trend erklärt sich durch kleineren Wohnraum in den Städten, aber auch durch die allgemeine Nostalgiesehnsucht. In unsicheren Zeiten bewähren sich zierliche Mid-Century-Möbel wie ein guter alter Freund.

Natürliche Materialien auf dem Vormarsch

Es sind Holz, Glas, Stein und Metall: Natürliche Materialien sind besonders beliebt. Neben dem hohen Anteil an Holz, zum Beispiel bei Tischplatten, Stuhl- und Tischgestellen, kommt als Tischplatte vermehrt wertvoller Naturstein hinzu. Darunter der europäische Klassiker "Marmor", aber auch südamerikanische Exoten mit besonders individueller Maserung. Auch echte Baumrinde als Wandverzierung kommt.

Die nächste imm cologne findet vom 16. bis zum 22. Januar 2017 in Köln statt - dann im Doppel mit der LivingKitchen, dem internationalen Event für alle Themen rund um die Küche.