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Fasern,
Vliesstoffe und Ziele in Forschung und Praxis
Colin Purvis, unabhängiger Berater und ehemaliger Generaldirektor
des Europäischen Chemiefaserverbands (CIRFS), Brüssel/Belgien,
eröffnete das Forum mit dem Vortrag "Minimizing the environmental
impact: European research and development for fiber innovations".
Aufbauend auf den zentralen Fragen, ob Umweltthemen im Bereich
‚technische Fasern', in der Optimierung der Ressourceneffizienz
und der Rolle von Forschung und Innovation relevant behandelt
werden, folgerte er, dass es bei einem Gesamtvolumen von etwa
850 Mill. €, das von Faserherstellern für F&E aufgewendet
wird, ein deutliches Engagement bei Innovationen im Umweltbereich
gibt. Patrick Schiebel vom Faserinstitut Bremen (FIBRE),
Bremen, gab anschließend einen Überblick über die Entwicklung
und das Potenzial von Produkten aus carbonfaserverstärkten
Kunststoffen..
Dr.
George Kellie, KellieSolutions Ltd, Tarporley/ UK, betrachtete
den Hauptanwenderbereich und die vielversprechendsten europäischen
Märkte für die nachhaltige Produktion von Vliesstoffen
und stellte seine Prognosen für Asien mit Bezug auf die
wichtigsten Markttreiber und Trends vor. Mit einem ausführlichen
Blick auf Marktsegmente und größere Investitionen
in der Region zeigte er, dass der Wipes- und Windelmarkt in
China auf den massiven Ausbau in naher Zukunft eingestellt
ist.
Einen Vorgriff auf zukünftige Trends zu unternehmen war
das Thema von Prof. Marc van Parys, University College
Gent, Gent/Belgien, und Dr. Wilhelm Rauch, Industrievereinigung
Chemiefaser e.V. (IVC), Frankfurt/M., stellte die Vor- und
Nachteile von REACh vor, das er selbst als sehr arbeits- und
kostenintensiv einschätzte.
Industrie
Textilien
Des Weiteren standen innovative technische Textilien zur Bauverstärkung
und -überwachung sowie Textilien in der industriellen
Anwendung zur Diskussion. Prof. Klaus Holschemacher,
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur, Leipzig,
sprach über die zunehmende Bedeutung technischer Textilien
in der Bauindustrie. Den Teilnehmern wurden Beispiele für
das Entwicklungs- und Anwendungspotenzial und die Anforderungen
aus Sicht der Endnutzer gegeben. Ilkay Özkisaoglu,
Frenzelit GmbH, Bad Berneck, gab einen Einblick in die industrielle
Anwendung von keramischen Fasern für Brandschutzmaterialien
sowie von Materialien und Systemen für die Wärme-
und Schalldämmung.
Schutztextilien
Der
1. Tag wurde mit Vorträgen über persönliche
Schutzausrüstung (PSA) abgerundet. Cornelia Albrecht,
TÜV Rheinland LGA Products GmbH, Köln, gab zunächst
einen Überblick über die offiziellen Richtlinien
für PSA. Hartmut Ziebs, Vizepräsident des
Deutschen Feuerwehrverbandes e.V., Berlin, zeigte durch seine
Perspektive als Endanwender von PSA, dass Theorie und Praxis
in den meisten Fällen divergieren. So liegen z.B. die
Temperaturen, denen Feuerwehrleute im Ernstfall ausgesetzt
sind, weit über der offiziellen PSA-Richtlinie. Dr.
Matthias Künzel vom Institut für Innovation
und Technik der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Berlin,
gab einen eingehenden Bericht über Public Procurement'
in der Sicherheitswirtschaft, und abschließend präsentierte
Manuela Bräuning von Eschler GmbH, Balingen, die
Ergebnisse eines bedeutenden Forschungsprojekts über
CBRN.
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Megatrends
Der
2. Tag unseres Forums wurde von Prof. Dr. Jochen Pampel,
KPMG AG, Berlin, eröffnet, der in seinem Vortrag über
Megatrends betonte, dass mehr Nachhaltigkeit zu größerem
Erfolg führt. Auf ihn folgte Dr. Thomas Stegmaier,
ITV Denkendorf, Denkendorf, der über Bionik und ihre
Verwendung in der Textiltechnologie sprach. Forschung und
Entwicklung werden hierzu derzeit in verschiedenen Bereichen
wie z. B. in multifunktionalen Membranstrukturen, sich selbst
reparierenden Systemen und architektonischen Materialien durchgeführt.
Wolfgang Frey vom Architekturbüro Frey, Bahlingen,
hielt dann eine sehr unterhaltsame Präsentation zur nachhaltigen
Stadtentwicklung, in der er eine Reihe von Beispielen aus
den Erfahrungen und Herausforderungen als Architekt anführte.
Die Textilindustrie in der 2. Dekade des 21. Jahrhunderts
wurde den Teilnehmern anhand der Zahlen und Tabellen für
Nordeuropa von Werner Zirnzak, IVGT, Frankfurt, und
für Südeuropa von Aldo Tempesti, TexClubTec,
Mailand/Italien, nahegebracht.
Afrika:
Zwischen Werkbank und Emerging Markets
Der
afrikanische Textil- und Bekleidungsmarkt wurde aus der Perspektive
eines Insiders von Kassaye Mekuria, Nazareth Garment
Share Company, Addis Abeba/ Äthiopien vorgestellt. Er
betonte, dass Afrika in Zukunft die bisherige Rolle Chinas
in der Textilproduktion übernehmen wird. Die Textilindustrie
war schon immer mobil, und da die Lohnkosten in China steigen,
sei Afrika der offensichtliche Ausweichort. Stephan Rehlen,
für die sequa gGmbH, Bonn, sprach dann über die
Auswirkungen der chinesischen Beteiligung an der afrikanischen
Textil- und Bekleidungsindustrie und zeigte Best Practice-Beispiele
deutscher Unternehmen.
Nachhaltiges
China
Der letzte Themenschwerpunkt widmete sich der Nachhaltigkeit
in China. Eric Heymann, Deutsche Bank AG, Frankfurt/M.,
sprach informativ über die Rolle grüner Technologie
in Bezug auf das Wirtschaftswachstum Chinas und die Nachhaltigkeit.
Die Entwicklung der Städte und der Transportpolitik,
wie sie Alexander Sohr vom Deutschen Zentrum für
Luft und Raumfahrt (DLR), Köln darstellte, verschärft
die Herausforderungen zu Ressourceneffizienz und Emissionsminderung.
Der Technologietransfer im Rahmen des 12. Fünfjahres-Plans
wurde von Meiting Zhu, SZA Schilling, Zutt & Anschütz
Rechtsanwalts AG, Mannheim, vorgestellt und Best Practice'
wurde im Hinblick auf die Filtermedien für den chinesischen
Markt von Ralf Bauder, Mann+Hummel GmbH, Ludwigsburg,
besprochen. Abschließend stellte Georg Stausberg,
Oerlikon Textile GmbH & Co. KG, Remscheid, Maschinen für
Mobiltextilien von Oerlikon mit Verweis auf Reifencord für
China vor.
Bereits jetzt arbeiten wir
an den Themen für das 3. Business Forum Technische Textilien
im nächsten Jahr.
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