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Branchencheck in Asien Foto: Pixabay
19.06.2018

TEXTIL- UND BEKLEIDUNGSINDUSTRIE IN ASIEN: GTAI BRANCHENCHECK

GTAI-Experten beobachten und analysieren täglich die Entwicklung der wichtigsten deutschen Exportbranchen auf den Weltmärkten. Hier finden Sie Informationen zur Textil- und Bekleidungsindustrie in asiatischen Märkten zusammengefasst.
 
GTAI-Branchencheck - Vietnam
Textil- und Bekleidungsindustrie: Vietnam muss mehr als nähen

GTAI-Experten beobachten und analysieren täglich die Entwicklung der wichtigsten deutschen Exportbranchen auf den Weltmärkten. Hier finden Sie Informationen zur Textil- und Bekleidungsindustrie in asiatischen Märkten zusammengefasst.
 
GTAI-Branchencheck - Vietnam
Textil- und Bekleidungsindustrie: Vietnam muss mehr als nähen
Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist eines der wichtigsten Standbeine der vietnamesischen Industrie und trug 2017 mit Ausfuhren in Höhe von 26 Milliarden US$ rund 6 Prozent zu den Gesamtexporten bei. Für 2018 strebt die Branche ein Wachstum von 7 bis 8 Prozent an, die Exporte sollen auf über 33 Milliarden US$ ansteigen. Um Ursprungsregeln der seitens Vietnams abgeschlossenen Freihandelsabkommen zu erfüllen, muss das Land eine höhere Wertschöpfung erzielen. Heimische Unternehmen wie die Vinatex-Gruppe oder Garco10, aber auch ausländische Betriebe investieren vermehrt in technische Innovationen und bauen der reinen Näherei vorgelagerte Prozesse wie Spinnen, Weben und Färben aus. Zudem beginnen erste Unternehmen, die Produktion zu automatisieren.
 
GTAI-Branchencheck - Usbekistan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Investitionen für mehr als 2 Milliarden US$ geplant
Das Branchenprogramm für 2017 bis 2020 listet rund 130 Projekte mit einem Gesamtwert von 2 Milliarden US$ auf. Etwa die Hälfte der geplanten
Investitionen soll auf ausländische Engagements entfallen. Angestrebt ist, im genannten Zeitraum den jährlichen Ausstoß von fertigen Textilerzeugnissen zu verdoppeln. Usbekistan zählt mit einem jährlichen Aufkommen von mehr als 3 Millionen Tonnen Rohbaumwolle zu den weltweit größten Produzenten des weißen Goldes. Ein zweites Branchenprogramm sieht 2018 bis 2021 die Umsetzung von fünf Projekten für die Herstellung von Rohseide, Seidenwatte und -stoffen sowie fertigen Seidenerzeugnissen vor. Die erforderlichen Investitionen werden auf mindestens 26 Millionen US$ veranschlagt.
 
GTAI-Branchencheck – Myanmar
Textil- und Bekleidungsindustrie: Exportstärke durch Niedriglöhne
Die Aufhebung der Sanktionen durch die EU und die USA belebte spürbar das Investitionsklima der Branche, zumal dies verbunden war mit der Reaktivierung des GSP-Importstatus der EU (Generalised System of Preferences). Stammen die meisten Investoren aus China, Hongkong, Taiwan oder Südkorea fanden sich auch westliche Marken ein, wie GAP, H & M, Primark oder Marks & Spencer. Aktuell beschäftigt werden etwa 400.000 Arbeiter in fast 400 zumeist lediglich auf CMP ausgerichteten Fabriken (cut-make-pack), darunter 171 Auslandsinvestoren und 22 Joint Ventures. Der Export soll 2017 laut der Myanmar Garment Entrepreneurs Association um 40 Prozent auf über 3 Milliarden US$ angestiegen sein. Größter Abnehmer war erstmals die Europäische Union, vornehmlich Deutschland, vor Japan und Südkorea.

GTAI-Branchencheck – Georgien
Textil- und Bekleidungsindustrie: Mehrere Ausbauvorhaben geplant
Die Bekleidungsindustrie produziert jährlich Erzeugnisse für bis zu 70 Millionen US$. Hergestellt werden vorwiegend Erzeugnisse internationaler Marken für den Export. Einige neue Projekte in der Branche sind in Vorbereitung.
So will der türkische Jeanshersteller Baykanlar Textil bis Ende 2018 in Ozurgeti eine Fabrik für die Herstellung von Markenjeans errichten. In das Vorhaben sollen insgesamt 15 Millionen US$ fließen. Das rumänische Unternehmen MGMtex, eine Tochter der Schweizer Firma Ottorose, plant in Kooperation mit einem lokalen Partner die Aufnahme der Produktion von Markenbekleidung in Kutaisi. Die Investitionen für die erste und zweite Projektphase betragen mehr als 1,5 Millionen US$. Für die Beschaffung von Ausrüstungen kommt das Unternehmen in den Genuss von Fördermitteln aus dem staatlichen Programm Produce in Georgien.

GTAI-Branchencheck Turkmenistan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Investitionen für etwa 300 Millionen US-Dollar avisiert
Die Textil- und Bekleidungsindustrie steht für 20 Prozent der Industrieproduktion und 30 Prozent des verarbeitenden Gewerbes Turkmenistans. Gut 300 Millionen US$ werden 2018 bis 2020/21 investiert. Auf der Projektliste stehen der Bau eines großen Textilkomplexes für die jährliche Verarbeitung von bis zu 5.000 Tonnen feinfasriger Baumwolle zu Halb- und Fertigprodukten (Inbetriebnahme: März 2021; Auftragnehmer: Cotam Enterprises Ltd., Britische Jungferninseln/Türkei) und einer Fabrik für die Produktion von jährlich 6.000 Tonnen Baumwollgarn (2019/20, Hilli yol), die Modernisierung einer Textilfabrik (Daschogus), einer Baumwollspinnerei (Tachtabasar) und einer Fabrik für medizinische Watte und kosmetische Baumwolle (Aschgabat; jeweils 2018/2019). Das Potenzial bei medizinischen Textilien, Baumwollstoffen, Chemiefasern und bei der Verarbeitung von Wolle und Kokons wird noch wenig genutzt.
 
GTAI-Branchencheck Aserbaidschan
Textil- und Bekleidungsindustrie: Leichtindustrie-Gewerbepark wirbt um Investoren
Aserbaidschan startete mehrere Projekte zur Wiederbelebung der Branche (Ausstoß 2017: 100 Millionen US$). In Mingatschewir entsteht seit Herbst 2016 ein Industriepark für die Leichtindustrie. Vorgesehen sind neun neue Fabriken für Baumwoll-, Acryl- und Wollgarn, Bekleidung, Strumpfwaren und Lederschuhe. Der Projektwert beträgt bis zu 150 Millionen US$. Die erste Fabrik für die jährliche Produktion von 20.000 Tonnen Garn befindet sich im Bau. Unter der 2016 gegründeten Dachorganisation für Teppichweberei Azerkhalcha sollen im Jahr 2018 zehn weitere kleinere Fabriken in Betrieb genommen werden. Die Gesellschaft Gilan Textil Park, Sumqayit, will ihre Exporte von Heimtextilien ausweiten. Auf mittlere Sicht ist auch der Bau einer Seidenspinnerei mit einer jährlichen Kapazität von 3.000 Tonnen Garn geplant.
 
GTAI-Branchencheck Armenien
Textil- und Bekleidungsindustrie: Interesse aus dem Ausland nimmt zu
Steigende Exporte von Bekleidung nach Russland und auf westliche Märkte lassen 2018 weitere Investitionen in die Textil- und Bekleidungsindustrie erwarten. So wollen italienische Investoren in Kapan (Region Sjunik) eine größere Trikotagenfabrik errichten. Das Unternehmen SASSTEX in Artik (Region Schirak) investiert in zwei Fabriken für die Herstellung von Mode- (Marke ZARA) und Arbeitsbekleidung. Die ägyptische Wassef Group erwägt die Produktion von Baumwollstoffen und Erzeugnissen daraus. Der Hersteller von Strumpfwaren und Kinderbekleidung Alex Textile mit Sitz in Eriwan setzt 2018 sein auf 28 Millionen US$ veranschlagtes Investitionsprogramm für den Ausbau der Produktion von Bekleidung und Trikotagen an mehreren Standorten in Armenien fort.

Weitere Informationen:
Asien Export
Quelle:

Germany Trade & Invest www.gtai.de

ÄTHIOPIEN KANN WEITERE TEXTILFABRIKEN ANSIEDELN Foto: Pixabay
15.05.2018

ÄTHIOPIEN KANN WEITERE TEXTILFABRIKEN ANSIEDELN

  • Sudanesische und chinesische Investoren wollen Rohstoffversorgung sichern

Nairobi (GTAI) - Äthiopien kann weitere Erfolge bei der Ansiedlung von Textilunternehmen verbuchen: Ein britisches Unternehmen will 100 Millionen US-Dollar (US$) investieren, ein chinesisches sogar 220 Millionen US$. Damit wird der Textilsektor immer mehr zu einem Selbstläufer, denn die Geldgeber wollen zunehmend die inländische Industrie mit Vorerzeugnissen beliefern. Wer investiert, sollte derweil nicht nur die finanziellen Mittel aufbringen, sondern auch den Rohstoff Baumwolle, so Marktkenner.

  • Sudanesische und chinesische Investoren wollen Rohstoffversorgung sichern

Nairobi (GTAI) - Äthiopien kann weitere Erfolge bei der Ansiedlung von Textilunternehmen verbuchen: Ein britisches Unternehmen will 100 Millionen US-Dollar (US$) investieren, ein chinesisches sogar 220 Millionen US$. Damit wird der Textilsektor immer mehr zu einem Selbstläufer, denn die Geldgeber wollen zunehmend die inländische Industrie mit Vorerzeugnissen beliefern. Wer investiert, sollte derweil nicht nur die finanziellen Mittel aufbringen, sondern auch den Rohstoff Baumwolle, so Marktkenner.

Der äthiopische Textil- und Bekleidungsmarkt kann zwei Neuzugänge verbuchen: die britische Intrade Co. UK Ltd. und die chinesische Wuxi No. 1 Cotton Investment Co. Ltd. Dabei will Intrade eine Textil- und Bekleidungsfabrik im Mekelle Industrial Park (Tigray Regional State) bauen, der im Juli 2017 eröffnet wurde. Erste Kostenschätzungen liegen bei 100 Millionen US$. Intrade ist eine Offshore-Gesellschaft der sudanesischen Mahgoub-Sons-Gruppe. Das Unternehmen hat sich mit der Ethiopian Investment Commission auf einen Investitionsrahmen von 200 Millionen US$ verständigt, der auf insgesamt drei Projekte verteilt wird. Das Textilprojekt soll in 16 Monaten erstellt werden.

Liefersicherheit bei Baumwolle wird zum Thema
Dabei geht es der sudanesischen Gruppe nicht nur um die Textilproduktion, sondern auch um lukrative Liefergeschäfte für eigene Baumwolle. Man habe die Kapazität jährlich 500.000 Tonnen langstapelige Qualitätsbaumwolle zu liefern, sagt Wagdi Mirghani Mahgoub, leitender Intrade-Geschäftsführer. Die Versorgung mit Rohbaumwolle ist für die aufstrebende äthiopische Textilindustrie zunehmend ein Problem, seit einige asiatische Länder Exportstopps für den Rohstoff verfügt haben, darunter die VR China und Indien. Zur Mahgoub-Sons-Gruppe gehört auch das Unternehmen The African Plantation, das in Sudan 33.000 Hektar Agrarland bewirtschaftet.

Die zweite und größere Textilinvestition des Jahres 2018 hat hingegen Wuxi No. 1 Cotton Investment angekündigt: In dem in Kürze eröffnenden Dire Dawa Industrial Park soll eine Textilfabrik eröffnet werden. In einer ersten Phase sind 80 Millionen US$ vorgesehen, weitere Investitionen in Höhe von insgesamt 140 Millionen US$ sollen folgen. Das Unternehmen will hochmoderne Textilmaschinen installieren, um anspruchsvolle Märkte in Europa, Japan, Südkorea und Südostasien beliefern zu können. Partner sind nach eigenen Angaben führende Weltmarken. Wuxi verfolgt bereits ein Projekt in der äthiopischen Stadt Adama und hat ferner Pläne, in Äthiopien Baumwolle anzubauen.

Äthiopien gilt als erste Textiladresse in Afrika
"Bekleidungsfirmen sind Nomaden", weiß ein Branchenberater, "sie gehen dorthin, wo es für sie am billigsten ist. Steigen Löhne und Nebenkosten in Ländern wie Bangladesch oder der VR China zu stark, zieht die Karawane weiter." Südlich der Sahara hat sich bislang nur Mauritius einen Namen als Produzent hochwertiger Bekleidung gemacht. Versuche in Namibia und Lesotho im größeren Stil Textil- und Bekleidungsfirmen anzusiedeln, waren bislang nicht erfolgreich. Kenia und Ghana haben derweil viel zu teure Produktionsbedingungen.

Äthiopien bietet unterdessen gleich mehrere Vorteile: Löhne und Nebenkosten sind extrem niedrig und liegen im Vergleich weit unter den chinesischen. Eine Arbeitskraft in den äthiopischen Sweatshops verdient im Jahr durchschnittlich 909 US$, fand das US-amerikanische Centre for Global Development heraus. In Bangladesch sind es hingegen 835 US$ und in Tansania und Kenia sogar 1.776 US$ beziehungsweise 2.118 US$. Ein weiteres Plus: Äthiopische Näherinnen gelten als ausgesprochen fleißig und zuverlässig. Zudem gibt es eine Tradition in der Textil- und Bekleidungsproduktion sowie der Lederverarbeitung und somit existiert ein Grundstock an angelernten Fachkräften.

Infrastruktur macht Riesenfortschritte
Die Versorgung mit einheimischer Baumwolle und Leder muss derweil ausgebaut werden, denn in den Dürrejahren 2016 und zum Teil 2017 war die Versorgung mit Baumwolle unzureichend. Die Regierung zeigt sich kooperativ und hat ein zunehmend offenes Ohr für die Bedürfnisse der Produzenten. Die Infrastruktur wird aktuell nachhaltig verbessert, insbesondere die Transportwege zum benachbarten Seehafen Dschibuti, von dem aus Europa schneller zu erreichen ist als aus Fernost. Und, last not least, verfügt die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba über ein fähiges Luftverkehrsdrehkreuz mit einem Dutzend Direktflügen in die EU, darunter Frankfurt und Wien. Hinzu kommt ein modernes Luftfrachtzentrum.

Genauso wichtig wie die Lieferwege sind die vergleichsweise modernen Produktionsbedingungen in den landesweit neu entstehenden Industriezentren. Hier ist alles "Made in China": Zäune, Zugangskontrollen, Straßen, Strom- und Wasserversorgung, Müll- und Abwasserentsorgung, Arbeitersiedlungen. Aus europäischer Sicht mag dies nach chinesischer Dominanz aussehen, aus äthiopischer Sicht jedoch werden Arbeitsplätze geschaffen, Familien ernährt und Devisen verdient. Unter besseren Arbeitsbedingungen als in Bangladesch, meinen Kenner.

Nach den Vorstellungen der äthiopischen Regierung befindet sich das Land in einem Transformationsprozess: Weg von einer agrarbasierten Ökonomie und hin zu einem Industriestaat. Schon 2025 soll das Land einen "middle-income status" erreichen und zum größten industriellen Produktions-Hub Afrikas aufsteigen. Um dies zu erreichen, investiert Äthiopien massiv in Straßen, Eisenbahnen und die Stromerzeugung, in Gesundheit und Ausbildung, in städtische und ländliche Entwicklung und in die Schaffung industrieller Cluster.

Zollvorteile in den USA und Europa
Äthiopien profitiert bislang vom African Growth and Opportunity Act (AGOA) der USA, der zum Beispiel bei Baumwollhosen eine Einsparung bei den Importzöllen von 16,8 Prozent ermöglicht und bei Synthetik-Hemden eine von 30 Prozent. Darüber hinaus hat Äthiopien zollfreien Zugang zum EU-Markt unter der Everything-but-Arms-Initiative. Befürchtungen, US-Präsident Donald Trump könnte AGOA kippen, haben sich bislang nicht bewahrheitet.

Äthiopische Exporte von Textilien, Bekleidung und Lederwaren
(einschließlich Schuhe; in Mio. US$)

SITC-Warengruppe
 2014 2015 2016
61 Leder und Lederwaren    97,51    98,20
78,63  

65 Garne, Gewebe, fertiggestellte Spinnstofferzeugnisse und verwandte Waren
 39,34  39,12 29,61
84 Bekleidung und Bekleidungszubehör  55,53  77,94  68,25
85 Schuhe            
 33,88
 37,69  43,80
Summe 226,26 252,95  220,2

Quelle: Comtrade

Deutsche Exporte ausbaufähig
Deutsche Verkäufer von Technik für die Textil-, Bekleidungs- und Lederindustrie sind in Äthiopien bislang nicht gut aufgestellt. Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (SITC 724) ging 2017 nur für 2,84 Millionen Euro einschlägige Technik nach Äthiopien, immerhin 169 Prozent mehr als im Vorjahr.

Äthiopische Importe von Maschinen, Apparaten und Geräten für die Textil- und Lederindustrie sowie Teile davon
(SITC 724; in Mio. US$)

Lieferland 2014    2015 2016
Insgesamt 131,30 170,51 111,10
.. VR China  43,87  42,40 62,07
..Italien 6,38 11,75 11,72
..Japan 4,40 10,11 6,89
..Türkei    4,86 19,14 4,92
..andere asiatische Länder, nicht spezifiziert 1,85 1,87 4,11
..Indien  6,07 6,49 3,06
..Deutschland 9,22 9,08 2,44

Quelle: Comtrade

 

Weitere Informationen:
Äthiopien Textilfabriken Export Afrika
Quelle:

Martin Böll, Nairobi (GTAI)

Foto: Pixabay
08.05.2018

IN INDONIESIEN STAGNIERT DIE NACHFRAGE NACH TEXTILMASCHINEN

  • Bekleidungsexporte stocken
  • Schuhproduktion wird wichtiger
  • Investitionen in moderne Technologie notwendig

Bonn (GTAI) - Die indonesische Textilindustrie steht in starker regionaler Konkurrenz. Seit vor rund fünf Jahren ihre Nachfrage nach Maschinen und ihre Bekleidungsexporte einen Höhepunkt erreicht hatten, stagnieren die Ausfuhren der Branche. Dennoch ist der Archipel für internationale Marktteilnehmer zumindest als Zweitstandort neben den großen Herstellerländern von Bedeutung. Inzwischen hat sich das Land zu einem wichtigen Schuhhersteller entwickelt und baut seine Produktionskapazitäten weiter aus.

  • Bekleidungsexporte stocken
  • Schuhproduktion wird wichtiger
  • Investitionen in moderne Technologie notwendig

Bonn (GTAI) - Die indonesische Textilindustrie steht in starker regionaler Konkurrenz. Seit vor rund fünf Jahren ihre Nachfrage nach Maschinen und ihre Bekleidungsexporte einen Höhepunkt erreicht hatten, stagnieren die Ausfuhren der Branche. Dennoch ist der Archipel für internationale Marktteilnehmer zumindest als Zweitstandort neben den großen Herstellerländern von Bedeutung. Inzwischen hat sich das Land zu einem wichtigen Schuhhersteller entwickelt und baut seine Produktionskapazitäten weiter aus.

Indonesien gehört zu den 15 wichtigsten Exporteuren von Bekleidung. Der Archipel hat über die vergangenen Jahrzehnte seine Produktion kontinuierlich gesteigert und damit eine wachsende Nachfrage nach Textilmaschinen geschaffen. Doch seit fünf Jahren stagniert der Markt: Die Ausfuhren liegen bei etwa 7,5 Milliarden US-Dollar (US$) pro Jahr, und die Importe von Textilmaschinen sind von jährlich 1 Milliarde US$ auf nur noch etwa 800 Millionen US$ gesunken.

Wichtigster Lieferant von Textilmaschinen ist die VR China, die ihren Importanteil in den vergangenen Jahren auf etwa 30 Prozent ausgebaut und Japan von Platz eins verdrängt hat. Die deutsche Lieferquote schwankt laut indonesischer Einfuhrstatistik um 10 Prozent.

Der indonesische Textilverband API nennt als Grund für die schwache Exportentwicklung bei Bekleidung die geringere Nachfrage vor allem aus den USA und Europa. Etwa die Hälfte der Branchenausfuhren geht nach Nordamerika. Danach folgen Japan, Deutschland, Südkorea und das Vereinigte Königreich als größte Abnehmer. Was der Verband nicht sagt: Bangladesch, Vietnam, Indien, Kambodscha und Myanmar haben ihre Bekleidungsexporte in den vergangenen fünf Jahren allesamt deutlich ausgebaut.

Indonesiens Import von Textilmaschinen *) (in Mio. US$)
2007 360,5
2008 580,9
2009 339,9
2010 641,1
2011 952,1
2012 1.021,7
2013 973,8
2014 940,2
2015 804,3
2016 822,9

*) SITC 724
Quelle: UN Comtrade

Kürzere Produktionszyklen
Indonesiens Textilunternehmen müssen daher investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben. Denn auch wenn laut API schon mehr als die Hälfte der Mitgliedsfirmen technologisch fortgeschritten sind, so haben doch viele Marktteilnehmer einen veralteten Maschinenpark. Und gerade vor dem Hintergrund schärferer Wettbewerbsbedingungen ist dies ein entscheidender Nachteil. Denn nach Angaben des Verbandes bestehen größere Modeketten auf immer kürzere Lieferzeiten. Wo die Produzenten früher drei Monate Zeit hatten, seien es heute nur noch drei Wochen.

Auch der regionale Wettbewerb macht den Herstellern zu schaffen. Zwar hat der Archipel für eine arbeitsintensive Industrie wie die Textilbranche gute Voraussetzungen. Denn die Löhne sind - außerhalb der Ballungszentren - gering, und das Angebot an Arbeitskräften ist unerschöpflich (auch, weil viele Männer als Näher in den Fabriken arbeiten). Dennoch hat es das Land bisher nicht geschafft, eine ernsthafte Konkurrenz für die Hauptexportländer günstiger Massenware zu werden.

Indonesiens Import von Textilmaschinen nach Lieferländern *)
(in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in %)
  2014 2015 2016 Veränd.
VR China 279,4 269,2 524,7 -5,4
Taiwan 79,7 86,8 98,3 13,2
Deutschland 104,5 68,4 93,6 36,8
Japan 163,7 91,3 85,1 -6,8
Südkorea 60,5 65,8 57,0 -13,4
Indien 48,3 43,1 42,6 -1,2
Singapur 37,1 33,4 41,3 23,7
Italien 47,1 39,1 36,3 -7,2

*) SITC 724
Quelle: UN Comtrade

Denn der Archipel hat auch Standortnachteile: So liegt er weiter entfernt von den europäischen Absatzmärkten als andere Herstellerländer und hat auch eine größere Distanz zu China, das aufgrund der hohen Lohnsteigerungen seine Bekleidungsproduktion zunehmend in die direkten Nachbarländer verlegt. Außerdem lassen sich in dem durch große Rohstoffexporte vergleichsweise wohlhabenden Indonesien die Mindestlöhne von Indien, Kambodscha, Bangladesch oder Myanmar nicht unterbieten.

Asiens wichtigste Exporteure von Bekleidung 1)
(in Mrd. US$; Veränderung 2016 im Vergleich zu 2011 in %)
  2011 2016 Veränd.
VR China 153,7 158,2 2,9
Bangladesch 19,2 29,5** 53,6
Vietnam 13,1 22,9** 74,8
Indien 14,7 17,9 21,8
Indonesien 8,0 7,5 -7,1
Kambodscha 4,0 6,6** 65,0

1) SITC 84; 2) Spiegelstatistiken der Partnerländer
Quelle: UN Comtrade

Investitionen auf Vorjahresniveau
Immerhin hat es Indonesien aber geschafft, für internationale Bekleidungsunternehmen zu einem bedeutenden Zweitstandort zu werden, durch den sich die Risiken in den großen Produktionsländern abfedern lassen. Der größte Teil der Hersteller ist im bevölkerungsreichen Java angesiedelt. Für die Regierung ist eine weitere Expansion der Branche wichtig, um die Vielzahl ungelernter Kräfte in Arbeit zu bringen.

Nach letztverfügbaren Daten des Statistikamtes BPS ist die Zahl der in den rund 2.600 mittleren und größeren Unternehmen der Branche Beschäftigten von 470.000 (2008) auf 550.000 (2014) gestiegen. Hinzu kommen nochmal knapp 210.000 Arbeiter in Klein- und Kleinstfirmen (2015), die zumeist Ein- oder Zweipersonenbetriebe sind.

Die Investitionsbehörde BKPM meldet für das 1. Halbjahr 2017 für die Branche ausländische Direktinvestitionen (FDI) in Höhe von 184 Millionen US$, bei 494 Projekten. Das entspricht fast genau der Summe vom selben Zeitraum des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2016 waren 321 Millionen US$ an FDI in den Sektor geflossen.

Schuhhersteller bauen Kapazitäten aus
Weitaus dynamischer als die Textilbranche entwickelt sich die heimische Schuhindustrie. Indonesien ist im Bereich der günstigen Massenproduktion in wenigen Jahren zum drittwichtigsten Exporteur geworden, rangiert allerdings weit hinter China und Vietnam. Immerhin wurden die entsprechenden Ausfuhren zwischen 2011 und 2016 von 3,3 Milliarden US$ kontinuierlich auf 4,6 Milliarden US$ gesteigert.

Asiens wichtigste Schuhexporteure 1)
(in Mrd. US$; Veränderung 2016 im Vergleich zu in %)
  2011 2016 Veränd.
VR China 41,7 47,2 13,1
Vietnam 6,7 13,0** 93,5
Indonesien 3,3 4,6 40,5
Indien 2,1 2,7 31,4

1) SITC 82; 2) General Statistics Office of Vietnam
Quelle: UN Comtrade

Und die Zeichen stehen weiter auf Expansion: Im Leder- und Schuhsektor gab es in den ersten sechs Monaten 2017 FDI in Höhe von 187 Millionen US$, das ist ein Drittel mehr als im gesamten Jahr 2016. Auch heimische Marktteilnehmer expandieren. So baut der indonesische Hersteller SCI gerade eine neue Produktionsstätte im zentraljavanischen Salatiga, nahe der Hafenstadt Semarang. Sie soll im Oktober fertiggestellt sein. In der ersten Phase könnten 300.000 bis 500.000 Paar Schuhe pro Jahr produziert werden, die maximale Kapazität liegt bei 1 Million Paar.

 

Quelle:

Frank Malerius, Germany Trade & Invest www.gtai.de

INTERTEXTILE SHANGHAI HOME TEXTILES  SPRING (c) Messe Frankfurt (HK) Ltd.
03.04.2018

INTERTEXTILE SHANGHAI HOME TEXTILES SPRING: GELEGENHEIT FÜR KONKRETE GESCHÄFTSABSCHLÜSSE UND MARKENBILDUNG IN CHINA

  • Qualitätslieferanten stellten Käufer mit einer breiten Palette von Beschaffungsbedürfnissen zufrieden
  • Rahmenprogramm vermittelte den Messebesuchern Einblicke

Die Frühjahrsausgabe 2018 der Intertextile Shanghai Home Textiles schloss mit positiven Geschäftsergebnissen. Während der Hauptbeschaffungssaison für Heimtextilien in China zog die dreitägige Messe 12% mehr Käufer an als im letzten Jahr. Insgesamt kamen 20.870 Besucher (2017: 18.596) aus 68 Ländern und Regionen, um eine breite Palette an Fertigwaren zu beziehen, darunter Bett-, Frottee- sowie Tisch- und Küchenwäsche. 232 Aussteller aus 11 Ländern und Regionen (2017: 204, acht Länder und Regionen), darunter namhafte internationale Marken wie Cotton Council International und Asahi Kasei sowie heimische Größen wie Ruyi, Sunvim und Yueda stellten aus und lobten die Messe als eine der effektivsten Handelsplattformen zu dieser Jahreszeit für die Heimtextilindustrie.

  • Qualitätslieferanten stellten Käufer mit einer breiten Palette von Beschaffungsbedürfnissen zufrieden
  • Rahmenprogramm vermittelte den Messebesuchern Einblicke

Die Frühjahrsausgabe 2018 der Intertextile Shanghai Home Textiles schloss mit positiven Geschäftsergebnissen. Während der Hauptbeschaffungssaison für Heimtextilien in China zog die dreitägige Messe 12% mehr Käufer an als im letzten Jahr. Insgesamt kamen 20.870 Besucher (2017: 18.596) aus 68 Ländern und Regionen, um eine breite Palette an Fertigwaren zu beziehen, darunter Bett-, Frottee- sowie Tisch- und Küchenwäsche. 232 Aussteller aus 11 Ländern und Regionen (2017: 204, acht Länder und Regionen), darunter namhafte internationale Marken wie Cotton Council International und Asahi Kasei sowie heimische Größen wie Ruyi, Sunvim und Yueda stellten aus und lobten die Messe als eine der effektivsten Handelsplattformen zu dieser Jahreszeit für die Heimtextilindustrie.

"Dank der revitalisierten Marktbedingungen in China und der gestiegenen Anzahl von Käufern hatten unsere Aussteller eine erfolgreiche Messe. Sie erhielten nicht nur Aufträge vor Ort und knüpften Kontakte zu neuen Kunden, sondern sie schätzten die Intertextile Shanghai auch als einen Kanal zum Aufbau ihrer Marke, um ihr Geschäftsnetzwerk in China zu erweitern. Neben dem stärkeren chinesischen Markt war ein weiterer Grund für den Käuferanstieg in diesem Jahr das starke Wachstum der vier parallel stattfindenden Messen. Dies führte zu einem differenzierteren Käuferprofil mit einer erhöhten Nachfrage aus verschiedenen Teilbereichen der Textilindustrie", so Frau Wendy Wen, Senior General Manager der Messe Frankfurt (HK) Ltd.    
 
Aussteller Meinungen:

Wang Si Qi, Repräsentant der Vertriebsabteilung für Fasern, Asahi Kasei Advance (Shanghai) Co., Ltd, Japan
"Wir kamen auf die Messe, um unsere Bekanntheit zu steigern und unsere Marke zu fördern. Da unsere Produkte selten auf dem Markt sind und einen perfekten Ersatz für traditionelle Materialien darstellen, waren die meisten Käufer, die unseren Stand besuchten, interessiert. Es ist uns gelungen, unsere Marke zu fördern und mehr Marktteilnehmer darüber zu informieren. Wir sind sehr zufrieden mit der Zahl der Besucher. Vertreter verschiedener Branchen mit unterschiedlichen Produkten in verschiedenen Preisklassen sind alle hier. Dies hilft uns, unseren Ruf in der Branche zu stärken."

Frau Allisa Lau, Senior Managerin, Chain Supply, Chain & Verbrauchermarketing, Cotton Council International, USA
"Wir sind in diesem Jahr mit der Besucherzahl zufrieden, da wir Kontakte zu vielen Herstellern geknüpft haben. Die meisten von ihnen sind unsere Zielgruppe. Die Messe war immer hilfreich für unseren Council, da wir bestehende Kunden kontakten und gleichzeitig potenzielle neue Kunden entdecken können."

Trevor Beuth, Geschäftsführer, Australian Alpaca Bedding Company Pty Ltd, Australien
"Wir stellen auf der Intertextile Shanghai aus, weil ich glaube, dass es zu dieser Jahreszeit die wichtigste Messe in Asien ist, und sie darüber hinaus auch eine große globale Reichweite hat. Wir hoffen, unsere Marke und unseren Ruf hier auf der Messe und in China zu etablieren. Unsere Produkte wurden von chinesischen Käufern sehr stark nachgefragt. Insgesamt hatten wir eine sehr arbeitsintensive Show, mit der wir zufrieden sind. Wir haben bereits mit einigen großen chinesischen Unternehmen zusammengearbeitet und sie kamen, um uns auf diese Messeausgabe noch einmal zu sehen, aber nahezu alle Besucher, die diesmal zu unserem Stand gekommen sind, waren neu für uns."
 
Tetsuo Tosaki, Manager, Tamurakoma & Co., Ltd, Japan
"Der Grund, warum wir hierher kommen, ist, dass es zu dieser Jahreszeit die größte Messe in Asien und die Marke Intertextile in Japan sehr bekannt ist. Wir haben an jedem Messetag fast 100 Kunden getroffen, darunter Hersteller, Markenhändler und Großhändler. Diese Show hilft uns, unsere Kunden besser kennenzulernen und unser Geschäft in China auszubauen. Der chinesische Markt entwickelt sich in den letzten Jahren rasant. Die Teilnahme an dieser Messe ist ein guter Start für uns und das Ergebnis übertrifft meine Erwartungen."
 
Herr Sunwei, Marketing Manager, Shanghai Yueda Xiangyun Home Textile Co., Ltd, China
"Zu unseren Besuchern zählen zu 80% Bestandskunden, die direkt vor Ort bestellt haben, die restlichen sind neue Kunden, die daran interessiert sind, unsere Franchisenehmer zu werden. Es ist überraschend, dass wir in nur zwei Messetagen so viele Bestellungen erhalten haben. Fast 90% unserer Kunden, die uns auf der Messe besuchten, haben Bestellungen aufgegeben, und wir haben mehr als 10 potenzielle Franchisenehmer getroffen. Dies ist wirklich eine ertragreiche Veranstal¬tung, die uns hilft, mit alten Kunden in Kontakt zu bleiben und neue Geschäfte aufzubauen."

Gao Qi, Bezirksleiter, Sunvim Co., Ltd, China
"In dieser Ausgabe präsentierten wir speziell für die Frühjahrssaison 2018 entworfene Frottier- und Bettwaren. Die Intertextile Shanghai ist eine der wichtigsten Plattformen für uns, um neue Produkte für das aktuelle Jahr auf den Markt zu bringen. Auf der einen Seite suchen viele Lieferanten und Markenkäufer in dieser Peak-Sourcing-Saison nach neuen Artikeln. Auf der anderen Seite werden viele hochwertige Einkäufer und Entscheidungsträger zur Messe eingeladen. Der Besucherfluss ist hoch, und wir können sowohl unsere Markenpopularität steigern als auch Bestellungen nach der Messe erhalten."
Qualitätslieferanten stellten Käufer mit einer breiten Palette von Beschaffungsbedürfnissen zufrieden. Während die Aussteller erfreut waren, neue Kunden zu treffen und Aufträge vor Ort zu erhalten, schätzten internationale und inländische Käufer auch die breite Palette von Produkten, die sie auf der Messe entdecken konnten.

Käufer Meinungen:

Anil Miglani, Präsident, SawHill Intl Ltd (Toronto), Kanada
"Diese Messe war immer zufriedenstellend, da wir jedes Mal einige interessante und potenzielle Lieferanten treffen können. Bisher haben wir zwei bis drei Aussteller gefunden, auf deren Zusammenarbeit wir uns freuen. Als chinesische Messe ist die Intertextile Shanghai sehr zu empfehlen, da die Aussteller, insbesondere die inländischen, von guter Qualität und offen gegenüber ausländischen Besuchern sind. Die Angebotspalette wird immer breiter und so komme ich jedes Jahr zu dieser Messe, um nach potenziellen chinesischen Lieferanten zu suchen."

Abdelkrim Boussehra, Yiwu Mingyu Import & Export Co., Ltd, Marokko
"Dies ist das erste Mal, dass ich an dieser Messe teilnehme. Ich kannte vorher keine der chinesischen Marken, aber ich denke, die Qualität ihrer Produkte ist wirklich gut. Ich habe zwei Maschinenlieferanten, TPET & Richpeace, getroffen und werde bei einem von ihnen Aufträge platzieren. Ich war auf mehreren Shows in China und denke, dass dies eine effektive Sourcing-Plattform ist, weil ich alles finden kann, was ich suche. "

Paul Chen, Geschäftsleiter, Jiangsu Yueda Hometex R & D Co., Ltd, China
"Im Vergleich zu den früheren Ausgaben gibt es mehr und mehr hochwertige und innovative Produkte. Große nationale Marken wie Mercury, Goldsun und Bermo sind alle hier und wir sind daran interessiert, mit ihnen zu arbeiten. Dies ist eine hervorragende Plattform, die uns das Sourcing mit diesen Ausstellern unter einem Dach ermöglicht."

Das Rahmenprogramm vermittelte den Messebesuchern Einblicke
Neben konkreten Geschäftsergebnissen bereicherte das Rahmenprogramm, zu dem auch das „Immaterielle Kulturerbe Areal“ und eine Reihe von Foren gehörten, die dreitägige Messe zusätzlich. Die Messebesucher waren fasziniert von der Präsentation einzigartiger und traditioneller Textilproduktions- und Verarbeitungstechniken von ethnischen chinesischen Minderheiten in der Heritage Zone. Während die Fachvorträge, die Themen wie den steigenden Konsum bis zu den neuesten Technologieanwendungen in den Fokus stellten, ein weiterer Erfolg waren, da sie den Branchenvertretern zusätzliche Möglichkeiten boten, Erkenntnisse zu teilen und die neuesten Entwicklungen kennen zu lernen.

Die nächste Intertextile Shanghai Home Textiles, die Herbstausgabe 2018, findet vom 27. bis 30. August am selben Ort statt. Intertextile Shanghai Home Textiles - Spring Edition wird organisiert von Messe Frankfurt (HK) Ltd; dem Sub-Council der chinesischen Textilindustrie, CCPIT; und der China Home Textile Association (CHTA).
   

DOWNPASS E.V. STELLT ERSTMALS IN CHINA AUS Traumpass e.V.
20.03.2018

DOWNPASS E.V. STELLT ERSTMALS IN CHINA AUS

  • Zero-Tolerance-Standard präsentiert sich auf der Intertextile Shanghai Home Textiles vom 14. bis 16. März
  • Erfolgreicher Auftritt gemeinsam mit drei Zertifizierungsorganisationen aus Deutschland, Japan und den USA/China
  • Großes Interesse chinesischer Produzenten an der einzigartigen Kombination aus Tierschutz und Qualitätskontrolle

„Wir sind auf viele engagierte Unternehmen - primär aus China – getroffen, die sich sehr für Rückverfolgbarkeit und ethisch korrektes Sourcing von Daunen und Federn interessieren. Das Potential, das der Downpass als Rückverfolgbarkeitsstandard in Verbindung mit einer kontinuierlichen Qualitätsüberwachung bietet, wurde klar erkannt und überzeugte nicht nur für exportorientierte Einsatzzwecke, sondern auch für den chinesischen Binnenmarkt“, so Frau Dr. Juliane Hedderich, die als Geschäftsführerin des Downpass e.V. den Messeauftritt verantwortete.

  • Zero-Tolerance-Standard präsentiert sich auf der Intertextile Shanghai Home Textiles vom 14. bis 16. März
  • Erfolgreicher Auftritt gemeinsam mit drei Zertifizierungsorganisationen aus Deutschland, Japan und den USA/China
  • Großes Interesse chinesischer Produzenten an der einzigartigen Kombination aus Tierschutz und Qualitätskontrolle

„Wir sind auf viele engagierte Unternehmen - primär aus China – getroffen, die sich sehr für Rückverfolgbarkeit und ethisch korrektes Sourcing von Daunen und Federn interessieren. Das Potential, das der Downpass als Rückverfolgbarkeitsstandard in Verbindung mit einer kontinuierlichen Qualitätsüberwachung bietet, wurde klar erkannt und überzeugte nicht nur für exportorientierte Einsatzzwecke, sondern auch für den chinesischen Binnenmarkt“, so Frau Dr. Juliane Hedderich, die als Geschäftsführerin des Downpass e.V. den Messeauftritt verantwortete.
„Das Follow-up nach der Messe wird entscheidend sein, um das Interesse der chinesischen Unternehmen in konkrete Mitgliedschaften umzusetzen.“

Auf einem großen Stand im Eingangsbereich der Halle 4.2 (HOME) – in bewusst puristisch gehaltenem Design - berieten neben den Repräsentanten des Verbandes wechselnde Teams der Zertifizierungsorganisationen WESSLING, QTEC und IDFL die Besucher. Diese unabhängigen Prüfinstitute und Auditierungsorganisationen sind direkter Ansprechpartner der Unternehmen für Audits und die Produktüberwachung. Der Hauptandrang konzentrierte sich messeüblich auf den Nachmittag des ersten und den zweiten Veranstaltungstag.

Die Märkte fordern immer mehr Materialien, die dem Handelspartner und damit dem Verbraucher eine größtmögliche Sicherheit in Sachen Ethik und Nachhaltigkeit bei hoher Produktqualität gewährleisten. Von unabhängigen Prüfinstituten zertifizierte Produkte gewinnen an Bedeutung und setzen die Standards im Verkauf.

Frau Anna Elisa Weßling, Legal Representative der Tochterniederlassung WESSLING Consulting (Shanghai) Ltd. und Repräsentantin der deutschen WESSLING Gruppe auf der Messe, freute sich über den direkten Kundenkontakt: „Unsere Präsenz als Beratungs-, Analytik- und Prüfunternehmen auf der Intertextile Home hat uns im Gespräch mit den Besuchern ermöglicht, einen Beitrag zur Erhöhung der Transparenz im chinesischen Markt zu leisten, so dass Handel und Verbraucher entsprechend höchster Anforderungen über Produktqualität und -herkunft von federn- und daunengefüllten Bettwaren informiert werden.“
Als deutsches Familienunternehmen steht die WESSLING Gruppe seit 35 Jahren für die kontinuierliche Verbesserung der Qualität und Sicherheit von Produkten und Prozessen und wird für seine Tochtergesellschaft in Shanghai in naher Zukunft neue erweiterte Räumlichkeiten beziehen, um mit einem vergrößerten Team den wachsenden Prüfanfragen in Asien gerecht zu werden.
„Wir erwarten in unserem Analytik- und Beratungsbereich Daunen und Federn ein stetiges Wachstum – insbesondere, da unsere internationalen Kunden den Downpass als klaren Benefit zur Kundengewinnung im In- und Ausland bewerten. Dabei spielen wir als unabhängiges Prüfinstitut eine nicht zu unterschätzende Rolle, um das Vertrauen in die Marke Downpass zu untermauern“, betonte Frau Weßling.

Das japanische Institut QTEC attestierte dem Downpass ebenfalls ein hohes Besucherinteresse und hob wie seine Kollegen die Bedeutung der Unabhängigkeit eines Instituts hervor: „Unsere Kenntnisse des japanischen Marktes in Verbindung mit unsere Prüfexpertise qualifizieren uns als Top-Ansprechpartner für Produzenten daunen- und federngefüllter Produkte aus dem Bekleidungs- wie dem Bettwarenbereich zur Absicherung einer ethisch korrekten Supplychain“, so der Geschäftsführer des Shanghai QTEC Testing Laboratory, Hiroyuki Nakamoto, der die drei chinesischen Standorte des Unternehmens – u.a. Shanghai und Wuxi – auf der Heimtextilienmesse erfolgreich präsentierte. Für den Downpass erwartet das Institut insbesondere an den chinesischen Standorten ein stetig wachsendes Aufkommen an Prüfanfragen.

Ein großes zweisprachiges englisch-chinesisches Sales-Team von IDFL China mit Sitz in Hangzhou stand bei allen Fragen rund um Audits und Testverfahren auf der Messe in Shanghai mit vielfältiger Fachexpertise zur Verfügung: Gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, dem chinesischen nationalen Daunen- und Federnlabor CIQ Xiaoshan, hält IDFL Kapazitäten für eine breite Palette unterschiedlicher Test- und Auditangebote vor.

IDFL Global Audit Manager Bryan Mortensen betonte, der Downpass habe sich zu einem weltweit und auch besonders in China anerkannten Standard und damit Siegel entwickelt. Der gemeinsame Auftritt mit anderen Zertifizierungsorganisationen habe die Chance geboten, die Fragen chinesischer Unternehmen entlang der Lieferkette vom Großhandel bis hin zu Bekleidungs- und Heimtextilmarken und Handelspartnern zu beantworten.
„Mit der aktuellen Version des Downpass 2017 beobachten wir eine starke Nachfrage nach dem Standard und seinem Siegel. IDFL hat weltweit bereits 2017 viele Audits durchgeführt, täglich erreichen uns neue Anfragen. Insgesamt erwarten wir für den Downpass in der Daunen- und Federnindustrie eine erfolgreiche Zukunft“, so Mortensen. IDFL, das 2018 sein 40-jähriges Jubiläum in der Branche feiert, auditiert seit nunmehr 10 Jahren im Bereich Daunen und Federn, aktuell unterzieht sich das Unternehmen selbst Zertifizierungen entsprechend der ISO/EN 17065 sowie der 19011.

In einem ersten Resümee zog das erweiterte Downpass-Messeteam Bilanz über eine gelungene Messepremiere. „Unser Ziel ist es, weltweit den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen zu fördern und die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen.“, so Frau Dr. Juliane Hedderich. „Tierschutz in Verbindung mit gesicherter Produktqualität zeichnen uns aus. Darüber gemeinsam zu informieren und neue Mitstreiter zu finden – diese Aufgabe haben wir in Shanghai gut gemeistert.“

 

Über den Zero-Tolerance-Standard DOWNPASS 2017
Nach dem Downpass 2017 zertifizierte Produkte mit Füllungen aus Daunen und Federn schließen Ware aus Lebendrupf ebenso aus wie aus der Stopfleberproduktion. Die Aufzucht der Tiere wird kontrolliert und die Überwachung kann bis auf die Muttertierfarmen ausgedehnt werden.
Dafür werden Farmen, Rohwarenhändler und Produzenten in Audits geprüft und überwacht.
Fertig konfektionierte Produkte werden am Point of Sale durch Mystery Shopping aufgekauft und anschließend einer Qualitätskontrolle in unabhängigen Prüflaboren unterzogen.
Nach dem DOWNPASS 2017 waren bis zum Januar 2018 503 Mio. Tiere auditiert worden.
Gelabelte Produkte sind in Nordamerika, Europa und Asien erhältlich.

13.03.2018

UMBAU DER BEKLEIDUNGSINDUSTRIE IN BANGLADESCH NOCH NICHT ABGESCHLOSSEN

  • Exporte wachsen langsame
  • Industrie benötigt neue Konzepte     

Dhaka (GTAI) - Die Bekleidungsindustrie ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Bangladesch. Der Zustand der Betriebe hat sich seit 2013 - als ein Gebäude mit mehreren Fabriken einstürzte - verbessert. In- und ausländische Firmen haben in neue Prozesse investiert. Regierung und Verbände wollen die Sicherheit weiter erhöhen. Die Ausfuhren wachsen langsamer. Der internationale Wettbewerb zwingt die Unternehmen, nicht nur nachhaltiger, sondern auch effizienter und innovativer zu produzieren. (Kontaktadressen). Am 24. April 2013 stürzte nördlich der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka das Rana Plaza-Gebäude ein, in dem fünf Bekleidungsfabriken untergebracht waren. Die Katastrophe forderte 1.138 Menschenleben und noch mehr Verletzte. Das Unglück schnitt tief in den größten Industriesektor des Landes ein.

  • Exporte wachsen langsame
  • Industrie benötigt neue Konzepte     

Dhaka (GTAI) - Die Bekleidungsindustrie ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Bangladesch. Der Zustand der Betriebe hat sich seit 2013 - als ein Gebäude mit mehreren Fabriken einstürzte - verbessert. In- und ausländische Firmen haben in neue Prozesse investiert. Regierung und Verbände wollen die Sicherheit weiter erhöhen. Die Ausfuhren wachsen langsamer. Der internationale Wettbewerb zwingt die Unternehmen, nicht nur nachhaltiger, sondern auch effizienter und innovativer zu produzieren. (Kontaktadressen). Am 24. April 2013 stürzte nördlich der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka das Rana Plaza-Gebäude ein, in dem fünf Bekleidungsfabriken untergebracht waren. Die Katastrophe forderte 1.138 Menschenleben und noch mehr Verletzte. Das Unglück schnitt tief in den größten Industriesektor des Landes ein. Die massiven Probleme beim Gebäude- und Arbeitsschutz sowie Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte wurden mit einem Schlag auch international offen sichtbar und danach mit Nachdruck angegangen.
 
Ausländische Unternehmen haben in den vergangenen Jahren kräftig in die Textil- und Bekleidungsbranche investiert, im Jahr nach dem Unglück wurde ein Rekordwert erzielt. Der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen (FDI, Foreign Direct Investment) in der Textil- und Bekleidungsindustrie betrug nach Angaben der Zentralbank im Juni 2017 beachtliche 2,6 Milliarden US-Dollar (US$). Firmen aus Südkorea haben sich mit 766 Millionen US$ am stärksten engagiert, gefolgt von Investoren aus Hongkong mit 448 Millionen US$ und Großbritannien mit 243 Millionen US$.

Finanzjahr *)

FDI-Zuflüsse in die bangladeschische Textil- und Bekleidungsindustrie (in Mio. US$)
Finanzjahr *) 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17
FDI-Zuflüsse netto 241 412 446 352 396 360

      *) Finanzjahr vom 1. Juli bis 30. Juni

Mehrere erfolgreiche Programme für mehr Sicherheit
Regierung und internationale Organisationen reagierten mit vielen Maßnahmen und Initiativen auf Rana Plaza. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) startete Programme zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Einkäufer und Branchenvertreter suchten nach Lösungen.

Internationale Händler, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen unterzeichneten schließlich noch 2013 ein verbindliches Abkommen für mehr Feuer- und Gebäudeschutz (Accord on Fire and Building Safety). Mitarbeiter von Accord haben seitdem über 1.600 Textil- und Bekleidungsfabriken überprüft. Rund 86 Prozent der festgestellten Mängel wurden gemäß einem Zwischenbericht vom Januar 2018 beseitigt. Accord läuft im November 2018 nach fünf Jahren aus. Einige Teilnehmer des Bündnisses haben eine Verlängerung des Programms von drei Jahren vereinbart.

Hauptsächlich nordamerikanische Importeure haben 2013 das Programm Alliance (Alliance for Bangladesh Worker Safety) initiiert. Das Bündnis hat seitdem 666 Fabriken überprüft, die mit Stand Februar 2018 circa 87 Prozent der Mängel behoben haben. Das Programm läuft ebenfalls nach fünf Jahren im Mai 2018 aus.     

Arbeitskräfte fordern mehr Rechte und höhere Löhne
Die Regierung ermöglichte nach dem Rana Plaza-Unglück eine etwas einfachere Gründung von und Engagement in Gewerkschaften. Die ungefähr 4 Millionen Arbeiter in der Textil- und Bekleidungsindustrie sind nach Meinung von Beobachtern aber weiterhin kaum formal organsiert und haben mehrfach für höhere Löhne gestreikt.

Eine Regierungskommission hatte zuletzt 2013 den monatlichen Mindestlohn in der Bekleidungsindustrie von 3.000 auf 5.300 Taka erhöht. Dieser Betrag entspricht aktuell lediglich 52 Euro (1 Euro = 102,13 Taka; Wechselkurs vom 5. März 2018). Gewerkschaften forderten Anfang 2018 eine Verdreifachung des Mindestlohns, denn ungelernte Arbeiter erhalten bei ihrer Erstanstellung durchaus diesen Niedriglohn, der kaum zum Leben reicht. Ihre Entlohnung wächst erst anschließend mit den Fähigkeiten und Erfahrungen.

Mitarbeiter wechseln häufig den Job. Die Fluktuation soll nach Angaben von Beobachtern im Durchschnitt bei 5 bis 7 Prozent je Monat liegen. Faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen würden auch diese Problematik in den betroffenen Betrieben positiv beeinflussen.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Exporteur von Bekleidung
Die weltweit aktiven Bekleidungshändler kaufen in Bangladesch in großem Stil ein. Einige unterhalten dort Büros mit Hunderten Beschäftigten. Als größere Auftraggeber werden unter anderem Inditex (Spanien), H&M (Schweden), C&A sowie Tchibo (Deutschland) genannt.

Die Bekleidungsexporte stagnierten allerdings im Finanzjahr 2016/17. Ein Grund für die Wachstumsschwäche war der erstarkte Wechselkurs. Die nationale Währung Taka hatte gegenüber dem US-Dollar aufgewertet, Ausfuhren wurden damit teurer und weniger wettbewerbsfähig.

Die Regierung visiert für 2017/18 ein Exportwachstum von 8,1 Prozent auf 30,2 Milliarden US$ an. Die Branche ist tatsächlich auf Kurs und erreichte in der zweiten Jahreshälfte 2017 ein Plus von 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wichtigste Abnehmer sind die USA und Deutschland.    

Bangladeschs Exporte
von Bekleidung (in Mio. US$)
2014/15 *) 2015/16 *) 2016/17 *)
Insgesamt              25.491 28.094   28.150
Darunter            
.Webwaren                13.065 14.739 14.393
.Strickwaren         12.427  13.355 13.757
Nach Abnehmern            
.USA            5.288 5.625 5.204
.Deutschland     4.339 4.653 5.135
.Großbritannien     2.904  3.524 3.307
.Spanien          1.626 1.864 1.879
.Frankreich     1.618 1.714 1.765
.Italien         1.243 1.278  1.349
.Kanada             929 998 946
.Niederlande     627  660 814
.Belgien     772 835 753
.Japan            653 774  744
Polen          548  616 720


*) Finanzjahr vom 1. Juli bis 30. Juni
Quellen: Export Promotion Bureau, Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association

Exporte aus dem Schwellenland genießen in vielen entwickelten Ländern Zollfreiheit. Die Europäische Union gewährt einen zoll- und quotenfreien Zugang. Australien und Japan bewilligen Präferenzzugänge nach dem Generalized Scheme of Preferences (GSP). Die USA haben jedoch 2013 den GSP-Status aufgehoben und erheben auf Einfuhren aus Bangladesch Zölle und Abgaben.    
Unternehmen wollen wachsen und effizienter werden.

Die Vereinigung der Bekleidungsexportfirmen BGMEA schätzt, dass über 3.000 Bekleidungsfabriken ausschließlich für internationale Kunden arbeiten. Weitere 800 bis 1.000 Betriebe nähen wiederum nur für lokale Händler, die Bekleidung an die 160 Millionen Einwohner des Landes verkaufen.

Es liegen keine Daten über Betriebsgrößen oder die umsatzstärksten Unternehmen vor. Bekleidungsfirmen sind meist als private Gesellschaften registriert und veröffentlichen keine Geschäftszahlen. Die größeren gehören zu heimischen Mischkonzernen, die in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen tätig sind. Die Betriebe investieren in modernere Fertigungsanlagen, um größere Aufträge schneller und zu kleineren Stückkosten abzuarbeiten.

Die Importe an Maschinen und Geräten für die Textil- und Bekleidungsindustrie beliefen sich 2015 auf 1,4 Milliarden US$. Die BGMEA meint, dass die Bekleidungsindustrie seitdem ihre Ausrüstungseinkäufe weiter erhöht habe.

Die Wertschöpfung entlang der lokalen Textilkette sei ausbaufähig. Einfache Stoffe und Materialien werden lokal produziert. Die Fertigungskapazitäten für Gewebe reichen allerdings nicht aus und müssten erweitert werden. Die Bekleidungsindustrie stellt zudem auf hochwertigere Waren aus Kunstfasern um. Produzenten hoffen auf höhere Margen, wenn sie zum Beispiel Kleidung aus elastischen Fasern oder Funktionskleidung aus Mischfasern herstellen.

Viele Vorprodukte werden aus China und Südkorea importiert. Die Einfuhr ist jedoch aufgrund der begrenzten Umschlagfähigkeiten der See- und Flughäfen schwierig. Die Logistikkosten sind hoch. Der Bekleidungssektor muss also noch einige Herausforderungen bewältigen.

Bezeichnung Internetadresse Anmerkung

 Bangladesh Garment Manufacturers and Exporters Association

http://www.bgmea.com.bd
Vereinigung der Bekleidungsexportfirmen
Vereinigung der Bekleidungsexportfirmen  
Bangladesh Textile Mills Association http://www.btmadhaka.com Verband der Textilhersteller
Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh   http://bangladeshaccord.org   Rechtlich verbindliche Vereinbarung zur Verbesserung der Bedingungen in der Bekleidungsindustrie
Alliance for Bangladesh Worker Safety  http://www.bangladeshworkersafety.org Rechtlich verbindliche Vereinbarung zur Verbesserung der Bedingungen in der Bekleidungsindustrie

 

 

 

Quelle:

Thomas Hundt, Germany Trade & Invest www.gtai.de

DOMOTEX 2018 (c) Deutsche Messe
23.01.2018

NEUE DOMOTEX HERVORRAGEND VON DER WELTWEITEN BODENBELAGSBRANCHE ANGENOMMEN

  • Rekordwerte bei Ausstellern und Fläche
  • Starker Besucherzuspruch bestätigt Neuausrichtung
  • Neues Format „Framing Trends“ begeistert Aussteller und Besucher

Moderner, frischer und trendiger präsentierte sich die DOMOTEX 2018 vom 12. bis 15. Januar in Hannover. Eine komplett neue Hallenstruktur und Geländebelegung, eine neue Tagesfolge von Freitag bis Montag sowie inspirierende Erlebniswelten zum aktuellen Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE gaben eine bessere Orientierung und setzten frische Akzente. Die weltweit wichtigste Messe für Teppiche und Bodenbeläge hat sich einmal mehr als starker Impulsgeber für Geschäfte, Trends und Innovationen erwiesen. 1 615 Aussteller und 45 000 Fachbesucher aus mehr als 100 Nationen kamen nach Hannover, um in ein aussichtsreiches Geschäfts- und Messejahr zu starten. Die neue DOMOTEX wurde hervorragend von der weltweiten Bodenbelagsbranche angenommen.

  • Rekordwerte bei Ausstellern und Fläche
  • Starker Besucherzuspruch bestätigt Neuausrichtung
  • Neues Format „Framing Trends“ begeistert Aussteller und Besucher

Moderner, frischer und trendiger präsentierte sich die DOMOTEX 2018 vom 12. bis 15. Januar in Hannover. Eine komplett neue Hallenstruktur und Geländebelegung, eine neue Tagesfolge von Freitag bis Montag sowie inspirierende Erlebniswelten zum aktuellen Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE gaben eine bessere Orientierung und setzten frische Akzente. Die weltweit wichtigste Messe für Teppiche und Bodenbeläge hat sich einmal mehr als starker Impulsgeber für Geschäfte, Trends und Innovationen erwiesen. 1 615 Aussteller und 45 000 Fachbesucher aus mehr als 100 Nationen kamen nach Hannover, um in ein aussichtsreiches Geschäfts- und Messejahr zu starten. Die neue DOMOTEX wurde hervorragend von der weltweiten Bodenbelagsbranche angenommen. Sie verzeichnete Rekordwerte bei Ausstellern und Fläche (106 000 Quadratmeter) und spiegelte damit den spürbaren Aufschwung der Bodenbelagsbranche wider. „Der deutliche Aussteller- und Flächenzuwachs, die starke Besucherresonanz, Neuheiten in Hülle und Fülle sowie eine durchweg positive Stimmung in den Messehallen belegen den großen Erfolg der diesjährigen Veranstaltung“, sagte Dr. Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, Hannover, zum Abschluss der Messe. „Mit dem Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE hat die DOMOTEX den Trend der Individualisierung aufgegriffen, den Fokus noch stärker auf Inspiration und Innovation gesetzt und ihre Position als Einrichtungs- und Lifestyle-Messe ausgebaut.“

Erlebniswelt Framing Trends sorgte für frische Impulse
Die Besucher konnten das Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE insbesondere auf der neuen Sonderfläche „Framing Trends“ in Halle 9 erleben. Dort setzten sich Aussteller, Künstler und Nachwuchsdesigner in 20 „eingerahmten“ Räumen kreativ mit dem Thema Individualität auseinander. Die Sonderfläche entwickelte sich zum Besuchermagneten und bot eine Fülle an Inspirationen. „Framing Trends war ein großer Erfolg. Das Konzept hat für frische Impulse gesorgt und die Attraktivität der DOMOTEX weiter gesteigert“, sagte Gruchow. „Daher wird die Sonderfläche auch in Zukunft zentraler Bestandteil der DOMOTEX sein.“

Insbesondere für Architekten, Designer und Planer stand der Besuch der Sonderfläche ganz oben auf der Agenda. Sie nutzten den kreativen Hotspot, um neue Anregungen für ihre Arbeit zu bekommen, denn Framing Trends bildete alle Produktarten des Bodenbelags ab. „Das Konzept ‚Framing Trends‘ in der Halle 9 ist eine ansprechende und passende Zusammenfassung der DOMOTEX. Innovativ gestaltet und zentral positioniert wirkte das Forum wie das Herzstück der Messe, was insbesondere auch für ArchitektInnen, InnenarchitektInnen und DesignerInnen interessant ist“, sagte Chris Middleton, Architekt, KINZO, Berlin.

Hohe Internationalität bei den Besuchern
Von den 45 000 Besuchern kamen mehr als 65 Prozent aus dem Ausland – davon rund 60 Prozent aus Europa, rund 25 Prozent aus Asien und 11 Prozent aus Amerika. Deutliche Besucherzuwächse gab es insbesondere aus den USA sowie Süd- und Mittelamerika. Die Mehrheit der DOMOTEX-Besucher bildeten Einkäufer aus dem Facheinzel- und Großhandel, dem Handwerk sowie Architekten und Innenarchitekten. Ein Zuwachs war insbesondere bei Einrichtungs- und Möbelhäusern, Architekten, Innenarchitekten und Objektausstattern sowie Handwerkern erkennbar. Die Entscheiderkompetenz der DOMOTEX-Besucher war erneut sehr hoch.

Die Besucher zeigten sich von den Neuerungen begeistert: „Als SÜDBUND sind wir jedes Jahr auf der DOMOTEX. Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal eine Delegationsreise für unsere Mitglieder auf die DOMOTEX organisiert. Wir waren begeistert und konnten viele interessante Anregungen bekommen sowie die neuesten Entwicklungen in Sachen Bodenbelag entdecken. Für uns steht jetzt schon fest: Wir kommen in 2019 gerne auch mit einer größeren Gruppe wieder“, sagte Michael Kovac, Einkaufsleiter Bodenbeläge & Zubehör, SÜDBUND – Einkaufsverband für Heimtextilien Eg., Backnang.

Starke Stimmen aus Architektur und Design
Das abwechslungsreiche Rahmenprogramm mit Vorträgen rund um das Leitthema sorgte für weitere Inspirationen und begeisterte Aussteller und Besucher. Zu den Sprechern der Talk-Runden zählten namhafte Architekten wie der Designer Werner Aisslinger (Studio Aisslinger, Berlin), Andreas Krawczyk (NKBAK, Frankfurt/Main), Chris Middleton (KINZO, Berlin) und Jürgen Mayer H. (J.MAYER.H und Partner, Berlin). Dabei wurden aktuelle Projekte aus Architektur und Design vorgestellt und diskutiert – von der Idee ausgehend über den Designprozess bis hin zu Produktion und Vertriebsstrategien. Tägliche Führungen mit namhaften Architekten und Designern wie Peter Ippolito (Ippolito Fleitz Group, Stuttgart), Jürgen Mayer. H. (J.MAYER.H und Partner, Berlin) und Susanne Schmidhuber (SCHMIDHUBER, München) ermöglichten einen besonderen Blick auf Produkte, das Leitthema und eine schnelle Kontaktaufnahme zu den Ausstellern.

Großen Zuspruch hatten auch die Vorträge der international bekannten Interior-Design-Bloggerin und Buchautorin Holly Becker von Decor8. Sie erörterte, wie Aussteller der DOMOTEX mit Bloggern kooperieren können, um ihre Produkte auf dem Markt bekannter zu machen. Zudem diskutierte sie mit weiteren namhaften Bloggern über die Einrichtungstrends der Zukunft. Ebenso war das Einrichten mit virtueller Realität in Halle 9 ein spannendes Thema. Viele Besucher testeten die Virtual-Reality-Brillen, um sich über die Möglichkeiten der neuen Technologie zu informieren.

Inspirierend waren auch die Art-Day-Workshops von der kanadischen Designfirma Creative Matters auf der Sonderfläche Framing Trends. Dort konnten die Teilnehmer mit Farben, Kohle, Tinte und Wachs auf Papier experimentieren, um ein frisches Design zum Leitthema UNIQUE YOUNIVERSE zu kreieren. Auch in den sogenannten floorCODES WorkLabs des Instituts International Trendscouting (IIT) der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim hatten Teilnehmer die Gelegenheit, Szenarien für den Boden der Zukunft nach der Methode IIT HAWK zu erarbeiten.

Mit der Verleihung der Carpet Design Awards am Messe-Samstag wurde in Halle 9 ein weiterer Glanzpunkt gesetzt. Der international renommierte Preis zeichnete die weltweit schönsten handgefertigten Designer-Teppiche in acht Kategorien aus. Zudem hat sich die Halle 13 als neuer Anziehungspunkt für Parkett-, Bodenleger, Raumausstatter und Maler etabliert. Beim Treffpunkt Handwerk wurde ein umfangreiches Programm mit wertvollen Tipps und Tricks für den Arbeitsalltag vorgestellt.

Die nächste DOMOTEX wird vom 11. bis 14. Januar 2019 veranstaltet.

Die DOMOTEX wird ab 2019 auch in Nordamerika ausgerichtet. Die Premiere der DOMOTEX USA findet vom 28. Februar bis zum 2. März 2019 im Georgia World Congress Center in Atlanta, US-Bundesstaat Georgia, statt.

21.11.2017

ITALIENS LEITMESSEN GEWINNEN WIEDER AN BEDEUTUNG

  • Steigende Besucher- und Ausstellerzahlen
  • Internationalisierung kommt voran
Mailand (GTAI) - Die italienischen Messegesellschaften gehen gestärkt aus der Wirtschaftskrise des Landes hervor: Übernahmen und Fusionen haben für eine Konsolidierung in der Branche gesorgt, hinzu kommt die stärkere Internationalisierung führender Gesellschaften. Die großen Leitmessen werden wieder besser besucht, die Zahl der Aussteller steigt. Italien zählt zu den führenden Messestandorten in Europa, insbesondere was die Branchen Mode, Maschinenbau, Möbel und Nahrungsmittel betrifft.
  • Steigende Besucher- und Ausstellerzahlen
  • Internationalisierung kommt voran
Mailand (GTAI) - Die italienischen Messegesellschaften gehen gestärkt aus der Wirtschaftskrise des Landes hervor: Übernahmen und Fusionen haben für eine Konsolidierung in der Branche gesorgt, hinzu kommt die stärkere Internationalisierung führender Gesellschaften. Die großen Leitmessen werden wieder besser besucht, die Zahl der Aussteller steigt. Italien zählt zu den führenden Messestandorten in Europa, insbesondere was die Branchen Mode, Maschinenbau, Möbel und Nahrungsmittel betrifft.

Mehr als die Hälfte der italienischen Messegesellschaften berichtet, dass die Zahl der Aussteller und Besucher im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen ist. Das geht aus der jüngsten Umfrage des italienischen Messeverbandes Associazione Esposizioni e Fiere italiane (AEFI) hervor. Im Gesamtjahresvergleich scheint die Entwicklung weniger positiv, 2016 besuchten deutlich weniger Kunden Ausstellungen als noch 2015. Der wichtigste Grund dafür aber ist die Weltausstellung in Mailand, die 2015 mehr als 21 Millionen Besucher ins Land gelockt hatte.

Der AEFI-Umfrage zufolge kommen immer mehr Besucher und Aussteller aus nicht EU-Ländern zu den Messen in Italien. Besonders gut frequentiert seien die hochspezialisierten, international ausgerichteten Branchenmessen in den Bereichen Nahrungsmittel und Wein, Tourismus, Mode und Kosmetika, Möbel und Design sowie Maschinenbau.

Ein weiterer Trend ist der zunehmende Internationalisierungsgrad der italienischen Messelandschaft, so ist Zahl der ausländischen Aussteller 2016 wieder gestiegen, ihr Anteil lag bei 34 Prozent. Ein Grund für diese Entwicklung ist aber auch die Tatsache, dass die Zahl der italienischen Aussteller in den Jahren der Wirtschaftskrise von 2009 bis 2015 zurückgegangen ist. Gleichzeitig setzen die italienischen Messeaussteller auf die Internationalisierung des Angebots, konkret gründen sie zum Beispiel Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen im Ausland. Nicht zuletzt fördert auch die italienische Regierung die Beteiligung kleinerer und mittlerer Unternehmen auf Messen im Ausland, sie setzt dabei auf Gemeinschaftsstände und Fördermittel.
 
Entwicklung der Messen in Italien *)
  2014 2015 2016
Anzahl der Veranstaltungen 54 57 56
Ausstellungsfläche (Mio. qm) 1,9 1,6 1,6
Anzahl der Aussteller 39.640 35.635 39.690
.. davon aus dem Ausland 12.610 12.601 13.379
Anzahl der Besucher 3.201.234 3.017.166 2.732.838
.. davon aus dem Ausland 779.096 805.960 551.013

*) Mitglieder des Verbands Comitato Fiere Industria

Quelle: Comitato Fiere Industria (CFI)
 
Konsolidierung der Messegesellschaften bietet Chancen
Die italienischen Messegesellschaften haben sich in den vergangenen Jahren unterschiedlich entwickelt. Große Messezentren wie Mailand, Verona, Bologna und Parma behaupteten sich gemessen am Umsatz besser als Standorte zweiten Ranges. Positiv zu Buche schlägt die stärkere internationale Präsenz der Gesellschaften.

Die größte Messegesellschaft Italiens, die Messe Mailand, hat in den vergangenen Jahren mehrere Gemeinschaftsunternehmen im Ausland gegründet. In Indien und China arbeitet Fiera Milano mit der Hannover Messe zusammen. Mit der Messe Düsseldorf ist im Oktober 2017 eine Kooperation der Düsseldorfer Interpack mit der Mailänder Ipack-Ima, der beiden größten Messen Europas im Bereich Verpackungen und Verpackungsmaschinen, bekanntgegeben worden. Gleichzeitig fährt die Messe Mailand ihre Aktivitäten in Brasilien, Südafrika, Russland und Thailand zurück, Grund dafür ist die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern. Insgesamt erzielte die Messe Mailand 2016 einen Umsatz von 221 Millionen Euro, davon 7 Millionen Euro im Ausland. Nach wir vor aber ist das Geschäft seit vielen Jahren defizitär, 2016 summierten sich die Verluste auf 23 Millionen Euro. Neben der schwierigen Finanzlage musste die Messe einen (Finanz)-Skandal, der die Infiltration einer Tochtergesellschaft durch die Mafia betraf, verkraften. Lediglich 2015 konnte die Gesellschaft - vor dem Hintergrund der Expo 2015 - schwarze Zahlen schreiben.

Im Jahr 2016 sind die Messegesellschaften von Rimini (wichtig in den Bereichen Umwelt, Tourismus, und Transport) und Vicenza (vor allem im Bereich Gold und Schmuck stark vertreten) zur Exhibition Group (IEG) fusioniert. Die Gruppe erzielte im Berichtsjahr einen Umsatz von 125 Millionen Euro. Damit konnte sie die Messe Bologna - gemessen am Umsatz - aber nicht von Platz 2 der italienischen Anbieter verdrängen. Die Messe Bologna, die auch für die Ausstellungen in Modena und Ferrara verantwortlich zeichnet, weist für 2016 einen Umsatz von 132 Millionen Euro und einen Gewinn von gut 5 Millionen Euro aus. IEG und Messe Bologna bauen ihr Geschäft in Asien und insbesondere in China aus.

Die kleineren Messegesellschaften haben die lange Wirtschaftsflaute in Italien deutlich zu spüren bekommen. Die Messe in Brescia ist in Konkurs gegangen, die in Reggio Emilia musste von der Provinzverwaltung gerettet werden. Auch eine der wichtigsten Messen Süditaliens, die Fiera del Levante in Apulien, hat in den Krisenjahren an Bedeutung verloren. Der wichtigste Grund für die Konsolidierung der Messebranche ist das Überangebot von Veranstaltungen in Italien. Hier werden mehr als doppelt so viele Messen veranstaltet wie in Deutschland.

Einen Überblick über die wichtigsten internationalen Messen bietet der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA). Hier können auch Informationen über die Auslandsmesseprogramme des Bundes und der Bundesländer eingeholt werden (http://www.auma.de).
 
Kontaktadressen
Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA)
Littenstraße 9
10179 Berlin
Postfach 02 12 81
10124 Berlin
T +49 (0)30 240 00-0
F +49 (0)30 240 00-330
info@auma.de
http://www.auma.de

Comitato Fiere Industria (Industriemesse)
Via Pantano, 2
20122 Mailand, Italien
T +39 (0)2 720 002 81
info@cfionline.net
http://www.cfionline.net

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Messen Italien
Quelle:

Robert Scheid, www.gtai.de

Messe Frankfurt intensiviert Textil-Engagement in Afrika © Pixabay
31.10.2017

MESSE FRANKFURT INTENSIVIERT TEXTIL-ENGAGEMENT IN AFRIKA

  • Marokko, Äthiopien und Südafrika: Netzwerk umfasst die wichtigsten Textilregionen Afrikas
  • Aufstrebender Kontinent: Positive Prognosen im Textilsektor

Erst Äthiopien, dann Südafrika und in Kürze Marokko: Die Messe Frankfurt erweitert ihr Textilmesseportfolio auf dem afrikanischen Kontinent. Mit der kurz bevorstehenden Kooperation mit den beiden Fachmessen Maroc in Mode und Maroc Sourcing dehnt der weltweite Marktführer für Textilmessen seine Präsenz auf den Nordwesten Afrikas aus. „Unser Netzwerk erstreckt sich künftig über bedeutende Textilregionen Afrikas und umfasst die führenden Messen auf dem aufstrebenden Kontinent“, erklärt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Mit unserem Engagement in Äthiopien, Südafrika und zukünftig Marokko haben wir hervorragende Voraussetzungen geschaffen, um die positiven Entwicklungen in Afrikas Textilindustrie zu unterstützen.“

  • Marokko, Äthiopien und Südafrika: Netzwerk umfasst die wichtigsten Textilregionen Afrikas
  • Aufstrebender Kontinent: Positive Prognosen im Textilsektor

Erst Äthiopien, dann Südafrika und in Kürze Marokko: Die Messe Frankfurt erweitert ihr Textilmesseportfolio auf dem afrikanischen Kontinent. Mit der kurz bevorstehenden Kooperation mit den beiden Fachmessen Maroc in Mode und Maroc Sourcing dehnt der weltweite Marktführer für Textilmessen seine Präsenz auf den Nordwesten Afrikas aus. „Unser Netzwerk erstreckt sich künftig über bedeutende Textilregionen Afrikas und umfasst die führenden Messen auf dem aufstrebenden Kontinent“, erklärt Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Mit unserem Engagement in Äthiopien, Südafrika und zukünftig Marokko haben wir hervorragende Voraussetzungen geschaffen, um die positiven Entwicklungen in Afrikas Textilindustrie zu unterstützen.“

Demografischer Wandel, zunehmende Urbanisierung und Verschiebungen der Wirtschaftskräfte – die globalen Entwicklungen unterstützen das Wachstum der afrikanischen Wirtschaft und wirken sich deutlich auf die Textilindustrie aus. Laut Prognose von UN Economic Report on Africa 2017 weist Afrika die am schnellsten wachsende Bevölkerung auf. Die heutige Population von rund 1,2 Mrd. Menschen wird sich bis 2050 mehr als verdoppeln. Ebenso nimmt die Anzahl der arbeitenden Menschen auf dem afrikanischen Kontinent rasant zu. Bereits 2034 wird die weltweit größte arbeitende Bevölkerung (1,1 Mrd.) in Afrika prognostiziert. Diese demografischen Veränderungen lassen den privaten und geschäftlichen Konsum stark zunehmen, wovon überwiegend regionale Wirtschaftsmärkte profitieren werden.
 
Marokko: Maroc in Mode & Maroc Sourcing

Insbesondere Marokko bietet großes Potenzial für den Handel mit Bekleidung: Marokkos Nähe zu bedeutenden Modemärkten wie EU und USA, diverse Freihandelsabkommen und ein Wirtschaftswachstum von zuletzt vier Prozent (zwischen 2010 und 2015, Nachrichten für den Außenhandel, NfA, 19. Januar 2017) schaffen ein sicheres Geschäftsklima. Die seit 2014 etablierten Fachmessen Maroc in Mode und Maroc Sourcing präsentieren aktuell rund 120 Aussteller aus Marokko, Tunesien, Ägypten, Türkei, China und einer Reihe westeuropäischer Staaten. Das weitreichende Produktportfolio begeistert mit einer starken modischen Kompetenz. Die Messen gelten als Hotspot für Fast Fashion und zeigen neben Fashion, Denim, Lingerie und Strickwaren auch Sports- und Casualwear, Arbeitskleidung und Accessoires. Auf der kommenden Ausgabe wird die Messe Frankfurt mit dem dortigen Veranstalter AMITH (Association Marocaine des Industries du Textile et de l’Habillement) eine Kooperation vereinbaren. Die Messe findet am 26./27. Oktober 2017 im Exhibition Park Hassan Circuit in Marrakesch statt.

Südafrika: Source Africa & ATF Expo

Südafrika ist die stärkste Wirtschaftskraft des Kontinents und einer der größten Verbrauchermärkte. Das Land verfügt über den mächtigsten Einzelhandelssektor und ist von allen Ländern Afrikas das am besten vernetzte. Diese internationale Vernetzung sowie regionale Freihandelsabkommen machen Südafrika zu einer wichtigen Drehscheibe für den Handel mit anderen afrikanischen Ländern sowie den pazifischen Anrainerstaaten, wie zum Beispiel der arabischen Halbinsel und Indien.

Mit der kürzlich verabschiedeten Übernahme der Fachmessen Source Africa und der ATF treibt die Messe Frankfurt den Austausch zwischen internationalen und regionalen Einkäufern, Herstellern und Zulieferern in dieser Region voran. Die Source Africa wurde 2014 als Fachmesse für afrikanische Produzenten von Stoffen, Accessoires, Bekleidung, Schuhen und Lederartikeln ins Leben gerufen, die nicht nur afrikanische Facheinkäufer sondern auch internationale Hersteller von Bekleidung und Mode anspricht. Am 20./21. Juni 2018 findet die fünfte     
 
Ausgabe der Messe im International Convention Center (CTICC) in Kapstadt statt. Vom 21. bis 23. November 2017 öffnet die ATF Expo an gleicher Stelle ihre Tore. Seit 1998 bietet diese Messe ein internationales Produktspektrum an Stoffen, Bekleidung, Schuhen, Lederwaren und Accessoires sowie Dienstleistungen für eine vorwiegend lokale und regionale Einkäuferschaft.    

Äthiopien: gelungener Start für Texworld, Apparel Sourcing und Texprocess

Im Osten Afrikas hat sich Äthiopien aufgrund der Strategie der Regierung mit Fokus auf die Leichtindustrie zu einem attraktiven Lohnkonfektionsland für Bekleidung und Lederwaren entwickelt. Äthiopien profitiert ebenfalls von Freihandelsabkommen wie AGOA zur Förderung der afrikanischen Wirtschaft. Mit der Africa Sourcing and Fashion Week (ASFW) hat die Messe Frankfurt seit der jüngsten Ausgabe im Oktober 2017 einen starken Partner an ihrer Seite. Dabei wurden erstmals Ableger der drei Messe-Brands Texworld, Apparel Sourcing und Texprocess innerhalb der Africa Sourcing & Fashion Week integriert. Sie ist eine Sourcingplattform für vorwiegend europäische und US-amerikanische Modeunternehmen. Die siebte Ausgabe versammelte rund 200 internationale Aussteller aus 25 Ländern in Addis Abebas Millennium Hall. Bekleidungsstoffe, Lohnkonfektion, Mode und Accessoires wurden ebenso ausgestellt wie Maschinen für die Lohnkonfektion, CAD/CAM-Systeme, Drucker, Druckfarben und Zubehör. Darüber hinaus begeisterte die Messe mit einer Modenschau, einer Vortragsreihe, einem Trendbereich und einer Matchmaking-Plattform.

Messe Frankfurt: Starke Präsenz auf den Textilmärkten der Welt

Mit einem Portfolio von über 50 internationalen Textilmessen ist die Messe Frankfurt weltweit Marktführer für Fachmessen der Textilbranche. 2016 kamen zu den Veranstaltungen in Europa, Nordamerika und Asien rund 19.500 Aussteller und etwa 477.000 Besucher. Unter dem Namen Texpertise Network deckt das textile Veranstaltungsangebot der Messe Frankfurt die gesamte Wertschöpfungskette der Textilindustrie ab – von Bekleidungsstoffen und Mode, über Wohn- und Objekttextilien sowie technischen Textilien bis hin zur Bearbeitung und Pflege von Textilien. Zu den Messen zählen die erfolgreichen Brands Texworld, Apparel Sourcing, Ethical Fashion Show, Greenshowroom, Intertextile, Yarn Expo, Leatherworld, Emitex, Avantex, Avanprint, Heimtextil, Intertextile Home Textiles, Interior Lifestyle, Home Textiles Sourcing, Techtextil, Texprocess, Simatex, Confemaq und Texcare.

Maroc in Mode & Maroc Sourcing: www.marocsourcing.ma
Source Africa & AFT: www.sourceafrica.co.za / www.atfexpo.co.za
Africa Sourcing & Fashion Week: www.asfw-online.com

Pakistan lädt zur 10. Expo ein © EXPO Pakistan
17.10.2017

PAKISTAN LÄDT ZUR 10. EXPO EIN

  • Messe als Chance für Kooperationen
  • Investitionsklima bessert sich

Bonn (GTAI) - Mit einer Bevölkerung von fast 200 Millionen, einem hohen Anteil junger Menschen und einer wachsenden Mittelschicht bietet Pakistan gute Perspektiven. Insbesondere der China Pakistan Economic Corridor hat das Potenzial, einen neuen Wachstumsschub auszulösen und ausländische Investitionen anzuziehen. Die 10. Expo Pakistan, die vom 9. bis 12. November 2017 in Karachi stattfindet, bietet Gelegenheit zur Anbahnung von Geschäften mit pakistanischen Partnern.

Größte Handelsmesse

  • Messe als Chance für Kooperationen
  • Investitionsklima bessert sich

Bonn (GTAI) - Mit einer Bevölkerung von fast 200 Millionen, einem hohen Anteil junger Menschen und einer wachsenden Mittelschicht bietet Pakistan gute Perspektiven. Insbesondere der China Pakistan Economic Corridor hat das Potenzial, einen neuen Wachstumsschub auszulösen und ausländische Investitionen anzuziehen. Die 10. Expo Pakistan, die vom 9. bis 12. November 2017 in Karachi stattfindet, bietet Gelegenheit zur Anbahnung von Geschäften mit pakistanischen Partnern.

Größte Handelsmesse

Die EXPO Pakistan stellt die größte Handelsmesse des Landes dar und bietet die umfangreichste Präsentation der Exportwirtschaft und des Dienstleistungssektors des Landes. Neben dem heimischen Firmen präsentieren auch zahlreiche Austeller aus den Nachbarstaaten den internationalen Besuchern Ihre Produkte. Ausgestellt werden unter anderem Waren aus den Sektoren Leder, Textilien und Bekleidung, Sportartikel, Automobil und Autoteile, pharmazeutische Produkte, Maschinen sowie Dienstleistungen im Bereich Informationstechnologie, Logistik und Gesundheit.

Die seit 1997 alle zwei Jahre stattfindende viertägige EXPO Pakistan ist an den ersten drei Tagen ausschließlich an ausländische Käufer gerichtet. B2B-Treffen zwischen Anbietern und Käufern werden von der Trade Development Authority of Pakistan (TDAP) arrangiert. Bei der letzten Messe im Jahr 2015 entstanden, nach Angaben der pakistanischen Handelsförderungsstelle, Geschäftsabschlüsse im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar (US$). Zusätzlich wurden mehr als 70 Absichtserklärungen unterzeichnet. Das Rahmenprogramm für die Messeteilnehmer umfasste unter anderem Betriebsbesichtigungen und Modenschauen. Im Rahmen der EXPO 2015 stellten 571 pakistanische Hersteller und Exporteure ihre Produkte und Dienstleistungen aus. Nach Veranstalterangaben besuchten insgesamt 750 ausländische Einkäufer und Importeure aus 77 Ländern die Messe.

Aussicht zur Wirtschaftsentwicklung bleibt positiv

In den letzten Jahren konnte die Republik ein jährliches Wirtschaftswachstum von rund 4 Prozent verzeichnen. Nach den Prognosen des Internationalen Währungsfonds wird das Bruttoinlandsprodukt (real) 2017 bei 5 liegen und bis 2020 im Durchschnitt über 5,5 Prozent pro Jahr zunehmen. Wachstumstreiber sind vor allem der zunehmende Konsum sowie hohe Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur und den Energiesektor. Unsicherheitsfaktoren bleiben die innenpolitischen Rahmenbedingungen vor der Parlamentswahl in der zweiten Hälfte 2018 sowie die makroökonomische Stabilität. Die Analysten von Economist Intelligence Unit (EIU) erwarten von 2017 bis 2021 ein Leistungsbilanzdefizit von durchschnittlich 4,4 Prozent des BIP.

Der Kurs des Karachi Stock Exchange (KSE 100) hat sich seit 2012 stetig auf mehr als das Dreifache verbessert. Der Indexanbieter Morgan Stanley Capital International (MSCI) hat Pakistan erneut im Mai 2017 von einem "Frontier Market" zu einem "Emerging Market" hochgestuft. Die Finanzkrise im Jahr 2008 führte aufgrund von Liquiditätsengpässen zu einer temporären Schließung der Wertpapierbörse und damit zum Ausschluss aus dem MSCI EM Index. Auf die verbesserte Marktklassifizierung folgte zunächst eine starke Kurskorrektur. Das im Juli veröffentlichte Handelsdefizit von 27,5 Milliarden US$ sowie die steigenden Staatsschulden trugen zu einem Rückgang der Kurse um 20 Prozent bis Mitte September bei.

Ein auslösender Faktor für die derzeitige hohe Verschuldung Pakistans sind nicht zuletzt hohe Investitionen in das Megaprojekt China Pakistan Economic Corridor (CPEC). Der Korridor ist eine Ansammlung verschiedener Infrastrukturprojekte mit einem derzeitigen Wert von rund 62 Milliarden US$, die seit 2013 im ganzen Land realisiert werden. Sie sind Bestandteil des chinesischen Megaprojekts "Belt and Road" mit Investitionen in den Sektoren Energie, Transport und Sonderwirtschaftszonen. Die Republik finanziert viele Projekte primär aus Kreditaufnahmen. Die Auswirkungen für das Land werden eingeschätzt. Die verbesserte Standortattraktivität des Landes durch den Korridor soll die inländische Wirtschaft fördern, das Handelsdefizit sinken und den Staatshaushalt entlasten.

Wirtschaftsstruktur und Handel

Die Wirtschaft ist nach dem Nachbarn Indien die zweitgrößte Südasiens. Das Bruttoinlandsprodukt ist von rund 35 Milliarden US$ Anfang der 1980er Jahre auf knapp 283 Milliarden US$ gestiegen. Vor allem die Transformation von einem Agrar- zu einem Dienstleistungsstaat hat diese positive Entwicklung gefördert. So macht der Dienstleistungssektor rund 59 Prozent des Bruttoinlandsprodukt aus. Zentrale Segmente sind Handel, Transport, Lager und Kommunikation. Der Industriesektor ist mit einem Anteil von rund 20 Prozent jedoch noch ausbaufähig. Die Bekleidungs-, Leder-und Textilbranche ist der wichtigste Zweig der Industrie und stellt mit 67 Prozent den größten Exportbereich dar.

Deutschland war mit 1,7 Milliarden US$ im Jahr 2016 der 4. größte Abnehmer pakistanischer Waren. Textilien und Bekleidung sowie Leder und Lederwaren haben daran einen Anteil von rund 87 Prozent. Im selben Jahr exportierten deutsche Unternehmen hingegen Waren im Wert von 1,2 Milliarden US$. Maschinen 33 Prozent, chemische Erzeugnisse 18 Prozent und elektrische Ausrüstungen 7 Prozent bildeten die Hauptexportwaren.

Verbesserung der Energieversorgung

Die Gründung und Führung einer Betriebsstätte für ausländische Unternehmen in Pakistan erweist sich hingegen immer noch als schwierig. So steht die Republik laut Doing Business Report 2017 der Weltbank auf Platz 144 von 190 Ländern. Korruption, Schutz geistiger Eigentumsrechte, langwierige Rechtsdurchsetzung und mangelhafte Stromversorgung zählen zu den größten Hemmnissen. Eine positive Veränderung bezüglich der Stromversorgungssituation beziehungsweise der Infrastruktur insgesamt, soll durch den CPEC erzielt werden.

Die Handelsabteilung der pakistanischen Botschaft steht für weitere Fragen und Informationen zur 10. EXPO Pakistan zur Verfügung.

Kontaktadresse

Botschaft der Islamischen Republik Pakistan
Handelsabteilung
Schaperstraße 29
10719 Berlin
T +49 (30)212 442 02
cc@pakemb.de, tdo@pakemb.de

26.09.2017

TAIWANS TEXTILIEN UND BEKLEIDUNG ERWARTEN HÖHERE NACHFRAGE

  • Produktion und Exporte auf Erholungskurs
  • Investitionen in Kapazität und Modernisierung

Taipei (GTAI) - Die taiwanischen Textil- und Bekleidungshersteller sehen 2017 und 2018, nach einer schwachen Entwicklung im Vorjahr, verbesserte Absatzaussichten. Insbesondere mit seinem Angebot an funktionalen Textilien besetzt das Land eine weltweit wichtige Lieferposition. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, investieren die Branchenunternehmen in neue Ausrüstung und in Produktinnovationen. Zu den wichtigsten Maschinenlieferanten gehört unter anderem Deutschland auf Platz drei hinter China und Japan.

  • Produktion und Exporte auf Erholungskurs
  • Investitionen in Kapazität und Modernisierung

Taipei (GTAI) - Die taiwanischen Textil- und Bekleidungshersteller sehen 2017 und 2018, nach einer schwachen Entwicklung im Vorjahr, verbesserte Absatzaussichten. Insbesondere mit seinem Angebot an funktionalen Textilien besetzt das Land eine weltweit wichtige Lieferposition. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, investieren die Branchenunternehmen in neue Ausrüstung und in Produktinnovationen. Zu den wichtigsten Maschinenlieferanten gehört unter anderem Deutschland auf Platz drei hinter China und Japan.

Taiwans Textilbranche schaut optimistischer auf die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr wie auch für 2018. Dazu tragen die hohe Konsumneigung in den wichtigsten Absatzmärkten, Preiserhöhungen und große internationale Sportereignisse, wie die FIFA-Weltmeisterschaft und die Winterolympiade in Südkorea, bei. Die Insel ist weltweit führender Lieferant für funktionale Textilien, wie sie in Sport- und Outdoor-Bekleidung verarbeitet werden.

Am weltweiten Produktionswert funktionaler Textilien erreichen die Branchenunternehmen laut Taiwan Textile Research Institute einen Anteil von rund 50 Prozent. Damit diese Position gehalten werden kann, investieren die Hersteller in Kapazitätserweiterungen, neue Technologien sowie in die Entwicklung innovativer Textilien und setzen dabei auf die Diversifizierung in Produktionsstandorten.

Produktion erholt sich

Trotz rückläufiger Produktionsentwicklung hat die Zahl der Unternehmen in der Textil- und Bekleidungsindustrie in den letzten Jahren zugenommen und lag gemäß der Taiwan Textile Federation Ende 2016 bei 4.361 Firmen. Davon gehörten 3.205 (2015: 3.163) dem Textilsegment und 1.156 (2015: 1.144) dem Bekleidungssegment an. Gesunken ist jedoch die Anzahl der Beschäftigten, da die Betriebe in Automatisierung investieren.

Der Produktionswert der Branche ging nach Zahlen des Ministry of Economic Affairs 2016 gegenüber 2015 um 5,9 Prozent zurück. Jedoch wies die Entwicklung im 1. Halbjahr 2017 darauf hin, dass die Schwächephase abklingt. Insbesondere die Textilerzeugung, die den weitaus wichtigsten Bereich ausmacht, zeigte Anzeichen der Erholung. Hier wurde für die zweite Jahreshälfte mit besserer Auslastung gerechnet, da die Lagerbestände sinken und die Bestellungen steigen.

Hingegen weist die Herstellung von Bekleidung und Accessoires und die Produktion von synthetischen Fasern und Garnen in den letzten Jahren eine weiter schrumpfende Tendenz auf. Denn die meisten Branchenfirmen haben die Erzeugung ins Ausland verlagert. Das Bekleidungssegment machte zum Ende des 1. Halbjahres 2017 nur noch einen Anteil von 4,9 Prozent aus.

Produktion (in Mrd. NT$; Veränderung im Vergleich zur Vorjahresperiode in %)
  2015 2016 Veränd. 1 Hj 2017 Veränd
Fasern und Garne 102,6 91,0 -11,4 45,4 -3,1
Textilien   284,7 272,4 -6,2 131,5 -1,3
Bekleidung   21,9 21,8 -0,2 9,1 -4,7

Insgesamt  

409,3

385,2

-5,9

186,1

-1,9

Quelle: Ministry of Economic Affairs, 2017

Steigender Außenhandel erwartet

Bessere Aussichten zeigt auch die Exportentwicklung. Nach Zahlen für die ersten sechs Monate 2017 schrumpfte der Ausfuhrwert der Textil- und Bekleidungsbranche nur noch um 0,3 Prozent. Im Gesamtjahr 2016 verzeichnete die Statistik der Taiwan Textile Federation hingegen einen Rückgang von 8,3 Prozent auf 9,9 Milliarden US-Dollar (US$). Darunter kamen die Exporte von Textilien auf einen Wert von 6,7 Milliarden US$.

Die Exporte von Textilien und Bekleidung übersteigen die Importe um das Dreifache. Während bei den Ausfuhren textile Erzeugnisse mit einem Anteil von 68 Prozent dominieren, führt bei den Einfuhren Bekleidung (55 Prozent). Die Einfuhr von Textilien lag 2016 wertmäßig lediglich bei rund 427 Millionen US$.

Außenhandel mit Textilien und Bekleidung
(in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zur Vorjahresperiode in %)
  2015 2016 Veränd. 1. Hj 2017 Veränd.
Import 3.458 3.308 1,0 1.566 0,2
Export 10.804 9.904 -8,3 4.968 -0,3
Quelle: Taiwan Textile Federation, 2017

Investitionsaktivitäten nehmen zu

Gemäß der Meldungen der börsennotierten Branchenunternehmen sieht es bei den Bestelleingängen von Bestands- wie auch von Neukunden gut aus. Daher werden die Kapazitäten erweitert, wie bei Far Eastern New Century. Die Firma schaut dabei vor allem auf Vietnam, wo in den nächsten drei Jahren 760 Millionen US$ in den Ausbau einer Zulieferkette für Textilien und Bekleidung investiert werden.

Andere Hersteller wie Eclat und Makalot bauen ihre Aktivitäten in Vietnam ebenfalls aus. Zudem wird in Taiwan investiert, wo beispielsweise Eclat Textile zwischen 26 Millionen und 33 Millionen US$ ausgeben will, um eine neue Produktion für digitale Textilerzeugnisse zu errichten. Makalot Industrial hat angekündigt, smarte Produktionslinien in Vietnam und Taiwan zu schaffen, um die Effizienz zu erhöhen.

Mit Shinkong Synthetic Fibers will ein weiterer großer Textilhersteller der Insel die Produktion ausbauen. Das Unternehmen plant, im Laufe von 2018 die Erzeugung von künstlichen Fasern von 50.000 Tonnen auf 110.000 Tonnen zu erhöhen. Damit sollen Bestellungen von europäischen und japanischen Kunden aus dem Automobilbereich bedient werden.

Ausrüstungsimporte zeigen wenig Dynamik

Die Investitionsaktivitäten und -pläne der Textil- und Bekleidungshersteller lassen steigende Ausrüstungsimporte und -exporte erwarten. Allerdings zeigten sich die Einfuhren von Textilmaschinen in den ersten sechs Monaten 2017 insgesamt rückläufig. Mit hohen Zuwachsraten konnten jedoch solche aus China und Japan, den wichtigsten Lieferanten, aufwarten. Deutschland als drittgrößtes Lieferland tat sich deutlich schwerer.

Hauptlieferländer von Textilmaschinen
(in Mio. US$; Veränderung im Vergleich zur Vorjahresperiode in %) *)
  2015 2016 Veränd. 1. Hj 2017 Veränd.
Insgesamt 383,8 405,4 5,6 190,0 -2,5
VR China 93,6 108,7 16,1 65,5 28,8
Japan 107,3 97,2 -9,4 46,9 20,7
Deutschland 78,3 82,5 5,4 34,2 -28,4
Italien 20,4 32,8 60,5 11,0 -38,0
USA 11,9 19,2 61,2 5,9 10,5
*) HS-Pos. 8444-8453, ohne 8450; Quelle: Customs Statistics, Ministry of Finance, 2017

Hingegen stiegen die Ausfuhren von Textilmaschinen in den ersten sechs Monaten 2017 um 7,5 Prozent auf 543 Millionen US$. Geliefert wird hauptsächlich an die überseeischen Produktionsstätten in China und Vietnam, wohin in diesem Zeitraum wertmäßig jeweils rund 111 Millionen US$ exportiert wurden. An dritter Stelle folgten die USA mit 40 Millionen US$. 

Weitere Informationen:
Asien Textil- und Bekleidungsindustrie
Quelle:

Jürgen Maurer, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Koreanischer Sportbekleidungsmarkt mit überdurchschnittlichem Wachstum © Kunstzirkus/pixelio.de
13.06.2017

KOREANISCHER SPORTBEKLEIDUNGSMARKT MIT ÜBERDURCHSCHNITTLICHEM WACHSTUM

  • Internationale Firmen expandieren
  • Markenbewusstsein kurbelt Konsum an

Seoul (GTAI) - Während der Konsum in Korea (Rep.) zwar übergreifend schwächelt, zeigen dennoch einige Segmente relativ hohe Wachstumsraten. Die Verkäufe von Sportbekleidung entwickelten sich in den vergangenen Jahren stabil nach oben und dürften auch künftig ansteigen. Große Sportevents und die Begeisterung der Koreaner für Prestigeartikel kurbeln das Segment an, wovon auch internationale Firmen profitieren. Der Markt für Outdoorbekleidung hingegen hat seinen Höhepunkt bereits überschritten.

  • Internationale Firmen expandieren
  • Markenbewusstsein kurbelt Konsum an

Seoul (GTAI) - Während der Konsum in Korea (Rep.) zwar übergreifend schwächelt, zeigen dennoch einige Segmente relativ hohe Wachstumsraten. Die Verkäufe von Sportbekleidung entwickelten sich in den vergangenen Jahren stabil nach oben und dürften auch künftig ansteigen. Große Sportevents und die Begeisterung der Koreaner für Prestigeartikel kurbeln das Segment an, wovon auch internationale Firmen profitieren. Der Markt für Outdoorbekleidung hingegen hat seinen Höhepunkt bereits überschritten.

Der Markt für Sportbekleidung in Korea (Rep.) entwickelt sich dynamisch. Nach Schätzungen des Marktforschungsinstituts Samsung Design Net erreichte das Segment Premium-Sportswear 2016 ein Wachstum von 4,8% auf 6,6 Bill. Won (circa 5,1 Mrd. Euro; 1 Euro = rund 1.284 Won; im Jahresdurchschnitt 2016). Aufgrund dieser positiven Entwicklung drängen immer mehr internationale Firmen auf den koreanischen Markt und werden damit das Warensortiment für die lokale Kundschaft ausweiten. Bisher lief ein Großteil der Bestellungen über internationale Shopping-Portale ab. Künftig wird die lokale Präsenz an Bedeutung gewinnen.

Internationale Firmen drängen auf den Markt

So startete der amerikanische Hersteller Under Armour 2017 den Direktvertrieb mit einem ersten eigenen Geschäft in Korea (Rep.). Im Januar eröffnete das Unternehmen seinen nach der Dependance in Shanghai weltweit zweitgrößten Shop im Nobelstadtteil Gangnam in Seoul. Bisher hatte Under Armour seinen Vertrieb größtenteils über kleinere Geschäfte in Partnerschaft mit einem koreanischen Einzelhändler betrieben. Aus diesem Grund sollen noch im Jahresverlauf 2017 vier weitere eigene Flaggschiff-Geschäfte sowie zahlreiche "Shop-in-Shops" implementiert werden.

Aber auch andere Branchenfirmen zieht es auf den koreanischen Markt wie etwa Lululemon Athletica - ein kanadisches Unternehmen, das auf Bekleidung für Yoga spezialisiert ist. Lululemon eröffnete seine erste asiatische Filiale in Seoul im Jahr 2016. Mittlerweile wurde bereits ein zweiter Ableger ebenfalls in Seoul eröffnet, ein drittes Geschäft soll im Jahresverlauf 2017 folgen.

Deutsche Firmen gut positioniert

Das deutsche Unternehmen Adidas konnte in der Vergangenheit ebenfalls sehr gute Ergebnisse auf dem koreanischen Markt erwirtschaften. Trotz einer schleppenden Konjunktur und eines schwachen Konsums stieg der Firmenumsatz in Korea (Rep.) im Jahr 2016 um rund 15%. Auch für 2017 rechnet Adidas Presseangaben zufolge mit einem Absatzplus von etwa 10%.

Nach Einschätzung von Eddie Nixon, dem Geschäftsführer von Adidas Korea, in der Tageszeitung "Korea Times" war das Wachstum 2016 unter anderem auf eine hohe Nachfrage bei jungen Konsumenten, Kindern und Streetwear zurückzuführen. Adidas setzt 2016 rund 1 Bill. Won in fast 800 Geschäften um. Die meisten davon werden auf Franchise-Basis geführt. Für den koreanischen Markt spricht demzufolge, dass die Bevölkerung im Vergleich zu anderen asiatischen Länder aktiver und fitness-orientierter ist.

Puma wiederum setzt in Korea (Rep.) neben Fußballartikeln auf die weibliche Kundschaft, die für etwa 55% der Umsätze verantwortlich zeichnet. Nach Einschätzung von Puma-CEO Rasmus Holm im "Korea Herald" soll dieser Prozentsatz künftig sogar noch steigen, da der Markt für Sportbekleidung zunehmend modebewusst wird. Auch der Einfluss der Unterhaltungsindustrie auf das Segment steige zusehends, weshalb Puma im Marketingbereich mit K-Pop-Stars zusammenarbeitet.

Auch nach Ansicht von Holm ist der Markt für Sportbekleidung in Korea (Rep.) in einer Wachstumsphase. Puma wird kurzfristig vorwiegend auf die Optimierung seiner bisherigen Shops setzen. Künftig ist auch eine Ausweitung der Geschäfte anvisiert, wobei jedoch keine Zahlen oder Zeitpläne genannt wurden. Allerdings ist der koreanische Markt nicht einfach. Das Umfeld und der Wettbewerb seien hochkompetitiv. Neben zahlreichen internationalen Branchenfirmen seien auch lokale Wettbewerber gut aufgestellt.

"Korean Wave" als Standortfaktor

Firmenvertreter nennen auch die Strahlwirkung von Korea (Rep.) auf andere Länder Asiens im Zuge des sogenannten "Hallyhu" - der "Korean Wave" von TV-Serien, Musik und Mode als wichtigen Standortfaktor. Zahlreiche andere Konsumenten in der Region orientieren sich an den Entwicklungen in Korea (Rep.); das Land gilt als internationaler Trendsetter im kulturellen Segment. Moden und Marken, die hier erfolgreich sind, verbreiten sich häufig mit zeitlicher Verzögerung in ganz Asien.

Positiv dürfte sich auf den lokalen Sportartikel- und -bekleidungsmarkt ebenfalls auswirken, dass Korea (Rep.) innerhalb von nur zehn Monaten zwei große Sportereignisse von globaler Bedeutung austrägt. Im Mai und Juni 2017 findet in sechs Städten des Landes die FIFA U20-Fussballweltmeisterschaft statt unter anderem mit Beteiligung der deutschen Mannschaft. Dort können Hersteller ihre Produkte einem weltweiten Publikum vorstellen ebenso wie bei den olympischen Winterspielen, die vom 9. bis 25. Februar 2018 in Pyeongchang ausgetragen werden.

Boom bei Outdoor-Bekleidung verpufft

Kritischer äußert sich der Textilverband KOFOTI (Korea Federation of Textile Industries) zu den Perspektiven des Sektors und prognostiziert für 2017 rückläufige Absätze. Allerdings dürfte dies unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass der koreanische Markt für Outdoor-Bekleidung nach einer Boomphase Anfang des Jahrzehnts nun stark rückläufige Raten aufweist. Bis 2014 erreichte der Absatz von Outdoorbekleidung zweistellige Wachstumsraten von zum Teil mehr als 30%.

Der Markt wurde angetrieben durch ein zunehmendes Freizeitbewusstsein und eine große Leidenschaft der koreanischen Bevölkerung für Wanderungen. Die Zahl der Branchenunternehmen nahm zwischen 2005 und 2012 sprunghaft von 30 Marken auf etwa 170 zu. Seit 2012 gingen die Zuwachsraten jedoch sukzessive zurück, Schätzungen zufolge stagnierte der Markt 2015 bei einem Volumen von 7,4 Bill. Won, einige Branchenfirmen mussten bereits hohe Umsatzverluste im zweistelligen Bereich hinnehmen.

Für 2016 gibt es noch keine konkreten Zahlen für den Gesamtmarkt, doch deuten verschiedene Indikatoren auf rückläufige Umsätze hin. So sanken die Importe von Bergschuhen 2016 um 41,5%, die Einfuhren von Kleidung aus Filz, Flies und PVC um 21,7% sowie die von Anoraks und Windjacken für Männer um 5,4%. Medienberichten zufolge ziehen sich angesichts der Marktsättigung bereits einige Firmen aus diesem Segment zurück. Andere orientieren sich um in Richtung expandierender Bereiche wie Fitness- und Laufsportaccessoires sowie Yoga- und Golfbekleidung.

Weitere Informationen:
Korea Sportbekleidung Outdoor
Quelle:

Alexander Hirschle, Germany Trade & Invest www.gtai.de

Apparel Show @ Messe Frankfurt Exhibition GmbH
24.01.2017

TECHTEXTIL WEITER AUF WACHSTUMSKURS

Mehr Aussteller und eine Reise zum Mars: Besucher und Aussteller der Techtextil (9. bis 12. Mai 2017) dürfen sich auf eine noch größere Ausgabe und ein völlig neues Messeerlebnis freuen. Das umfangreiche Rahmenprogramm bietet 2017 zahlreiche Neuerungen. Höhepunkt der diesjährigen Techtextil ist das Special Event „Living in Space“ in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Living in Space: Techtextil zeigt in Kooperation mit ESA und DLR technische Textilien in der Raumfahrt

Mehr Aussteller und eine Reise zum Mars: Besucher und Aussteller der Techtextil (9. bis 12. Mai 2017) dürfen sich auf eine noch größere Ausgabe und ein völlig neues Messeerlebnis freuen. Rund vier Monate vor Beginn der Internationalen Leitmesse für technische Textilien und Vliesstoffe ist bereits mehr Fläche gebucht als die Vorgängerausgabe 2015 hatte. Das umfangreiche Rahmenprogramm bietet 2017 zahlreiche Neuerungen. Höhepunkt der diesjährigen Techtextil ist das Special Event „Living in Space“ in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

„Mit der Techtextil gehen wir in diesem Jahr völlig neue Wege. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass der Anmeldstand den Endstand der letzten Ausgabe schon im Januar übertrifft“, so Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt. „Dass wir mit der ESA und dem DLR starke Partner aus einem zentralen Anwendungsbereich für technische Textilien gewinnen konnten, ist für uns zudem Beleg für die Anwendungsnähe der auf der Techtextil gezeigten Produkte und Technologien.“

Unter den angemeldeten Unternehmen sind alle internationalen Marktführer. Ebenso stellen zahlreiche Firmen das erste Mal oder nach zwischenzeitlicher Abwesenheit wieder auf der Techtextil aus. Ein deutlicher Ausstellerzuwachs kommt vor allem aus Europa, allen voran aus Deutschland, Italien, den Niederlande, Polen, der Schweiz und Spanien. Auch aus Asien werden weitere Zuwächse erwartet.

Special Event - „Living in Space” mit Sonderareal in Halle 6.1

Unter dem Titel „Living in Space“ präsentiert die Techtextil in Zusammenarbeit mit der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Anwendungsvielfalt technischer Textilien am Beispiel Raumfahrt. Dabei wird auch die parallel stattfindende Texprocess einbezogen.

„Die technische Textilbranche liefert die notwendigen textilen Lösungen, die es braucht, um sich im All zu bewegen und zu überleben. Genau diese Lösungen zeigen wir auf dem Sonderareal – fachlich fundiert und zugleich unterhaltsam. Besuchern bietet das Areal so Inspiration und Orientierung“, so Michael Jänecke, Director Brand Management Technical Textiles & Textile Processing bei der Messe Frankfurt.

In der Halle 6.1 entsteht im Umfeld der Aussteller mit funktionalen Bekleidungstextilien und Herstellern von technischen Textilien ein Sonderareal, das, angelehnt an die Anwendungsbereiche technischer Textilien, Hightech-Textilien und textile Verarbeitungstechnologien aus und für die Raumfahrt zeigt. Höhepunkt des interaktiven Areals ist ein Virtual Reality-Erlebnis. Auf einer speziell gestalteten Fläche können Besucher der Techtextil und Texprocess eine virtuelle Reise durchs Weltall bis zum Mars erleben und erfahren, wie technische Textilien und deren Verarbeitung eine Besiedlung des Weltraums möglich machen können. Darüber hinaus zeigt die „Material Gallery“ textile Produkte und Verarbeitungstechnologien von Techtextil-Ausstellern mit Anwendungsbezug zur Raumfahrt. Ebenso präsentieren sich Startups, die an der Schnittstelle von technischen Textilien und Raumfahrt arbeiten.

Aussteller und Besucher finden in der Halle 6.1 zudem das BMWI-Areal „Innovation made in Germany“, dass sich an junge innovative Unternehmen mit Sitz in Deutschland richtet. Bewerbungen für das BMWI-Areal sind weiterhin auf der Webseite der Techtextil möglich.

Veränderte Ausstellerplatzierung für CAD/CAM und CMT

Zur weiteren Profilschärfung der Techtextil und der Texprocess werden die Produktgruppen Verbindungs- und Trenntechnologie, CMT (Cutting, Making, Trimming), CAD/CAM und Druck auf der Texprocess in Halle 4.0 konzentriert. Aussteller der Techtextil aus diesem Segment stellen daher auf der Texprocess aus. Die Nomenklatur der Techtextil wurde um die genannten Produktgruppen bereinigt.

Rahmenprogramm mit Neuerungen bei Innovative Apparel Show

Die erfolgreich zur Techtextil und Texprocess 2015 gestartete Innovative Apparel Show wird 2017 noch internationaler mit Hochschulen für Mode und Design aus vier europäischen Ländern. Diese Hochschulen präsentieren an allen Messetagen der Techtextil und Texprocess ihre visionären Entwürfe aus technischen Textilien und mit modernen Verarbeitungstechnologien: Accademia Italiana, Florenz/Italien; ESAD College of Art and Design, Matosinhos/Portugal; Esmod Paris/Frankreich und die Hochschule Trier/Deutschland. Die Nachwuchsdesigner zeigen Entwürfe zu den Schwerpunkten Textile Effects, Creative Engineering und Smart Fashion. Eine Modenschau im Foyer der Halle 5.1/6.1 setzt die Stücke professionell in Szene.

Techtextil Symposium in Kooperation dem Dornbirn MFC

Das Techtextil Symposium, eine der führenden Veranstaltungen weltweit für die Textilforschung, wurde konzeptionell erweitert. Das Symposium ist in sieben aufeinander folgende Blöcke mit jeweils sieben Vorträgen gegliedert. Die Vortragsblöcke wurden damit um jeweils einen Vortrag erweitert. Zudem arbeitet die  Techtextil für das Symposium erstmals mit der Chemiefasertagung Dornbirn (Dornbirn MFC Man-made Fibres Congress) zusammen. Der Dornbirn-MFC gestaltet einen der sieben Vortragsblöcke im Rahmen des Symposiums. Veranstaltungsort ist der Saal Europa in der Halle 4.0. Zudem werden hervorragende Neu- und Weiterentwicklungen bei technischen Textilien, Vliesstoffen und funktionalen Bekleidungstextilien zum 14. Mal mit dem Techtextil Innovation Award prämiert. Auch Nicht-Aussteller können teilnehmen. Einreichungen sind ab sofort und bis zum 20. Februar möglich.

Gemeinsam mit dem internationalen Netzwerk Tensinet prämiert die Techtextil zum 14. Mal die Arbeiten Studierender und Young Professionals im Rahmen des Wettbewerbs „Textile Strukturen für neues Bauen“. Der Wettbewerb zeigt innovative und praxistaugliche Konzepte für das Bauen mit Textilien oder textilarmierten Werkstoffen. Anmeldeschluss für den mit 8.000 Euro dotieren Preis ist der 26. Februar 2017. Neben einer Preisverleihung während der Techtextil werden alle ausgezeichneten Arbeiten des Studentenwettbewerbes und des Techtextil Innovation Award in Sonderschauen in den Hallen 4.1 und 6.1 präsentiert.

Markt für Technische Textilien wächst weiter

Laut Angaben des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie (textil+mode) ist die Textil- und Bekleidungsindustrie mit mehr als 130.000 Mitarbeitern, 1400 Unternehmen und einem Umsatz von rund 32 Milliarden Euro im Jahr die zweitgrößte Konsumgüterbranche Deutschlands. Stärkster Wachstumstreiber sind die technischen Textilien. „Deutsche Unternehmen sind Weltmarktführer mit Technischen Textilien. Seit Jahren steigt der Umsatz kontinuierlich an – Zeichen einer innovativen Branche mit exzellenten Produkten. Die Digitalisierung textiler Produkte und Prozesse wird einen Innovationsschub auch in vielen anderen Branchen auslösen“, erklärt Manfred Junkert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbands. Technische Textilien finden Anwendung in einer Vielzahl von Hightech-Produkten und generieren rund 60 Prozent des Branchenumsatzes.

Parallel zur Techtextil bietet die Texprocess als Leitmesse für die Verarbeitung technischer Textilien und Vliesstoffe (9. bis 12. Mai 2017) Einblicke in alle Schritte der Textilverarbeitung, einschließlich der Textilveredelung und dem Digitaldruck. Auch die Texprocess verzeichnet einen hervorragenden Anmeldestand, der über der Vorveranstaltung liegt. Die Techtextil 2015 besuchten 28.500 Fachbesucher aus 102 Nationen. Hinzu kamen über 5.500 Fachbesucher der parallelen Texprocess.

ISPO Shanghai © Messe München GmbH
20.12.2016

ISPO SHANGHAI 2017 VERGRÖSSERT ANGEBOT

  • Sports Tech Asia: Messe München und Organisatoren der ShanghaiTex starten neue Messe

Nach ihrem erfolgreichen Debüt 2015 und einem beeindruckenden Wachstum in diesem Jahr, ergänzt die ISPO SHANGHAI in 2017 ihr Produktangebot durch die neue „Sports Tech Asia“. Als Gemeinschaftsprojekt der Messe München und Adsale Exhibition Services findet die Veranstaltung erstmals parallel zur ISPO SHANGHAI vom 6. bis 8. Juli 2017 im Shanghai New International Expo Centre (SNIEC) statt. Mit dieser Kooperation zeigt die ISPO SHANGHAI nicht nur die fertigen Produkte, sondern auch hoch innovative Fertigungstechnologien und die Zukunft der Herstellung. 

  • Sports Tech Asia: Messe München und Organisatoren der ShanghaiTex starten neue Messe

Nach ihrem erfolgreichen Debüt 2015 und einem beeindruckenden Wachstum in diesem Jahr, ergänzt die ISPO SHANGHAI in 2017 ihr Produktangebot durch die neue „Sports Tech Asia“. Als Gemeinschaftsprojekt der Messe München und Adsale Exhibition Services findet die Veranstaltung erstmals parallel zur ISPO SHANGHAI vom 6. bis 8. Juli 2017 im Shanghai New International Expo Centre (SNIEC) statt. Mit dieser Kooperation zeigt die ISPO SHANGHAI nicht nur die fertigen Produkte, sondern auch hoch innovative Fertigungstechnologien und die Zukunft der Herstellung. 

Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, zeigt sich zufrieden: „Innovative Muster, Stricktechniken und Stoffe werden immer wichtiger in der Sportmode. Mit diesem Schritt erweitert die ISPO SHANGHAI zukünftig ihre Angebotspalette. Sie macht deutlich, dass nicht nur die Textilien immer smarter und vernetzter werden, sondern auch die Fertigungsverfahren und Maschinen, um sich den wachsenden Anforderungen anzupassen. Die „Sports Tech Asia“ ist somit eine echte Bereicherung für jeden Fachbesucher und wir versprechen uns spannende Synergieeffekte von den neuen Technologien für die ISPO SHANGHAI.“

Die Organisatoren dieser Veranstaltung – Messe München und Adsale Exhibition Services – rechnen mit einer Ausstellungsfläche von insgesamt 2.000 Quadratmetern im ersten Jahr. Die ISPO SHANGHAI bildet als Multisegment-Messe vor allem die Bereiche Speed & Strength, Urban & Lifestyle und Nature & Elements ab. 

Das Angebot der „Sports Tech Asia“ umfasst insbesondere hoch innovative Maschinen und Technologien zur Fertigung von Sportprodukten und wird an den Bekleidungs- und Textilbereich der ISPO SHANGHAI angeschlossen. Somit werden alle Bereiche von der Fertigung bis hin zum Produkt in Shanghai präsentiert.

Adsale Exhibition Services organisiert in Shanghai alle zwei Jahre die Messe „ShanghaiTex“, eine der wichtigsten Textilmaschinenmessen Asiens mit über 1.200 Ausstellern. Ebenso veranstaltet Adsale jährlich Asiens größte Messe für Kunststoffe „Chinaplas“ mit über 3.000 Ausstellern. Adsale hat dadurch den optimalen Zugang zu den Herstellern neuester Fertigungstechnologien für Sporttextilien und -produkte.

ISPO SHANGHAI wächst

2015 öffnete die neue Multisegment-Fachmesse mit über 450 Marken zum ersten Mal ihre Tore. Mit 470 Unternehmen, die rund 500 Marken vertraten, und 14.593 Besuchern entwickelte sich die ISPO SHANGHAI in 2016 erfolgreich weiter. „Durch den neuen Ausstellungsbereich“, so Klaus Dittrich, „vergrößern wir unsere Zielgruppe und schaffen weitere Wachstumsmöglichkeiten.“

Weitere Informationen zur ISPO SHANGHAI finden Sie unter shanghai.ispo.com.

Die Polen kleiden sich neu ein © Hardy5 / pixelio.de
22.11.2016

DIE POLEN KLEIDEN SICH NEU EIN

  • Deutsche Mode gefragt
  • Schuhkette CCC expandiert

Warschau (GTAI) - Die Nachfrage nach Textilien, Bekleidung und Schuhen entwickelt sich in Polen 2016 besonders dynamisch. Diese Artikel sind auch beliebte Weihnachtsgeschenke. Trotz der starken Konkurrenz bleibt Deutschland der drittgrößte ausländische Lieferant von Bekleidung und verzeichnet weitere Zuwächse. Der deutsche Onlinehändler Zalando errichtet sein erstes riesiges Logistikzentrum in Polen. Der Discounter KiK eröffnet weitere Filialen. Die inländische Schuhkette CCC expandiert.

  • Deutsche Mode gefragt
  • Schuhkette CCC expandiert

Warschau (GTAI) - Die Nachfrage nach Textilien, Bekleidung und Schuhen entwickelt sich in Polen 2016 besonders dynamisch. Diese Artikel sind auch beliebte Weihnachtsgeschenke. Trotz der starken Konkurrenz bleibt Deutschland der drittgrößte ausländische Lieferant von Bekleidung und verzeichnet weitere Zuwächse. Der deutsche Onlinehändler Zalando errichtet sein erstes riesiges Logistikzentrum in Polen. Der Discounter KiK eröffnet weitere Filialen. Die inländische Schuhkette CCC expandiert.

Die Einzelhandelsumsätze mit Textilien, Bekleidung und Schuhen steigen in Polen von allen Produktgruppen am schnellsten. In den ersten drei Quartalen 2016 erreichte der reale Zuwachs laut dem Hauptamt für Statistik GUS 15,8% gegenüber Januar bis September 2015. Die Einzelhandelsumsätze insgesamt erhöhten sich gleichzeitig real um 5,3%. Das bevorstehende Weihnachtsgeschäft dürfte der Nachfrage nach Modeartikeln weiteren Auftrieb geben. Das im laufenden Jahr eingeführte Kindergeld heizt die Kauflust der Polen zusätzlich an.

Wert der Verkäufe von Bekleidung und Schuhen (in Mrd. Zl)
2012 2013 2014 2015 1) 2016 2) 2017 2)
28,7 28,9 31,8 33,4 35,3 37,1

1) Schätzung, 2) Prognose
Quelle: Marktforschungsfirma PMR

In erster Linie wächst der Bedarf an gängigen Artikeln des unteren, mittleren und gehobenen Segments. Bekleidungsanbieter der Luxuskategorie profitieren dagegen nicht von der steigenden Nachfrage. Laut der Consultingfirma KPMG (http://www.kpmg.pl) gaben die Polen 2015 rund 14,3 Mrd. Zloty (Zl; rund 3,4 Mrd. Euro, 1 Euro = 4,1841; Durchschnittskurs 2015) für Luxusgüter aus, darunter 2,065 Mrd. Zl für Bekleidung und Accessoires. Diese bilden aber eine wichtige Produktgruppe und belegen hinter Pkw (6,974 Mrd. Zl) den zweiten Platz.

Dass das Nachfragepotenzial im Edelsegment begrenzt ist, bekam auch das größte inländische Bekleidungsunternehmen LPP zu spüren. Dieses ist bekannt für seine Marken für Jedermann, vor allem "Reserved", mit der es fast die Hälfte (47%) seiner Einnahmen erwirtschaftet. Anfang 2016 brachte LPP seine Premiummarke "Tallinder" auf den Markt. Nachdem jedoch die Verkäufe deutlich     
unter den Erwartungen geblieben waren, gab LPP im September 2016 die schrittweise Aufgabe dieses Vorhabens bekannt.

Tallinder sollte den etablierten Herrenausstattern und Anbietern anderer hochwertiger Bekleidung Vistula, Bytom und Prochnik Konkurrenz machen. Der Marktführer bei Herrenbekleidung Vistula, zu dem auch die Juwelierkette "W.Kruk" und die Marke für Damenbekleidung "Deni Cler" gehört, erwartet 2016 (2015) eine Steigerung seiner Einnahmen auf 590 (518) Mio. Zl und seines Nettogewinns auf 37,0 (28,3) Mio. Zl. Bytom folgt mit großem Abstand mit prognostizierten Einnahmen von 154 (131) Mio. Zl und einem Nettogewinn von 14,1 (12,4) Mio. Zl.
 
CCC strebt ins Ausland

Aufgrund der steigenden Nachfrage erhöht sich auch die Anzahl der Fachgeschäfte für Bekleidung, die laut GUS bis Ende 2015 auf rund 37.100 wuchs (2014: 35.900). Etwas rückläufig war gleichzeitig jedoch die Anzahl der Verkaufsläden für Schuhe und Lederwaren, die sich 2015 auf 8.200 (8.300) belief. Ein Grund dafür ist die Verbreitung einschlägiger Handelsketten, wie der Schuhkette CCC (http://ccc.eu), die zur Konsolidierung beträgt, und der zunehmende Onlinehandel.

CCC eröffnet 2016 allein im Inland rund 40 neue Filialen und vergrößert ihre Verkaufsfläche im In- und Ausland jährlich um etwa 20 bis 30%. Im Jahr 2016 soll diese um 105.000 qm und 2017 um 120.000 qm (netto) steigen. Die Handelskette sucht zusätzliche Franchising-Nehmer in weiteren europäischen Ländern und neuerdings auch in Asien und den USA. In der Russischen Föderation will CCC große Salons mit etwa 1.000 qm eröffnen. Auch in der Ukraine, Belarus, Kasachstan sowie in zentraleuropäischen Nachbarländern soll ihre Präsenz ausgebaut werden, wie der Gründer der Kette, Dariusz Milek, gegenüber der Tageszeitung Rzeczpospolita sagte.

Die in Deutschland und Österreich vorhandenen Filialnetze sollten künftig nicht nennenswert vergrößert werden; in Österreich gebe es bereits fast alle der insgesamt 70 angestrebten CCC-Geschäfte. Aufgrund des ausbleibenden Gewinns in den beiden Ländern solle deren Anteil an den Gesamteinnahmen der Gruppe, die 2016 rund 3,2 Mrd. Zl erreichen dürften, 10% nicht übersteigen. CCC setzt auch auf den E-Handel. Nachdem die Handelskette bereits das Onlinegeschäft für Schuhe eobuwie.pl erworben hatte, will sie im Frühjahr 2017 mit einem eigenen E-Shop starten.
Außenhandel nimmt zu

Die polnischen Importe von Bekleidung übersteigen die Exporte. Die beiden Hauptanbieter von Textilien, VR China und Bangladesch, konnten 2015 ihre Lieferungen nach Polen weiter erhöhen. Deutschland auf Platz drei verzeichnete ebenfalls Zuwächse. Die Slowakei vervielfachte ihre Exporte. Unter den Abnehmerländern spielte Deutschland die mit Abstand wichtigste Rolle mit einer weiter deutlich steigenden Nachfrage. Auf den weiteren Rängen folgten die Niederlande, Tschechien, Österreich, Schweden und andere meist europäische Länder.

Polnischer Außenhandel mit Bekleidung aus gewebten Stoffen (in Mio. Zl)
Zolltarifpositionen 6201 bis 6209 2013 2014 2015
Import, darunter von: 5.392,4 6.910,0 8.589,6
.VR China 2.115,3 2.532,3 2.915,8
.Bangladesch 758,4 1.019,2 1.243,5
.Deutschland 522,1 607,7 745,4
.Türkei 290,6 404,3 570,9
.Slowakei 25,0 82,6 396,9
.Indien 258,8 329,9 366,7
Export, darunter nach: 5.895,4 6.830,1 7.894,9
.Deutschland 2.997,3 3.677,7 4.388,0

Quelle: Statistisches Hauptamt GUS

Deutschland trumpft in Polen nicht nur mit hochwertiger Bekleidung und bekannten Marken auf. Die in Europa führende Kette von Discountmärkten KiK verbreitet sich im Nachbarland weiter. Bis Ende 2017 soll die Anzahl der Filialen auf 200 steigen. Ihre erste polnische Filiale hatte KiK im März 2012 eröffnet.    

Der E-Handel dürfte den deutschen Lieferungen von Bekleidung weiteren Auftrieb geben. Der große Onlinehändler Zalando lässt sein erstes Logistikzentrum in Polen in Gryfino auf dem Gebiet der Sonderwirtschaftszone Kostrzyn-Slubice (Küstrin-Frankfurt/O.) für 150 Mio. Euro errichten. Laut dem Bauträger Goodman wird es die größte Logistikfläche, die eine einzelne Firma in Polen belegt. Es ist gleichzeitig eines der umfangreichsten derzeit durchgeführten BTS-Projekte (built-to-suit) des Landes, bei dem ein Objekt nach den Erfordernissen des künftigen Nutzers gebaut wird. Seine Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2017 vorgesehen. Zalando will von dort aus Polen, die nordischen Länder und einen Teil Deutschlands beliefern.

Polnischer Außenhandel mit Bekleidung aus Gewirken und Gestricken (in Mio. Zl)
Zolltarifposition 6101 bis 6114 2013 2014 2015
Import, darunter von 5.191,6 6.748,2 8.404,7
.VR China 1.574,1 1.970,7 2.378,5
.Bangladesch 903,2 1.258,8 1.583,4
.Deutschland 538,1 723,8 927,5
.Türkei 512,9 628,7 796,5
.Kambodscha 235,4 464,3 586,7
Export, darunter nach 4.521,4 5.108,9 6.299,0
Deutschland 1.888,0 2.343,8 2.996,3

Quelle: Statistisches Hauptamt GUS

 

Weitere Informationen:
Polen Statistik Bekleidung Polen
Quelle:

Beatrice Repetzki, Germany Trade & Invest www.gtai.de

EuroShop 2017 © Messe Duesseldorf / ctillmann
18.10.2016

EUROSHOP 2017 – „SCHAUFENSTERFIGUREN: ECHTE STIMMUNGSMACHER!“

  • Visuelles Marketing wird angesichts der E-Commerce-Konkurrenz für den stationären Handel wichtiger
  • Display Mannequins stehen dabei im Fokus
  • Emotionalität ist entscheidend
  • Auch Individualität und Flexibilität sind gefragt
  • Der Trend geht zu semi-abstrakten Figuren, wobei es regionale und Genre-Unterschiede gibt
  • Customized-Anteil steigt
  • Nachhaltigkeit bleibt nachhaltig Thema

 Die EuroShop zählt zu den Messen, die stets auch optisch reich an Highlights sind. Besonderen Hochgenuss bietet dabei naturgemäß die Visual Merchandising Halle, Ausstellungsort der Display Mannequins und Store Window Decorations. Im März 2017 ist es die Halle 11 des Düsseldorfer Messegeländes (statt bisher der Halle 4), die sich in eine POS-Erlebniswelt verwandeln wird. Viel Aufmerksamkeit dürfte ihr gewiss sein.

  • Visuelles Marketing wird angesichts der E-Commerce-Konkurrenz für den stationären Handel wichtiger
  • Display Mannequins stehen dabei im Fokus
  • Emotionalität ist entscheidend
  • Auch Individualität und Flexibilität sind gefragt
  • Der Trend geht zu semi-abstrakten Figuren, wobei es regionale und Genre-Unterschiede gibt
  • Customized-Anteil steigt
  • Nachhaltigkeit bleibt nachhaltig Thema

 Die EuroShop zählt zu den Messen, die stets auch optisch reich an Highlights sind. Besonderen Hochgenuss bietet dabei naturgemäß die Visual Merchandising Halle, Ausstellungsort der Display Mannequins und Store Window Decorations. Im März 2017 ist es die Halle 11 des Düsseldorfer Messegeländes (statt bisher der Halle 4), die sich in eine POS-Erlebniswelt verwandeln wird. Viel Aufmerksamkeit dürfte ihr gewiss sein. Denn angesichts der E-Commerce-Konkurrenz werden das visuelle Marketing und daraus resultierend ein emotionaler, individueller Auftritt für stationäre Einzelhändler immer wichtiger. „Das Bedürfnis der Konsumenten nach Emotionen wird das übergeordnete Thema der EuroShop werden“, ist nicht nur Andreas Gesswein überzeugt, CEO des Unternehmens Genesis Display aus Auetal.

Display Mannequins haben besonderes Potenzial, Stimmungen zu erzeugen. Nicht ohne Grund stellte der Düsseldorfer Gestalter für visuelles Marketing Domagoj Mrsic sie bei einer seiner Inszenierungen einst als „Superheroes“ dar, als Superman und Wonder Woman, Batman und Catwoman, Spiderman und Spiderwoman. Gut gemacht, sind Figuren in gewisser Weise wirklich Helden. Mit ihrem Aussehen, ihrer Haltung, Gestik und Mimik sind sie in der Lage, Schaufenstern und Instore-Dekorationen Leben einzuhauchen, als verkaufsförderndes Stimulans zu wirken oder zumindest Sympathie, Interesse und Neugier zu wecken. Wenn sie nicht gerade kopflos und abstrakt sind, geben sie Handelshäusern und Marken Profil und Gesicht. Mit der Macht ihrer Pose vermögen sie es Stellung zu beziehen, welche Zielgruppe angesprochen, welcher Modegrad und welches Preislevel bedient werden sollen. Zudem können sie, gerade wenn sie in Gruppen auftreten, dem Betrachter Geschichten erzählen. Unvergessen die Figurenserie „Ugly’s“ des niederländischen Anbieters Hans Boodt, die humorvoll Männer aus dem wahren Leben nachahmte, statt „Jungs“ mit wohlgeformten Waschbrettbäuchen abzubilden. Ein langer Schmächtiger war ebenso dabei wie ein kleiner Untersetzter, gekleidet in Liebestöter-Unterwäsche. „Die neue Generation der Mannequins wird mehr über die Marke aussagen. Sie wird dazu beitragen, mehr über die wesentlichen Werte der Brand zu kommunizieren und sie vom Wettbewerb abzusetzen“, sagt Jean-Marc Mesguich, CEO von Window France mit Sitz in Carros.

Das Angebotsspektrum der Figurenbranche ist breit: Neben Top-Model-Doubles umfasst es Plus-Size-Beautys, Europäer, Afrikaner und Asiaten, besagte Superheroes und lustige Normalos. Küssende Paare sind ebenso dabei wie Sumo-Ringer. Nach dem Motto „bloß nicht tierisch ernst“ kamen die Anbieter längst auch auf den Hund oder die Katze. Und sogar auf das Chamäleon, denn so manche Figur entpuppt sich als Verwandlungskünstler. „Cameleon“ zum Beispiel ist ein patentiertes Konzept von Window France: Hunderte von Augen und Lippen stehen zur Wahl, Wimpern lassen sich ankleben, Perücken auf- und absetzen, das Make-up variieren oder dank Magneten gleich das ganze Gesicht. Einem permanent neuen POS-Auftritt steht damit nichts im Wege. Dazu gesellen sich eine im Markt inzwischen riesige Farb- und Materialvielfalt: Oberflächen aus Samt und Gummi sind ebenso zu haben wie Metallic-Lackierungen oder Beton- und Kupfer-Optiken.

Angesichts dessen, was in den letzten Jahren alles präsentiert wurde, fragt man sich, was jetzt noch Neues kommen kann. Wobei das Gros von Modehandel und Markenindustrie schon die vorhandenen Möglichkeiten zuletzt nicht annähernd ausreizte. In den vergangenen Jahren wurden vor allem abstrakte Figuren nachgefragt. „Sie sind vielseitig einsetzbar und einfach zu handhaben, da zum Beispiel keine Perücken und kein Make-up gestylt werden müssen“, kennt Andreas Gesswein (Genesis Display) die Gründe und ergänzt: „Leichter zu kopieren sind sie allerdings auch und damit in jedem Preissegment erhältlich.“ In der Praxis geht Effizienz mitunter erkennbar vor Emotion. „Doch wenn Stores sich in ihrer Darstellung nicht unterscheiden, reizt es auch nicht, sie zu betreten“, macht Jean-Marc Mesguich deutlich (Window France). Und zur EuroShop 2017? Window France jedenfalls wird weit mehr als „aufregende Variationen des abstrakten Themas bereithalten“.

Es wird wieder Gesicht gezeigt

Fakt ist: Wie die Mode, die sie zur Schau tragen, unterliegen Display Figuren Trends. Ausgelöst durch den Wunsch nach mehr Differenzierung und Ausdruck nehmen die Branchenvertreter inzwischen eine Entwicklung hin zu semi-abstrakten Figuren wahr. „Es wird zumindest wieder ein Gesicht angedeutet. Die Figuren sind weniger neutral. Es wird erkennbar: Man möchte wieder ein Statement setzen und sich bekennen. Die Entwicklung geht hin zu mehr Profil und einer klareren Zielgruppenansprache“, berichtet Cornel Klugmann, Country-Manager der D-A-CH-Region bei Hans Boodt aus dem niederländischen Zwijndrecht. Monica Ceruti, zuständig für PR & Communication bei Almax aus Mariano Comense/Italien, stimmt zu: „Zwar ist die Nachfrage nach abstrakten Figuren nach wie vor hoch, doch die Tendenz geht eindeutig in Richtung stärkerer realistischer Züge. Dazu gehören Details wie die Applikation von Wimpern oder Perücken. Auch dynamische Posen werden wieder populärer.“ Andreas Gesswein (Genesis Display) bemerkt: „Insbesondere in der Luxusbranche ist eine verstärkte Nachfrage nach realistischeren Figuren mit Gesicht und emotionalem Ausdruck zu verzeichnen, wodurch sich die Marken wieder von der Masse abheben wollen.“ Ein Trend, den Jean-Marc Mesguich bestätigt: „Die Haute-Couture-Marken haben die Eierköpfe längst verbannt und gegen etwas ausgetauscht, das mehr Wirkung hat und dafür sorgt, dass die Menschen über die Brand sprechen.“ Er fügt hinzu: „Die zunehmende Entwicklung, Mode online anzusehen pusht den Einzelhandel und die Marken, attraktivere Fenster zu gestalten und ihre Displays regelmäßiger auszutauschen.“

Die Zeit der konturlosen „Eierköppe“ scheint also vorbei. Und darüber hinaus? „Die Anmutung wird wertiger. Weiß und Grau lösen dunklere Töne ab, glossy ersetzt matt und es sind anspruchsvolle Looks mit mehr Ausstrahlung gefragt“, so Cornel Klugmann (Hans Boodt). Monica Ceruti (Almax) sieht überdies viel Potenzial für „handhandcrafted Looks“. Dazu gehören Büsten mit oder ohne Arme, bei denen die Materialien zwischen den einzelnen Bestandteilen, wie Podest, Torso oder Kopf, variieren und Holz- sowie metallische Oberflächen den Ton angeben. Sabrina Ciofi aus dem Design Office von La Rosa aus Palazzolo Milanese/Italien fasst die „großen Zukunftsthemen“ so zusammen: „Gefragt sind hohe Produktqualität, richtiger Preis, maximaler Kundenservice und hohe Produkt-Flexibilität beziehungsweise Vielseitigkeit.“ Eine Aussage, die länderübergreifend Gültigkeit haben dürfte. Ansonsten sagt sie trotz aller Globalisierung: „Es gibt so viele Trends, wie es Märkte gibt.“ Monica Ceruti (Almax) konkretisiert: „In Europa und den USA sind die Unterschiede nicht gravierend. Im Mittleren Osten hingegen sind aus religiösen und kulturellen Gründen zum Beispiel weiterhin Figuren ohne realistische Züge gefragt, das gilt insbesondere für die weiblichen Display Mannequins.“

Individueller wird günstiger

Generell steigt der Anteil der Customized Figuren, berichten die Produzenten. Diese Display Mannequins werden ganz nach Kundenwunsch individuell gestaltet und exklusiv gefertigt. Auf diese Weise können sich Handelsunternehmen und Marken sichtbar vom Wettbewerb differenzieren und konsequent ihrer CI folgen. Bei Hans Boodt zum Beispiel liegt der Customized-Anteil, so heißt es, bei mittlerweile 75 Prozent. Und er dürfte dank kostensenkender Prozessoptimierung weiter steigen. Die Niederländer haben, ebenso wie auch Window France,  die 3D-Drucktechnologie für sich und ihre Kunden entdeckt. Wurden Prototypen bis dato aufwändig von Bildhauern aus Ton modelliert, so werden diese nun zeit- und kostensparend „gedruckt“. „Das Verfahren ist zugleich noch detailgetreuer und lebensechter als zuvor“, ist Cornel Klugmann (Hans Boodt) begeistert. Grafikdesigner kreieren am Bildschirm die gewünschten Figuren, variabel lassen sich dabei die Details konfigurieren, dann werden die Dateien an den Drucker übergeben, der sie 1:1 in die Tat umsetzt. „Wir können deutlich schneller auf Trends reagieren und letztlich auch mehr neue Kollektionen pro Jahr kreieren“, fügt Klugmann weitere Vorteile an. Jean-Marc Mesguich (Window France) ergänzt: „Dank 3D können wir Mannequins kreieren, die wirklich präzise mit dem Image jeder einzelnen Marke korrespondieren, um zugleich perfekt im Gleichklang mit dem Publikum zu sein. Das ist eine bedeutende Evolution in der Rolle, die Figuren spielen.“

Neben der Prozessoptimierung bleibt Nachhaltigkeit nachhaltig wichtig für die Branche. „Die Modebranche ist inzwischen sehr sensibilisiert, was dieses Thema angeht und es ist wichtig, dass auch ihre Zulieferer entsprechende Kriterien einhalten“, ist Monica Ceruti (Almax) über zeugt. Ähnlich sehen es die anderen befragten Marktteilnehmer. Aus Sicht von La Rosa, deren Mannequins ausnahmslos in Italien designt und produziert werden, ist Nachhaltigkeit ein Qualitäts-Bestandteil. Die Italiener haben nach eigenen Angaben den gesamten Lebenszyklus ihrer Figuren analysiert, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Nahezu die Hälfte des Polystyrols, das sie zur Produktion einsetzen, sei inzwischen recycelt, wodurch u.a. in erheblichem Umfang Rohöl und Kohlendioxid-Emissionen eingespart würden. La Rosa nimmt seine Produkte zudem nach dem Gebrauch zurück und führt sie dem Materialkreislauf wieder zu. Der Produktionsbetrieb arbeite zudem zum Beispiel mit einem CO2-Abscheider, die Kühltürme nutzen Brauchwasser, Energie liefert der eigene Photovoltaik-Park. Andreas Gesswein (Genesis Display) betont ebenfalls die Bedeutung der Thematik: „Unsere Kunden bauen auf Vertrauen, Ehrlichkeit und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Da gehört es sich, bei der Nachhaltigkeit Nachweise zu erbringen und nicht nur die Werbetexte von anderen abzuschreiben. In Zusammenarbeit mit Dupont Tate and Lyle BioProducts haben wir den Anteil an Biomasse in unseren Figuren in den letzten Jahren noch weiter erhöht, genauso wie wir alle Materialien, Verpackungen und Transportwege ständig auf Nachhaltigkeit prüfen, verbessern und ausbauen.“ Einen interessanten Weg beschreitet auch Hans Boodt. Das Unternehmen prüft aktuell, ob sich nicht auch Ocean Plastic, also der Plastikmüll der Weltmeere, als Produktionsrohstoff einsetzen lässt.

Die EuroShop als Zukunftschance

Der Markt der Display Figuren ist und bleibt kräftig in Bewegung – auf Angebots- und Nachfrageseite. „Es gibt die Kunden, die ihre Figuren günstig über das Internet beziehen und jene, die an Top-Qualität, professioneller Beratung und ganzheitlichen Visual-Merchandising-Konzepten interessiert sind“, erläutern Andreas Gesswein (Genesis Display) und Cornel Klugmann (Hans Boodt). Wem sie mehr Erfolg zutrauen, dürfte klar sein. Andreas Gesswein: „Die Herausforderungen sind enorm. Gerade das Jahr 2016 hat dem Modehandel sehr viel abverlangt, auch in Asien und den USA. Die Unternehmen stehen vor einem veränderten Markt und Käuferverhalten. Die EuroShop 2017 wird daher vielleicht eine der wichtigsten seit ihrer Gründung sein.“ Jean-Marc Mesguich, (Window France) betont: „Ich denke, dass es elementar wichtig ist, auf der EuroShop präsent zu sein. Für beide: Aussteller und Kunden. Beiden Parteien bietet die Plattform eine verlässliche Möglichkeit, Sichtweisen auszutauschen und sie unterstützt dabei, gemeinsam den Weg vorwärts zu beschreiten. Wir sind aktuell an einem Wendepunkt im Markt, daher bekommt dies für jeden von uns einen nochmals höheren Stellenwert.“ Auch Cornel Klugmann legt den Vertretern des Handels einen Messebesuch nahe: „Unsere Innovationskraft ist die Chance für die Zukunft.“
 
Die EuroShop 2017 ist für Fachbesucher von Sonntag, 05. März 2017, bis Donnerstag, 09. März 2017, täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet 70,- Euro (50,-- Euro im Online-Vorverkauf (e-Ticket),  die 2-Tageskarte 90,-- Euro (70,-- Euro im OVV) und die Dauerkarte 150,-- Euro (130,-- Euro im OVV). Die Eintrittskarten beinhalten die kostenlose Hin- und Rückfahrt zur EuroShop mit VRR-Verkehrsmitteln (Verkehrsverbund-Rhein-Ruhr).

 

© Jerzy Sawluk / pixelio.de
28.06.2016

RUSSISCHE REGIERUNG LEGT ENTWICKLUNGSPROGRAMM BIS 2025 FÜR DIE TEXTILINDUSTRIE AUF

  • Antikrisenplan stellt Finanzhilfen von fast 1,5 Mrd. Rubel in Aussicht

Moskau (GTAI) - Die russische Regierung beschloss im Frühjahr 2016 eine "Strategie für die Entwicklung der Leichtindustrie bis zum Jahr 2025" und ein "Föderales Programm zur Unterstützung der Unternehmen der Leichtindustrie" (Antikrisenplan). Damit sollen die russischen Textilbetriebe in der Krise gestützt werden. Ziel des Ministeriums für Industrie und Handel ist es, den Anteil inländischer Hersteller am Bekleidungsmarkt von aktuell 25% auf 50% im Jahr 2025 zu verdoppeln.

  • Antikrisenplan stellt Finanzhilfen von fast 1,5 Mrd. Rubel in Aussicht

Moskau (GTAI) - Die russische Regierung beschloss im Frühjahr 2016 eine "Strategie für die Entwicklung der Leichtindustrie bis zum Jahr 2025" und ein "Föderales Programm zur Unterstützung der Unternehmen der Leichtindustrie" (Antikrisenplan). Damit sollen die russischen Textilbetriebe in der Krise gestützt werden. Ziel des Ministeriums für Industrie und Handel ist es, den Anteil inländischer Hersteller am Bekleidungsmarkt von aktuell 25% auf 50% im Jahr 2025 zu verdoppeln.

In der russischen Leichtindustrie stellen 14.000 Firmen (davon 200 Großbetriebe) Bekleidung, Textilien, Schuhe und Lederwaren her, so das Ministerium für Industrie und Handel. Diese erwirtschaften einen Umsatz von jährlich 270 Mrd. Rubel. Davon sind 653 große und mittlere sowie 4.000 kleine Unternehmen in der Garn- und Textilindustrie tätig. Weil Kaufkraft und Nachfrage der Verbraucher gesunken sind, drosselte die Leichtindustrie ihre Produktion 2015 um 12%.

Um den Bekleidungs- und Textilbetrieben mehr Sicherheit zu geben, beschloss die russische Regierung im Frühjahr 2016 eine "Strategie für die Entwicklung der Leichtindustrie bis zum Jahr 2025" und ein "Föderales Programm zur Unterstützung der Unternehmen der Leichtindustrie" (Antikrisenplan). Ziel des Ministeriums für Industrie und Handel ist es, den Anteil inländischer Hersteller am Bekleidungsmarkt von aktuell 25% auf 50% im Jahr 2025 zu verdoppeln. In diesem Zusammenhang sollen bis zu 330.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Antikrisenplan stellt Subventionen von 1,475 Mrd. Rubel in Aussicht
Im Antikrisenplan werden Finanzhilfen von 1,475 Mrd. Rubel in Aussicht gestellt. Damit soll insbesondere den Herstellern von Schuluniformen und Kinderbekleidung sowie Textilfabriken, die Staatsaufträge erfüllen, geholfen werden. Die finanzielle Unterstützung umfasst: Subventionen für die Produzenten von Schuluniformen für die unteren Klassen aus russischen Kammgarnstoffen (600 Mio. Rubel), Subventionen für Betriebsmittelkredite als Unterstützung zum Einkauf von Rohmaterialien (800 Mio. Rubel), Subventionen für Investitionskredite zur technischen Umrüstung von Unternehmen (75 Mio. Rubel).

Als Teil des Entwicklungsprogramms für die Leichtindustrie wird eine eigene Entwicklungsbank für die Textil- und Bekleidungsindustrie gegründet - nach dem Vorbild der Rosselchosbank. Das bislang auf Landwirtschaft spezialisierte staatliche Leasingunternehmen Rosagroleasing soll die technische Modernisierung der Textil- und Bekleidungsbetriebe finanziell begleiten. Zusätzlich verbietet die Regierungsverordnung Nr. 791 in der Fassung vom 17.02.2016 auf allen drei Verwaltungsebenen (föderal, regional, kommunal) öffentliche Beschaffungen von Textilien und Bekleidungen aus Importen, wenn es dafür Angebote inländischer Hersteller gibt.

Industrieparks und -cluster für die Leichtindustrie entstehen
Außerdem werden zwei Industrieparks für die Bekleidungs- und Textilindustrie eingerichtet - in den Gebieten Iwanowo und Leningrad. Daneben bildet sich ein regionaler Cluster der Leichtindustrie im Gebiet Tscheljabinsk im Süd-Ural. Der Fonds zur Entwicklung der russischen Industrie fördert Investitionsprojekte mit zinsvergünstigten Krediten, beispielsweise das Projekt von Praimteks (Primetex) im Gebiet Iwanowo zur Produktion von Textilien unter Nutzung digitaler Textildrucker (Kredit: 466 Mio. Rubel).

Ferner sollen die einheimischen Hersteller von Bekleidung und Schuhen künftig Zugang zum Förderinstrumentarium der föderalen Gesellschaft für die Entwicklung von kleinen und mittleren Unternehmen bekommen. Kritiker bemängeln, dass die Subventionen bislang nur die großen Unternehmen erreichen und dabei vor allem Unternehmen, die mit Staatsaufträgen arbeiten.

Ausbau der Kapazitäten für Chemiefaser
Exportchancen sieht das Industrieministerium bei Kunstfasern. Im Textilcluster Iwanowo (http://invest-ivanovo.ru/data/prog.pdf) entsteht mit öffentlichen Zuschüssen ein Chemiefaserwerk, das ab 2018 die Produktion aufnehmen soll. Damit stünden 250.000 jato Chemiefaser zusätzlich zur Verfügung. Bislang produzieren die beiden Hersteller Komitex und Wladimirski Polyefir zusammen 33.000 jato Kunstfaser. Viskose wird aktuell in Russland überhaupt nicht erzeugt. Bei Polyester beträgt der Importanteil 74% und bei Polyamid 88%.

Die Kunstfasern könnten künftig an BTK textil und andere Abnehmer geliefert werden. Der Produktionskomplex von BTK textil in der Stadt Schachty im Gebiet Rostow wurde im Juni 2015 eingeweiht. Das Unternehmen stellt Hightech-Textilien und Trikotagen aus synthetischen Fasern her. Daraus werden Berufs-, Sport- und Skibekleidung genäht. BTK textil hat Kapazitäten zur Produktion von etwa 12 Mio. qm Stoff pro Jahr, sagt Generaldirektor Sergej Bazoev. Noch kauft BTK textil die synthetischen Fasern und Fäden überwiegend in Asien. Das könnte sich bald ändern. Die BTK Gruppe ist der größte russische Hersteller von Männerbekleidung und Uniformen.

Eine neue Produktionsstätte in Russland zu errichten ist nicht so einfach: Maschinen aus einheimischer Herstellung gibt es nicht und importierte Technik hat sich wegen der Rubelabwertung stark verteuert. So stammt die Technik von BTK textil zur Herstellung, Imprägnierung oder Beschichtung der Stoffe und zum Nähen der Bekleidung (insgesamt 250 Einheiten) aus Italien, Dänemark, Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Langfristige Kredite über 8 bis 12 Jahre sind nicht erhältlich und wenn nur zu hohen Zinssätzen. Die mangelnde Vielfalt an Technologien und Materialien (das Anlegen umfangreicher Stoff- und Zubehörlager ist zu teuer) bleibt das Hauptproblem für russische Textilbetriebe. Deshalb ist die Zahl der neuen Projekte in der Leichtindustrie bislang überschaubar.

Russische Föderation - Produktion von Textilien und Bekleidung (Veränderung in %)
Warenbezeichnung   2015 Veränderung 2015/2014
Baumwollfaser (Mio. Rollen( 111,0 4,4
Kunstfaser (Mio. Rollen) 66,0 -4,5
Stoffe (Mio. qm) 4.542 14,7
.davon aus:    
.Naturseide (1.000 qm) 253,0 31,8
.Wolle (1.000 qm) 9.262,0 -20,9
.Leinen 25,9 -26,6
.Baumwolle 1.176,0 -4,5
.Kunstfaser 237,0 14,2
Stoffe aus anderen Materialien 3.084,0 25,1
Stoffe mit Kunststoffimprägnierung (Mio. qm) 32,3 14,6
Bettwäsche (Mio. Stück) 59,8 -9,6
Teppiche (Mio. qm) 22,6 -3,7
Wirkware (1.000 t) 14,2 29,8
Strümpfe (Mio. Paar) 199 -5,6
Mäntel (1.000 Stück) 989 -22,1
Gefütterte Jacken (1.000 Stück) 1.887 -45,4
Anzüge (1.000 Stück) 4.690 -12,6
Herrensakkos und Blazer (1.000 Stück) 870 14,1
Damenmäntel mit Pelzoberteil (Stück) 5.543 -46,1
Kleidung aus Kunstpelz (1.000 Stück) 24,5 21,0
Uniformen und Berufsbekleidung (Mio. Stück) 20,7 -8,2
Arbeits- und Schutzbekleidung (Mio. Stück) 99,8 14,6
Overalls (1.000 Stück) 733 -62,4

Quelle: Rosstat 2016

Russische Föderation - Produktion von Textilien und Bekleidung (Veränderung in %)
Warenbezeichnung 1. Quartal 2016 Veränderung
1. Quartal 2016 / 1. Quartal 2015
Nähgarne aus synthetischen und synthetischen Fasern (Mio. Rollen)   14,0 -0,6
Stoffe (Mrd. qm) 1,2 23,3
Bettwäsche (Mio. Stück) 14,7 -7,7
Gestrickte Strümpfe (Mio. Paar) 55,4 34,0
Trikotagen (Mio. Stück) 24,8 -6,0
Berufsbekleidung, Uniformen (Mio. Stück) 31,1 11,2
Mäntel (1.000 Stück) 269 9,1

Quelle: Rosstat 2016


Kontaktanschriften:
Ministerium für Industrie und Handel

Abteilung für Leichtindustrie
Denis Klimentewitsch Pak, Direktor der Abteilung
109074 Moskau, Kitajgorodskij proesd 7
Tel.: 007 495/632 8004 (Sekretariat), Fax: -632 88 65
E-Mail: dgrvt@minprom.gov.ru, Internet: http://minpromtorg.gov.ru

(Unter-)Abteilung Leichtindustrie: Leiterin: Irina Alekseewna Iwanowa,
Tel.: -632 87 31, -346 04 73; E-Mail: ivanovaia@minprom.gov.ru
Internet: http://minpromtorg.gov.ru/ministry/dep/#!9&click_tab_vp_ind=1
"Strategie für die Entwicklung der Leichtindustrie bis zum Jahr 2025"
http://www.kptf.ru/images/company/Presentation.pdf (Präsentation zur Strategie)
http://minpromtorg.gov.ru/docs/#!strategiya_razvitiya_legkoy_promyshlennosti_rossii_na_period_do_2025_goda (Text der Strategie und des Maßnahmenplans)

Russische Union der Unternehmer der Textil- und Leichtindustrie
107023 Moskau, uliza Malaja Semenowskaja 3
Tel.: 007 495/280 15 48, Fax: -280 10 85
E-Mail: info@souzlegprom.ru, Internet: http://www.souzlegprom.ru

 

BEKLEIDUNGSHERSTELLER VERLAGERN PRODUKTION NACH RUSSLAND © Florentine/ pixelio.de
17.05.2016

BEKLEIDUNGSHERSTELLER VERLAGERN PRODUKTION NACH RUSSLAND

  • Schwacher Rubel macht Produktion im Inland rentabel
  • Regierung fördert Investitionen

Moskau (GTAI) - Der Absatz von Textilien und Bekleidung wird 2016 weiter sinken. Die Produktion in Russland legt jedoch zu. Aufgrund der starken Rubelabwertung der letzten zwei Jahre haben sich Rahmenbedingungen für die Textil- und Bekleidungsindustrie komplett geändert. Einerseits führen sinkende Realeinkommen zu einer nachlassenden Nachfrage. Andererseits sind die Lohnstückkosten unter asiatische Vergleichswerte gesunken.

  • Schwacher Rubel macht Produktion im Inland rentabel
  • Regierung fördert Investitionen

Moskau (GTAI) - Der Absatz von Textilien und Bekleidung wird 2016 weiter sinken. Die Produktion in Russland legt jedoch zu. Aufgrund der starken Rubelabwertung der letzten zwei Jahre haben sich Rahmenbedingungen für die Textil- und Bekleidungsindustrie komplett geändert. Einerseits führen sinkende Realeinkommen zu einer nachlassenden Nachfrage. Andererseits sind die Lohnstückkosten unter asiatische Vergleichswerte gesunken.

Aufgrund des niedrigen Rubelkurses ist es seit 2015 für in- und ausländische Textil- und Bekleidungsfirmen billiger geworden, in Russland zu produzieren. Die in US-Dollar umgerechneten Lohnstückkosten liegen infolge der Rubelabwertung aktuell um 10 bis 15% unterhalb des Vergleichswerts in der VR China. Der Durchschnittslohn einer Arbeiterin in der Nähindustrie beträgt in China zurzeit 300 bis 350 US$, in Russland 12.000 bis 15.000 Rubel (185 bis 230 $).

Produktionsverlagerung nach Russland setzt ein
Die ersten in- und ausländischen Markenhersteller von Bekleidung haben reagiert und verlagern Produktionskapazitäten aus Asien nach Russland oder vergeben Aufträge an russische Bekleidungshersteller, wie die Tageszeitung "Izwestija" berichtete. Dazu zählen die Unternehmen Roztech (Marken: Dikaja Orchideja, Bjustje, Defile, Grand Defile), Sportmaster, Melon Fashion Group (befree, Zarina, Love Republic), Finn Flare und Kira Plastinina.

"Vor ein paar Jahren haben wir in Russland 20 bis 30% unserer Kollektion produziert, im vergangenen Jahr 2015 waren es schon 30 bis 40% und jetzt etwa 70%", berichtet der kaufmännische Direktor von "Kira Plastinina Stil" Wladimir Romanow. Dafür organisierte das Unternehmen eine eigene Produktion in einem Industriepark in Osery bei Moskau.

Weitere Markenhersteller und -händler wie Zara (spanische Inditex), Sela, Baon, Gloria Jeans, Modis, Lamoda, Lady&Gentleman, Känguru und Sneschnaja Korolewa schauen sich nach Möglichkeiten zur Produktionsverlagerung nach Russland um. Das Ministerium für Industrie und Handel führt intensive Gespräche mit Zara, H&M, Benetton, Dekatlon, Sportmaster und IKEA (Heimtextilien), um sie von den Vorteilen einer Produktion in Russland zu überzeugen. Künftig will etwa IKEA bis zu 40% seiner Waren von russischen Firmen herstellen lassen.

Roztech plant, die Herstellung von Damenunterwäsche zu verdoppeln auf 8 Mio. Stück. Aktuell werden dafür zwei Betriebe im Gebiet Smolensk angemietet. Für Reparaturarbeiten und Produktionsvorbereitungen in den angemieteten Werken investiert Roztech etwa 60 Mio. Rubel. Zwei weitere Nähereien in den Gebieten Moskau und Smolensk arbeiten bereits für Roztech. Auftragsproduktionen in der VR China und in den baltischen Staaten will das Unternehmen dagegen aufkündigen. 

Die Franchisekette Finn Flare (Finnland) mietete Anfang 2016 bei Moskau eine Fabrik mit 500 qm Fläche, renovierte diese und installierte Ausrüstung. Dafür wurden 12 Mio. Rubel investiert, sagte Generaldirektorin Ksenija Rjasowa. Die Nähfabrik soll bereits im Mai den Betrieb aufnehmen und jährlich 40.000 bis 60.000 Stück Bekleidung herstellen. Anfang 2016 besaß Finn Flare 143 russische Geschäfte (54 als Franchise).

Hersteller von Sportbekleidung erhöhen Produktionsanteil in Russland
Sportmaster hat seit Ausbruch der Rubelkrise damit begonnen, einen Teil seiner Aufträge bei russischen Unternehmen zu platzieren. Zurzeit kommen 15% der Bekleidung und Schuhe aus russischer Produktion. Die Handelskette besitzt Geschäfte der Marken Sportmaster - 460, Ostin – 760 und Funday - 60.

Die Gruppe MMD "Wostok i Sapad", die zur Unternehmensgruppe Bosco di Ciliegi gehört, beabsichtigt eine eigene Fabrik zur Produktion von Sportbekleidung im Industriepark "Kameschkowo" im Gebiet Wladimir einzurichten. Die notwendigen Investitionen belaufen sich auf 1 Mrd. Rubel, davon sind 200 Mio. Rubel Eigenmittel und etwa 400 Mio. Rubel beim Fonds für die Entwicklung der Monostädte beantragt.

Sogar Pierre Cardin führt Gespräche mit großen russischen Bekleidungsherstellern über eine Lizenzproduktion, sagte Designer Rodrigo Basilikati im März 2016. Bislang stützt sich das Modehaus auf zehn eigene Geschäfte und Lizenznehmer aus Deutschland, Italien und den USA. Die meisten Nähaufträge wurden bisher in China platziert. Künftig ist verstärkt mit Firmen aus  Vietnam, Bangladesch, Indien, Malaysia und Indonesien zu rechnen. Die Eurasische Wirtschaftsunion und Vietnam haben ein Freihandelsabkommen geschlossen.

Importabhängigkeit bei Stoffen und Zubehör als Kostenrisiko
Durch die Fertigung in Russland entfallen das Wechselkursrisiko und Transportkosten. Aber ein Kostenrisiko bleibt: Für das Nähen von Bekleidung in Russland können nicht alle Stoffe und Materialien aus inländischen Quellen bezogen werden, sondern müssen zu 65% im Ausland eingekauft werden. Die technische Ausrüstung wird zu 100% importiert. Dies ist und bleibt auf absehbare Zeit ein Kostenrisiko in Abhängigkeit von der weiteren Wechselkursentwicklung.

Hauptlieferländer für Fasern, Stoffe, Garne, Knöpfe und Accessoires waren bislang die VR China und die Türkei. Doch seit der Verschlechterung der staatlichen Beziehungen zur Türkei wird in Russland mit Hochdruck daran gearbeitet, sich von dieser Lieferabhängigkeit schrittweise zu befreien.
 
Antikrisen- und Entwicklungsprogramm für die Leichtindustrie

In der russischen Leichtindustrie stellen 14.000 Firmen Bekleidung, Textilien, Schuhe und Lederwaren her. Davon sind 653 große und mittlere sowie 4.000 kleine Unternehmen in der Garn- und Textilindustrie tätig. Um den Bekleidungs- und Textilbetrieben mehr Planungssicherheit zu geben, beschloss die russische Regierung im Frühjahr 2016 eine "Strategie für die Entwicklung der Leichtindustrie bis zum Jahr 2025" und ein "Föderales Programm zur Unterstützung der Unternehmen der Leichtindustrie" (Antikrisenplan).

Russische Föderation: Produktion von Textilien und Bekleidung (Veränderung in %)
Warenbezeichnung 2015 Veränderung 2015/2014
Baumwollfaser(Mio. Rollen) 111,0 4,4
Kunstfaser (Mio. Rollen) 66,0 -4,5
Stoffe (Mio. qm) 4.542 14,7
.davon aus:    
.Naturseide (1.000 qm) 253,0 31,8
.Wolle (1.000 qm) 9.262,0 -20,9
.Leinen 25,9 25,9 -26,6
.Baumwolle 1.176,0 -4,5
.Kunstfaser 237,0 14,2
Stoffe aus anderen Materialien 3.084,0 25,1
Stoffe mit Kunststoffimprägnierung (Mio. qm) 32,3 14,6
Bettwäsche (Mio. Stück) 59,8 -9,6
Teppiche (Mio. qm) 22,6 -3,7
Wirkware (1.000 t) 14,2 29,8
Strümpfe (Mio. Paar) 199 -5,6
Mäntel (1.000 Stück) 989 -22,1
Gefütterte Jacken (1.000 Stück) 1.887 -45,4
Anzüge (1.000 Stück) 4.690 -12,6
Herrensakkos und Blazer (1.000 Stück) 870 14,1
Damenmäntel mit Pelzoberteil (Stück) 5.543 -46,1
Kleidung aus Kunstpelz (1.000 Stück) 24,5 21,0
Uniformen und Berufsbekleidung (Mio. Stück) 20,7 -8,2
Arbeits- und Schutzbekleidung (Mio. Stück) 99,8 14,6
Overalls (1.000 Stück) 733 -62,4

Quelle: Rosstat 2016

Russische Föderation - Produktion von Textilien und Bekleidung (Veränderung in %)
Warenbezeichnung 1. Quartal 2016 Veränderung
1. Quartal 2016 /
1. Quartal 2015
Nähgarne aus synthetischen und synthetischen Fasern
(Mio. Rollen)
14,0 -0,6
Stoffe (Mrd. qm) 1,2 23,2
Bettwäsche (Mio. Stück) 14,1 -7,7
Gestrickte Strümpfe (Mio. Paar) 55,4 34,0
Trikotagen (Mio. Stück) 24,8 -6,0
Berufsbekleidung, Uniformen (Mio. Stück) 31,1 11,2
Mäntel (1.000 Stück) 269 9,1

Quelle: Rosstat 2016

Kontaktanschriften:
Russische Union der Unternehmer der Textil- und Leichtindustrie
107023 Moskau, uliza Malaja Semenowskaja 3
Tel.: 007 495/280 15 48, Fax: -280 10 85
E-Mail: info@souzlegprom.ru, Internet: http://www.souzlegprom.ru

Ministerium für Industrie und Handel
Abteilung für Leichtindustrie
Denis Klimentewitsch Pak, Direktor der Abteilung
109074 Moskau, Kitajgorodskij proesd 7
Tel.: 007 495/632 8004 (Sekretariat), Fax: -632 88 65
E-Mail: dgrvt@minprom.gov.ru, Internet: http://minpromtorg.gov.ru

Abteilung Leichtindustrie: Leiterin: Irina Alekseewna Iwanowa,
Tel.: -632 87 31, -346 04 73; E-Mail: ivanovaia@minprom.gov.ru
Internet: http://minpromtorg.gov.ru/ministry/dep/#!9&click_tab_vp_ind=1
"Strategie für die Entwicklung der Leichtindustrie bis zum Jahr 2025"
http://www.kptf.ru/images/company/Presentation.pdf (Präsentation zur Strategie)
http://minpromtorg.gov.ru/docs/#!strategiya_razvitiya_legkoy_promyshlennosti_rossii_na_period_do_2025_goda (Text der Strategie und des Maßnahmenplans)

IVC stellt 16. Auflage der Studie „The Fiber Year“ mit den Kernbranchendaten vor © The Fiber Year GmbH
10.05.2016

IVC STELLT 16. AUFLAGE DER STUDIE „THE FIBER YEAR“ MIT DEN KERNBRANCHENDATEN VOR

  • Faserproduktion erstmals seit fünf Jahren geringer als Verbrauch
In einem Pressegespräch am 03. Mai 2016 stellte die Industrievereinigung Chemiefaser in bewährter Tradition sowohl die nationalen wie die globalen Branchenkennziffern vor: Andreas Engelhardt, Geschäftsführer der The Fi ber Year GmbH ließ keine Frage zu allen wichtigen Rohstoffen, Natur- und Chemiefasern sowie Vliesstoffen unbeantwortet und präsentiert in seiner
Studie einen Prognosehorizont bis 2020. 20 Länderprofile führender produzierender wie auch konsumierender Nationen komplettieren neben Statements von Branchenexperten und einem umfangreichen statistischen Anhang die neue Auflage.
  • Faserproduktion erstmals seit fünf Jahren geringer als Verbrauch
In einem Pressegespräch am 03. Mai 2016 stellte die Industrievereinigung Chemiefaser in bewährter Tradition sowohl die nationalen wie die globalen Branchenkennziffern vor: Andreas Engelhardt, Geschäftsführer der The Fi ber Year GmbH ließ keine Frage zu allen wichtigen Rohstoffen, Natur- und Chemiefasern sowie Vliesstoffen unbeantwortet und präsentiert in seiner
Studie einen Prognosehorizont bis 2020. 20 Länderprofile führender produzierender wie auch konsumierender Nationen komplettieren neben Statements von Branchenexperten und einem umfangreichen statistischen Anhang die neue Auflage. Die Kernbotschaften konzentrierten sich auf Produktion, Verbrauch und Handelsvolumina. 
 
Faserproduktion erstmals seit fünf Jahren geringer als Verbrauch

Seit 2008 ist die weltweite Faserproduktion erstmals wieder gesunken. Das globale Volumen fiel um 0,7 % auf 94,9 Millionen Tonnen. Entscheidend war der Rückgang durch Baumwolle geprägt, die ihren stärksten Einbruch seit vierzig Jahren erlebte. Die Produktion in der aktuellen Saison wird auf 22,0 Millionen Tonnen beziffert, was einer Verminderung um 15,6 % gegenüber der vorangegangenen Saison entspricht. Bei gleichzeitig leicht gesunkener Nachfrage um 2,2 % bleiben die Lagerbestände mit über 20 Millionen Tonnen weiterhin enorm hoch. Hohe Wachstumsraten der chinesischen Chemiefaserindustrie lassen weiter einen massiven Angebotsüberschuss erwarten.

Die weltweite Fasernachfrage ist im vergangenen Jahr auf 96,7 Millionen Tonnen angewachsen. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 3,1 %, dem schwächsten Wachstum seit vier Jahren infolge eines kontinuierlich abnehmenden Nachfragewachstums. Bei einer Weltbevölkerung von etwa 7,3 Milliarden Menschen ergibt sich daraus ein durchschnittlicher Pro-Kopf-Verbrauch von 13,3 kg textiler Materialien für Bekleidung, Heimtextilien, Teppiche und technische Textilien.

Synthesefasern verzeichneten einen Anstieg von 6,6 % auf 60,7 Millionen Tonnen, maßgeblich getragen von Zuwächsen bei Polyester. Der Anstieg geht überwiegend auf den Bereich der Filamentgarne zurück, da Stapelfasern nur ein moderates Wachstum von 2,4 % erreichten. Das kann trotzdem als Erholung gewertet werden, nachdem dieser Industriezweig im Vorjahr erstmals seit 2008 noch einen Rückgang aufwies.

Zellulosefasern wiesen erstmals seit sieben Jahren starken Wachstums wieder einen leichten Produktionsrückgang von 1,2 % auf 6,1 Millionen Tonnen auf. Der Markt wird nahezu vollständig von Stapelfasern dominiert. Viskosefasern konnten dank Zuwächsen in Europa und Asien ihr Volumen um 1,1 % auf 4,9 Millionen Tonnen steigern. Demgegenüber haben Acetatfasern im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr Einbußen zu verzeichnen. Eine abnehmende Produktionstätigkeit war in allen Märkten und Regionen zu erkennen mit einem weltweiten Einbruch um 7,5 % auf 0,9 Millionen Tonnen. Dieser drastische Einschnitt war deutlich stärker als Einbußen im Endverbrauch, was als klares Indiz für globalen Lagerabbau gewertet werden kann. Die langfristige Schrumpfung bei zellulosischen Garnen für textile Einsatzzwecke ist weiter vorangeschritten, sodass das globale Angebot von etwa 350 000 Tonnen dem Niveau der frühen 1930er Jahre entspricht.

Der Markt für Naturfasern erlebte mit einer Reduzierung um 13,2 % auf 28,1 Millionen Tonnen den stärksten Jahresrückgang seit 1986, was insbesondere auf die Baumwolle zurückzuführen ist. Die Produktion von Wolle lag nahezu unverändert bei 1,1 Millionen Tonnen, während bei Bastfasern eine Verminderung um etwa 5 % erwartet wird.

Im Fokus auf die verschiedenen Länder konnte die Volksrepublik China ihre dominante Position mit einer Erhöhung der Produktionsleistung um 8,9 % auf nunmehr über 47 Millionen Tonnen weiter stärken. Die USA festigten ihren zweiten Rang trotz leichten Rückgangs um 2,5 % auf 2,9 Millionen Tonnen, während Indien einen fortgesetzten Rückgang im fünften Folgejahr auf 2,6 Millionen Tonnen erlebte.

Handelsvolumen wächst unvermindert

Laut World Trade Organization (WTO) betrug der Textil- und Bekleidungsexport im Jahre 2014 rund 820 Milliarden USD. Die für das Jahrbuch recherchierten Handelsströme von 26 Ländern sowie der EU (28) für das Jahr 2015 lassen vermuten, dass der weltweite Export auf rund 780 Milliarden USD zurückgehen wird. Während sich die chinesischen Exporte erstmals seit sechs Jahren rückläufig entwickelten, konnten Bangladesch, Kambodscha, Myanmar und Vietnam ihren Ausfuhrwert weiter anheben. Die dynamische Entwicklung insbesondere in Vietnam mit boomender Textilindustrie kann dem Einfluss von Freihandelsabkommen zugeschrieben werden.

Faserproduktion in Deutschland

Trotz internationaler Trends und vielerlei politischer Herausforderung, die die deutschen Chemiefaserproduzenten immer mehr bedrängen, sind Chemiefasern „made in Germany“ immer noch keine ausgestorbene Art, betonte der Geschäftsführer der Industrievereinigung, Dr. Wilhelm Rauch.

Denn während noch 2014 die Chemiefaserbranche in Deutschland einen Rückgang der Produktionsmengen von - 6.1 % hinnehmen musste, stabilisierten sich 2015 die Produktionsmengen auf nahezu gleichem Vorjahresniveau. Die Herstellung von cellulosischen Chemiefasern blieb zwar mit einer Senkung von - 6.8 % (Vorjahr - 8.6 %) rückläufig - konform dem weltweiten Einbruch der Baumwolle, jedoch erlebten die synthetischen Chemiefasern (insbesondere Polyester) einen leichten Anstieg von + 1.6 % (im Vorjahr - 4.9 %). Somit hielt sich die Verringerung der Produktionsvolumina bei - 0.9 % in Grenzen.

Als Konsequenzen davon sind ein Umsatzrückgang von - 4.8 % und damit einhergehende notwendige Personalanpassungen von - 1.4 % zu verzeichnen - alarmierende Signale dafür, dass die Standortbedingungen für Chemiefaserproduzenten in Deutschland (und Europa) dringend verbesserungswürdig sind. Eine positive Trendwende könnte sicherlich eine den fairen Wettbewerb schützende und industriefördernde Haltung der Brüsseler EU-Politik bewirken. Doch die Akzente der aktuellen politischen Debatten - etwa über die Anerkennung des Marktwirtschaftsstatus von China als Beispiel politisch motivierter Entwicklungen – lassen auf  einen ganz anderen Willen schließen, so Rauch. Trotz ungünstig werdender wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei es dem Engagement und der Innovationskraft der hiesigen Chemiefaserbranche zu verdanken, dass sie sich im internationalen Wettbewerb weiterhin behaupten könne. Trotzdem würde der Branche ein etwas geringerer politischer Gegenwind gut tun.

Faserverarbeitung

Die Verarbeitung aller Faserarten in Deutschland konnte im Jahr 2015 das Niveau des Vorjahres nicht erreichen und erlitt einen Rückgang von – 11,6 %.

Die Gesamtimporte an Chemiefasern - überwiegend aus den 28 EU-Staaten mit + 54 %, gefolgt von Asien mit + 40 % - verzeichnen einen Plus von 1,1 % (synthetische Stapelfasern +1,9 % und synthetische Filamente +1,7 %), wobei die cellulosischen Chemiefasern einen Einbruch von – 7,4 % erlitten. Der Gesamtexport ist leicht rückläufig (- 2,0 %). Hier blieben trotz der rückläufigen Gesamtexportmenge die Anteile in die einzelnen Regionen der Welt im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei:

Andreas Engelhardt 
Geschäftsführer 
The Fiber Year GmbH 
Hauptstraße 19 
9042 Speicher, Schweiz 
Tel.: + 41 / 71 / 450 06 82 
 
Creta Gambillara
Referat Wirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit
Industrievereinigung Chemiefaser e.V.
Mainzer Landstraße 55
60329 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 279971 – 39
TEXPO Trade Development Authority of Pakistan (TDAP) / TEXPO
15.03.2016

TEXPO 2016 - INTERVIEW ZUR ERSTEN TEXTILMESSE IM KARACHI EXPO CENTER

The Trade Development Authority of Pakistan (TDAP) veranstaltet vom 07. – 10. April in Karachi eine neue Textilmesse, die TeXpo. Diese Messe ist als eine die gesamte Branche umfassende Fachmesse konzipiert und soll dazu beitragen, den Export der pakistanischen Textil- und Bekleidungsunternehmen zu fördern. Einen Monat vor der Eröffnung hatte Textination Gelegenheit, mit dem Verantwortlichen in Deutschland, dem Handelsexperten Rizwan Tariq aus dem pakistanischen Generalkonsulat in Frankfurt zu sprechen.

The Trade Development Authority of Pakistan (TDAP) veranstaltet vom 07. – 10. April in Karachi eine neue Textilmesse, die TeXpo. Diese Messe ist als eine die gesamte Branche umfassende Fachmesse konzipiert und soll dazu beitragen, den Export der pakistanischen Textil- und Bekleidungsunternehmen zu fördern. Einen Monat vor der Eröffnung hatte Textination Gelegenheit, mit dem Verantwortlichen in Deutschland, dem Handelsexperten Rizwan Tariq aus dem pakistanischen Generalkonsulat in Frankfurt zu sprechen.

T Herr Rizwan, können Sie uns zum aktuellen Stand der Veranstaltung einige Zahlen nennen? Wie viele Aussteller beteiligen sich an der Veranstaltung und wie groß ist die belegte Ausstellungsfläche?
RT Wir erwarten etwa 400 Aussteller und die belegte Fläche wird bei 20.000 m2 liegen.
T Mit welchen Besucherzahlen rechnen Sie? Welcher Anteil wird aus Asien, den USA und Europa erwartet?
RT Alle pakistanischen Botschaften und Konsulate weltweit vermarkten das Ereignis, da es sich um die erste jemals von der Regierung gesponserte Textil &  Bekleidungsausstellung handelt. So erwarten wir Besucher aus rund 50 Ländern. Es wird eine große Anzahl von Käufern, vermutlich die Hälfte aus Asien, insbesondere aus China geben. USA und Europa dürften die verbleibende andere Hälfte ausmachen.
T Vom 27. – 29. August 2016 findet in Lahore die 14. Textil-Fachmesse Textile Asia statt. Bitte erläutern Sie, inwiefern sich diese beiden Messen ergänzen oder überschneiden, worin die wesentlichen Unterschiede bestehen?
RT Textile Asia konzentriert sich im wesentlichen auf Textilmaschinen, Chemikalien, Farbstoffe und andere Technologien, die von der pakistanischen Textilindustrie verwendet werden. Beide Messen haben unterschiedliche Anwender und Verbraucher im Fokus: TeXpo ist die Messe der Textilindustrie, die ihre Fertigprodukte weltweit verkauft, während zur Textile Asia die Hersteller von Maschinen, Chemikalien,  Farbstoffen aus aller Welt nach Pakistan kommen, um dort ihre Produkte an die Industrie zu verkaufen.
T Wie ist inzwischen die Reaktion der internationalen Textilwelt auf die neue Veranstaltung TeXpo? Welches Feedback haben Sie erhalten?
RT Wie ich schon zuvor sagte, es ist die erste Ausgabe dieser Messe, aber wir sind sehr optimistisch auf positive Ergebnisse gestimmt. Pakistan exportiert textile Produkte schon zu Milliarden Dollars in alle Welt. Wir haben bereits viele Großkunden in der Welt. Der Hauptzweck dieser Messe liegt darin, unseren geschätzten Kunden das positive Gefühl zu geben, dass Pakistan ein sicheres Reiseland ist und sie keinerlei Befürchtungen für einen Besuch bei ihren großen Lieferanten haben brauchen.
T Wird das großzügige Besucherprogramm von deutschen Unternehmen genutzt – können Sie da einige Namen nennen?
RT Ja, eine nennenswerte Zahl deutscher Firmen hat bereits ihr Interesse bekundet, die Messe zu besuchen. Polo-Motorrand, die Summary AG und einige andere große Namen haben sich inzwischen der deutschen Delegation angeschlossen. Große deutsche Bekleidungshändler verfügen bereits über Einkaufsagenturen oder eigene Büros in Pakistan oder den benachbarten Ländern wie Indien, Bangladesch und China. So werden einige der deutschen Repräsentanten dieser Firmen aus Asien anreisen.
T Welches Rahmenprogramm – Besichtigungen von Unternehmen, Vortrags- oder Konferenzveranstaltungen – werden die TeXpo begleiten?
RT Am Abend des 6. April wird zu einem Eröffnungsdinner im Sindh Govenor House gebeten. Das ist ein wunderbares Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, das für sich und seine großartige Geschichte spricht. Die beiden ersten Tage der Ausstellung dienen ausschließlich den Delegationen. An den Abenden sind Modeschauen vorgesehen, wo Top pakistanische Designer ihre Kreationen dem internationalen Publikum präsentieren werden. Die Gäste und Delegationen sind ansonsten frei während der Tage die Ausstellung zu besichtigen und Betriebe der Aussteller zu besuchen.
T Pakistans Textilindustrie ist schon seit vielen Jahren in Europa und in den USA sehr aktiv. Was veranlasst TDAP, nun eine solch große Messe in Karachi zu veranstalten?
RT

Ja, Pakistans Textilindustrie ist sehr aktiv auf den Märkten in Europa und den USA – aber da ist immer noch Platz für Wachstum. Wie ich vorher schon sagte, verfolgt die Veranstaltung mehrere Zwecke. Zunächst - Pakistan ist in den Medien bekannt für all die falschen Angaben zum Terrorismus - während die Wirklichkeit eine völlig andere ist. So ist es einer der Gründe, das wirkliche Image von Pakistan zu entwickeln. Unsere geschätzten Besucher sollen sich selbst ein Bild machen und unsere Gastfreundschaft kennenlernen.

Zweitens- Pakistan wurde der 10-jährige Vorzugsmarktzugang GPS Plus für die EU ab Januar 2014 gewährt. Nahezu alle pakistanischen Textilprodukte können die EU zollfrei erreichen. Das ist ein 10 - 20 prozentiger Zollvorteil gegenüber unseren Mitbewerbern. Deshalb beabsichtigt die Regierung von Pakistan, den Herstellern eine größtmögliche Unterstützung für einen weiteren Ausbau ihres Geschäftes nach Europa zu geben.

Die Veranstaltung soll auch neuen Herstellern helfen, internationale Kunden zu Hause zu treffen sowie neue Technologien und Trends im internationalen Marketing kennenzulernen. Deshalb wird es eine Win-win-Situation für alle werden.

T Auf vielen großen Textil- und Bekleidungsmessen – gleichgültig ob in Deutschland, anderen europäischen Ländern oder den USA - sind viele namhafte pakistanische Hersteller von Bettwaren, Haustextilien, Baumwollstoffen und natürlich auch Bekleidung seit Jahren immer wieder vertreten. Werden nun in Karachi überwiegend die gleichen Hersteller bzw. Aussteller vertreten sein, oder werden dort neue, bisher noch nicht sehr exportorientierte Firmen ausstellen?
RT Nun - die großen Firmen werden natürlich dort sein. Sie wollen keinesfalls die Gelegenheit zum Treffen mit neuen Kunden vorbeigehenlassen oder gar alte Kunden an die Konkurrenz verlieren. Es werden aber auf jeden Fall eine Reihe von KMU’s und auch neue Exporteure vertreten sein.
T Welche Besucherzielgruppen werden Sie mit der neuen Messe hauptsächlich ansprechen – Fachhandel, Einkaufsverbände, Discounter, Chains, Konzerne oder andere Unternehmen?
RT Unsere Zielgruppen sind alle Arten und Formen des textilen Einkaufs. Pakistan produziert für alle Segmente des Marktes.
T Karachi galt und gilt als eine nicht sehr sichere Stadt. Es hat dort schon häufiger terroristische Anschläge gegeben. Welche Sicherheitsmaßnahmen haben Sie vorgesehen und welchen Verhaltenskodex werden Sie Ihren internationalen Besuchern empfehlen?
RT Wie ich bereits ausgeführt habe, gibt es zahlreiche negative Nachrichten in den Medien. Karachi ist eine Stadt mit 20 Millionen Einwohnern, sie leben in Frieden und in Harmonie. Dies ist eine von der Regierung unterstützte Veranstaltung und der Schutz der Gäste obliegt der Sorge der Regierung. Wir werden den Gästen und Einkäufern empfehlen, das Hotel jeweils mit Partnern oder Freunden zu verlassen und zudem das Hotelmanagement und den Infodesk des Veranstalters über ihre Pläne zu informieren. Der Transport der registrierten Gäste ist auch durch die Regierung organisiert, so dass alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen organisiert sind. Z.Zt. gibt es keine ernsthaften sicherheitsrelevanten Situationen in der Stadt; die zuvor erwähnten Schutzmaßnahmen werden den Besuchern aber hohes Vertrauen in die getroffenen Vorkehrungen geben.

Wir danken für das Gespräch und wünschen der TEXPO eine gute Premiere.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an:
1. Mr. Rizwan Tariq
Commercial Counsellor
Consulate General of Pakistan, Frankfurt am Main
Tel: +49 69-6976970
Mobil: +49 176-31363223
Email: pakcom.frk@tdap.gov.pk


2. Mr. Matthias Theis
Honorary Consul of Pakistan for the state of NRW, Düssseldorf
Tel.: +49 211 4407227
Email: office@pakistan-nrw.de


3. Mr. Rainer Borch
Trade Development Officer
Embassy of Pakistan Berlin
Tel.: +49 30-21244145
Mobil: +49 163-3736036
E-Mail: tdo@pakemb.de oder rainer.borch@aol.de